Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesetzlosigkeit, f.

gesetzlosigkeit, f.,
subst. zum vorigen.
1)
das freisein von gesetzen: also ist die unvermeidliche folge der erklärten gesetzlosigkeit im denken, einer befreiung von den einschränkungen durch die vernunft, diese: dasz freiheit zu denken zuletzt dadurch eingebüszt wird. Kant 1, 134; der verstand wird durch gesetzmäszigkeit befriedigt, indem der phantasie durch gesetzlosigkeit geschmeichelt wird. Schiller X, 394, 13.
2)
zustand ohne gesetze, verachtung der gesetze, zuchtlosigkeit: meistens gelangen die menschen nur durch die folgen der unordnung zu einführung der ordnung, und gesetzlosigkeit führt gewöhnlich erst zu gesetzen. Schiller IX, 136, 9; räuber Moor. o über mich narren, der ich wähnete ... die geseze durch gesezlosigkeit aufrecht zu halten. II, 202 (räuber 5, 2); die steigende noth löste alle bande der zucht und ordnung im schwedischen lager auf .. die schwache hand eines einzigen vermochte einer gesetzlosigkeit nicht zu steuern, die .. VIII, 276, 22.
3)
gesetzwidrige that: eine gesetzlosigkeit begehen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4082, Z. 52.

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gesellschaftsbezug gestipp
Zitationshilfe
„gesetzlosigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesetzlosigkeit>, abgerufen am 22.01.2022.

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