Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesparig, gespärig, adj. und adv.

gesparig, gespärig, adj. und adv.
1)
sparsam, sparend, gespärig Henisch 1566, gesparig Krämer 55ᵃ, mnl. ghespaerigh, parcus Kilian:
samm seist du gespärig und meszig.
H. Sachs 5, 361ᶜ;
ist er (der hofmann) gespärig, so helt man ihn für einen geitzhals. Albertinus hofschul (1610) 11ᵃ; bald hernach kam mein gespäriger herr zu hausz. Lazarillo de Tormes (1624) 47; der cavalier, wiewolen derselbe allda die gespährige wirthschafft gelernet, ... wurde ein verschwender. Abele künstl. unordn. 2, 142; kein junges dierndl, sondern eine alte jungfrau, welche allbereit bei gutem verstand und gespärig. 4, 242; wie eine gesparige hausmutter einen vorrath einsammlen. Hohberg 1, 689ᵃ; welcher in seiner hoffhaltung überflüssiger ist, der soll in der stallmeisterei gespäriger sein. Schuppius 739; eine saubere entschuldigung, darein man prügelsuppen, doch nur gespärig, einbrocken soll. Abele k. u. 1, 96; gespärig, suevice pro sparsam Steinbach 2, 618; noch bair.-tirol. gspârig, sparsam, knauserig Schm.² 2, 573. Schöpf 684.
2)
geizig:
der selbig reich man alle zeit
gesperig ist und karg
und sorget stets, das im zurinn.
Nürnb. meisterl. f. 23, nr. 107;
der stul hupfft auff die bank,
der gespärig (geizhals) heiszt ein prasser.
volkslied des 16. jahrh.;
karg: wie hast du doch, o höchster gott, in austheilung deiner gaben gegen mir armseligen tropfen dich so gespärig verhalten können. Conlin 5, 527.
3)
kärglich, armselig: das bett, welches so gespärig und schlecht war, dasz man den maderatzen und den strohsack gar schwerlich von einander kennen kondte. Lazarillo de Tormes 75.
4)
daneben die schreibung gespärrig: diese gute, doch gespärrige (sparsame) wirthschafft. Abele k. u. 1, vorr. 10; der titulus mensae, allwo es zu zeiten gespärrig (spärlich) genug hergehet. 1, 126.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4136, Z. 3.

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Zitationshilfe
„gespärig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesp%C3%A4rig>, abgerufen am 07.12.2021.

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