Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesitte, gesitt, adj.

gesitte, gesitt, adj.
zu sitte, eine art oder gewohnheit habend, geartet: ahd. tanne er (gott) sô gesit ist, taʒ er ofto gibet wunna dien guoten. Notker Boetius 207 Graff; mhd.
nu bin ich sô gesite.
Walther 107, 25;
vil vrowen die sint so gesitte,
daʒ sü einen minnent ümbe sin guot.
Wisse und Colin Parzifal 133, 42 Schorbach;
Ismael. meins kauffs mach ich gern kurtz geding.
Simeon. ich bin für war auch so gesitt.
Thiebolt Gart Joseph (1540) C,
dafür mit genitiv:
ich bin für war auch des gesitt.
449 neudr.;
der teuffl der ist des gesit.
Schmelzl hochzeit 24ᵃ;
wær kain (irgend eine) frow siecher ogen gesitt (mit kranken augen behaftet),
dü möcht sich wol wüschen mit.
liedersaal 3, 619;
mit nach:
meine gesellen haben gedicht
ain hüpschen stolzen trit,
der ist nach dem hoff gesitt,
si tretten hin auf den zehen
das si nit gen auf den versen.
fastn. sp. 396, 32;
du bist nach mir gesit
und hast auch minen sinn eben.
Liliencron volksl. 1, 171ᵃ;
mit adverbien:
hie von sô wart si wol gesite
schône und reine gemuot.
Tristan 8028. 11089;
ouch was der selbe verge   vil müelîch gesit.
Nibel. 1494, 1 A D;
gutgesittet: gesyter, morigeratus, moralis voc. 1482 m 4ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4124, Z. 67.

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Zitationshilfe
„gesitt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesitt>, abgerufen am 05.12.2021.

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