Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

gespünn

gespünn,
gespinst, s. gespinn.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4171, Z. 41.

gespünn, f. und n.

gespünn, f. und n.
verstärkung des mhd. fem. und neutr. spünne, ahd. spunni, mutterbrust, muttermilch. nebenformen mit geschwächtem stammvocal: gespinn Hohberg 2, 88ᵃ, gespin Mathesius katech. 4; mit schlieszendem dental: daʒ gespind Megenberg 25, 15 var., gspint, lac mulieris Mone anz. 1834, sp. 281, frauengespint Wilwolt v. Schaumb. 179; mit fem. geschlecht: bair.-östr. gespinn Schm.² 2, 676. Castelli 154. Loritza 50ᵃ, schwäb. gspind Schmid 502. vgl. gespünst.
1)
muttermilch, fem.: mhd. das sey (matrem) ir tochter nert mit irer gespünn. gesta Rom. 145 Keller; swimt dy gespunn ob (dem wasser), so tregt sy (frau) ein knaben. cod. germ. Mon. 720, f. 87 bei Schm.; die do neugeborne kindlin hattend, gabend denselben jre gespünn oder brustmilch vor jrem sterben ze saugen. Züricher bibel (1530) 685ᵃ; (essig) gut für die geschwärende brüst, er zertreibt die gespün. Hohberg 3, 1, 201ᵇ; neutr.: mhd. nim ain glas und lâ des gespüns tropfen dar auf: sint si dann dick und zevlieʒent niht, so ist daʒ gespünn guot. Megenberg 25, 15; nhd. die kindlin behüten vor gefelschtem gespün, das da komt von haimlicher blödikait der frawen. Keisersberg granatapfel (1510) C 5ᵇ; sein muter hiesz Adelheid und zouch ire kinder selber mit ir selbs gespunne, wann sie wolt nit, das sie ein ander art von irer ammen empfiengen. heiligenleben (1472) 156ᵇ; eine frau, so sie gespün hat. Celsus von Khüffner (1531) 15ᵇ; bildlich: der catechismus ist eine himlische und geistliche milch, die stim und gespin gottes. Mathesius katechismuspred. 4.
2)
von milchähnlichen säften: tirol. das gspinn, der natürliche schleim in den gedärmen Schöpf 689.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4171, Z. 42.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
gesellschaftsbezug gestipp
Zitationshilfe
„gespünn“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesp%C3%BCnn>, abgerufen am 08.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)