Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gesippe, f.

gesippe, f.
verstärkung von sippe, die blutsverwandtschaft, cognatio Hayme jur. lex. 253:
wir seind doch in gleicher gesip.
mörin f. 10;
sich siben frawen alle von gesippe oder nachtperschafft zuͦ einander gefüget hatten. Bocc. 8, 33 Keller; sohns und tochter kinder .. sie sein gleicher gesippe. Arnstädter stadtrecht von 1543, Michelsen rechtsdenkm. 86; gesippe, gesipschaft Henisch 1564; nebenform gesipte, gesipt, gesippt, die einem mhd. gesippede entsprechen würde: darumme so habenwir nachgefolgt der menschlichen gesipte unsers natürlichen bluts. brandenb. urk. von 1371 bei Berndt schles. id. 129;
das wir so wol gefreunt sein ped
von der vierden gesippt her ich und mein Gred.
fastn. sp. 1, 53, 11;
sag die grad, stapfel und gesipt, darinnen wir aneinander anrüeren. Nürnb. chr. 3, 110, 14 (aus Meisterlins chron. 1488);
da hilfft kein freundschafft und gesipt.
J. Ayrer fastn. sp. baur u. todt 30ᵇ;
auch als coll. neutr.: die reichsten von deinem gesippe. cod. germ. Mon. 312, f. 44 bei Schm.² 2, 317; verächtlich, wie sippschaft: dieses gesippe (die bauernphysica und die rockenphilosophia). rockenphil. 2, 323 (4, 41); liederliche, schlechte gesellschaft, preusz. das gesippe Hennig 84, gesipp, gesöpp, gesöbb, gesübb Frischbier 1, 231ᵃ; nordböhm. das geseppe, gesoppe, gesuppe, menge kleiner kinder Knothe 253.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4122, Z. 74.

gesippe, adj.

gesippe, adj.
wie einfaches sippe (Lexer 2, 938), blutsverwandt, verwandt, ags. gesib, gesyb, cognatus, propinquus, ahd. gisibbo, consanguineus, fem. gisibba: mhd.
der (könig) und der von Kerndenlant
wârn gesippe alsô nâhen.
Ottokar östr. reimchr. 85938 Seemüller;
pfaffen, ritter und gebure
sint alle gesippe von nature.
Renner 528;
wann ofte gar nach gesippeʒ blut
vergoʒʒen wirt umb irdisch gut.
21102;
mit dativ:
de loute vrâgeten in sâre,
wie gesippe im daʒ wîp wære.
genesis 48, 9 Diemer;
dem du nicht gesippe bist.
Renner 1679;
bildlich: wie gar nahe gesippe seind die dem groszen bärlichen schaden der todsünden. Tauler (1508) 87ᵃ;
der ist dem teufel mere gesippe
denn menschlicher Adamsrippe.
Renner 14280;
substantivisch der gesippe, der blutsverwandte: sîne gesippen Neidhart 239 Haupt; die gesippen j. Titurel 4080;
(er wird) mit pœsem uberhuore
von zwein gesippen geporn.
Heinrich von Neustadt von gottes zukunft 4902;
der ochse und sîn gesippin
sullin stên zcu der krippin.
md. schachbuch d. 14. jh. in zeitschr. f. d. a. 17, 271, 21;
incestus, unküschheit mit dinen gesippen. Dief. nov. gloss. 212ᵇ aus vocab. rer. von 1466; gesippe oder schwäger, gefreundte, affines necessarii Henisch 1564; in nachahmung der älteren sprache: wer ist euch wohl der liebste auf der welt nach euren gesippen? F. Dahn weltuntergang 45; zu meinen gesippen. 95; von verwandten thierarten: die ringelnatter und ihre gesippen. Linck die schlangen Deutschl. (1855) 54.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4123, Z. 20.

gesippen, verb.

gesippen, verb.
verwandt sein, jungi sanguine Henisch 1564, mhd. sippen, goth. gasibjôn, sich versöhnen, διαλλάττεσθαι.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4123, Z. 54.

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Zitationshilfe
„gesippen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesippen>, abgerufen am 06.12.2021.

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