Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gesippt, f.

gesippt, f.,
s. gesippe, f.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4124, Z. 12.

gesippt

gesippt,
mhd. gesippet, ahd. gisippôt, vereinigt, confoederatus, part. zu dem vorauszusetzenden ahd. verbum sippôn, goth. gasibjôn, reconciliare, mhd. sippen, verwandt sein (vgl. gesippen); dazu die nebenformen gesipt, gesypt Dief. 143ᶜ, gsiept Garg. 276ᵇ, gesybbet kulm. r. 4, 86, gesibt Maaler 174ᵈ. H. Sachs 5, 311ᶜ, ehgesibete, ehefrau Garg. 68ᵃ, vom best gesiebtem blut Spee trutzn. 106.
1)
verwandt, sowol blutsverwandt als durch verschwägerung.
a)
adj.: und mit den andern sie alle gesipt und gefreundt waren. Bocc. (1580) 1, 7ᵃ; nur ein wenig von weiten her gesipt. Aventin. 4, 340, 1 Lexer; besonders häufig gesippter freund:
dû hâst vor der bürge   gesipter vriunde deheinen.
Gudrun 1382, 3;
ir haben mich gesuͦcht under meinen gesipten fründen. Keisersberg post. 1, 22ᵃ; seinen gesippten freunden. Nürnb. chr. 4, 333, 9 (15. jahrh.); und in den waaffen stoszen, der ihm leides nie gethan hat, und etwann sein gesipter freundt, ja leiblicher bruͦder ist. S. Frank kriegb. d. frides 72ᵇ; gesipte freunde (stiefvater und stieftochter, stiefmutter und stiefsohn). Gobler der rechten spiegel (1564) 182ᵃ; gesipte blutfreunde. H. Sachs 2, 1, 83ᶜ; ein gesipter blutsfründ des wytberümpten helden. N. Manuel in Wackernagels leseb. 3, 1, 272; gesypte freuntschafft, cognatio voc. 1482 m 1ᵇ; meiner swestern und anderer unserer gesippten fruntschaft. urk. Max. 178; von wegen einer verwandten oder gesipten person. statutenbuch 1564 14ᵇ; mit dativ: das er deme toden also nae gesyppet sy. kulm. recht 4, 87; Otgier von Dennenmarck, der jnen gesippt was. Aimon b; Volumnia und etlich ander, die Martio gesipt waren. Livius von Schöffer 36;
das west er vor nie,
das sy im was gesipt.
Hätzlerin 2, 3, 95.
b)
subst. der verwandte: mhd. unkiuschekeit begân mit gesippeden. bihtebuoch 35 Oberlin; nim acht, ob all din gesippten und gesellen hingond. buch d. alten weisen 145, 27 Holland; ich hon niemant hie weder fründ noch gesipte. Terenz (1499) 40ᵇ; es ist auch für ein grosz sünd geacht, wann jemand einen aus seinen angebornen oder gesipten wolt umbringen. Micyllus Tacitus (1535) 444ᵃ, quemquam ex adgnatis Germ. 19; der dienstlüt nechsten gesipten. Oheim chr. 137, 24; wenn ein fraw mit jrem gesipten in unlauterkeit handlet. buch d. liebe 295, 4; dieweil jr mein gesipter seidt. Aimon bog. g 2; alle mein gesipten und mein gantz geschlecht. bog. c; ein solche scham ist (bei den Römern) under gesipten im geblüt gewesen, dass in einem bade der son mit dem vatter und der eiden mit dem schweher sich nit dorfften weschen. Nicl. Heiden Val. Max. (1565) 32; gesipte oder schwäger, affines Maaler 175ᵃ; geschwägerte freund, gesipte. Calepin. (1570) 51; wer kein ehgesibete (ehefrau) hat, ist halb tod, mangelt ein stuck des leibs. Garg. 68ᵃ (114 Sch.).
2)
allgemeiner, geartet: verstehn der adern ausztheilung, desselbigen bluts arth und wie ein jegliches gesipt sei. Paracelsus op. (1616) 1, 712 A; wasz (wie das) herz in ihnen gesipt und genaturt ist. (1590) 7, 131; das sie (die geistlichen) dermaszen gesipt seind, sie seiend mit dem bapst oder wider den bapst. 10, anhang 143.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4124, Z. 13.

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Zitationshilfe
„gesippt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesippt>, abgerufen am 21.01.2022.

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