Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geseufze, n.

geseufze, n.,
verkürzt geseufz, das seufzen, z. b. der verwundeten, der unglücklichen oder trauernden, der sehnsüchtigen liebe.
man hört ein murmeln nur   von zorren und von grimm,
ein kruncken und geseufftz (auf dem schlachtfeld).
Dietr. v. d. Werder erlöst. Jerusalem 20, 51;
das geseufz der männer vermehrend.
Voss Ilias 4, 445;
jetzt ein banges geseufz, aus dem innersten herzen geathmet,
seufzet er.
Ovid. met. nr. 9, 86;
oft erhub er ein lautes geseufz.
39, 105;
überall folgt mir sein geseufze. Fr. Müller 3, 323; wetter über das ewige geseufze! Schütze die journalisten (Leipzig 1806) 27;
oder schwebt geseufz um jede stelle,
wo ein herz, ein herz voll liebe, brach.
Tiedge elegien 1, 78;
doch seufzen wollen wir auf fernen strecken,
nicht hier, wo sie so todt ist, dasz man meinet
sie müsse schlafen und geseufz sie wecken.
Rückert ged. 93;
übertragen, von tönen, die wie klagen der sehnsucht oder trauer klingen: das geseufz der nachtigall. Ebert bei Campe;
liebender tauben geseufz.
Voss Luise 3, 2, 543.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4086, Z. 66.

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Zitationshilfe
„geseufze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geseufze>, abgerufen am 01.12.2021.

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