Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesellenstechen, n.

gesellenstechen, n.
ritterspiel mit einzelkämpfen, gesell gegen gesell (13, h), im gegensatz zum buhurt oder turnier, wo schar gegen schar rennt und sticht, nd. gesellensteke Schiller-Lübben 2, 78ᵇ (von 1490): uff mentag noch mittag ist das gesellenstechen gewesen. dar inne sint disz gewesen: der pfaltzgraf, mg. Friderich von Brandenburg, mg. Cristoffel von Baden u. s. w. Mone zeitschrift 16, 266 (Offenburg, von 1483); (nachdem) das zulegen (beilager) und der kirchgang mit groszer zier verpracht, hueb sich das gesellenstechen. Wilw. v. Schaumburg 48; wie loblich er (her Gotfridt von Zimbern) sich in gesellen- und andern stechen an solchem hofe (des herzogs von Würtemberg) gehalten. Zimm. chron. 2, 433, 19; er (der kaiser) so lt ain turniren oder gesellenstechen gen Speir legen und uszruefen lassen, das menigclich darzu und darvon fridt und glait haben solt. 3, 529, 28 u. ö.; H. Sachs 2, 3, 190 (8, 745 Keller) schildert eingehend ein gesellenstechen, welches acht vornehme bürgerssöhne 1538 in Nürnberg abhielten:
indem da legt man ein (die spiesz),
und traff das erste par,
wie das losz gefallen war,
das ander, dritt und vierdt.
darnach wurd erst thurniert
und war der nechst der best ...
hie ritten zwen, dort drei,
als obs ein thurnier wer.
746, 26.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4043, Z. 62.

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Zitationshilfe
„gesellenstechen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesellenstechen>, abgerufen am 30.11.2021.

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