Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesetzgebung, f.

gesetzgebung, f.
legislatio Stieler 650, nebenform gesatzgebung Denzler 130ᵃ.
1)
sowol die handlung als das werk: die feierliche gesetzgebung auf dem berge Sinai. Adelung; die gesetzgebung des Lykurgus und Solon. Schiller IX, 144; unsere gesetzgebungen haben sich zu einer solchen höhe geschwungen, dasz es ihnen unmöglich ist, an die menschen zu denken. Pestalozzi 7, 14; ethisch: die gesetzgebung durch naturbegriffe geschieht durch den verstand, und ist theoretisch. die gesetzgebung durch den freiheitsbegriff geschieht von der vernunft, und ist blos praktisch. Kant 7, 12; ein ethisches gemeines wesen unter der göttlichen moralischen gesetzgebung ist eine kirche. 6, 271; weil alle öffentliche anstalten von blosz menschlicher autorität neben einer göttlichen gesetzgebung unmöglich bestehen können. Hamann 7, 62.
2)
die gesetzgebende macht im staate: des volkes widerstand wider die höchste gesetzgebung. Kant 5, 154.
3)
in zusammensetzungen: gesetzgebungskörper Becker weltgesch. 14, 311. 383, gesetzgebungsrat, gesetzgebungshaus Campe, gesetzgebungswerk.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4079, Z. 44.

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Zitationshilfe
„gesetzgebung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesetzgebung>, abgerufen am 30.11.2021.

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