Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gespenstig, adj. und adv.

gespenstig, adj. und adv.
1)
verlockend, verführerisch, wie ahd. spenstig, allicibilis Notker ps. 67, 31: mhd.
dîn gespenstigiu trügeheit.
Tristan 1408;
der gespenstigen minne.
11797;
der gespenstege gelange (verlangen).
17842.
2)
geisterhaft, unheimlich, vgl. gespenstisch:
fledermaus-gleich zu piepsen,
geflüster, unerfreulich, gespenstig.
Göthe 41, 246 (Faust 9980 Weim.);
das ist der gespenstige gräberknecht.
Droste-Hülshoff ged. 79;
es pfeift ihm unter den sohlen (im moor)
wie eine gespenstige melodei.
80;
die gespenstige erscheinung war zu einem holden frauenbild geworden. Bechstein märchen 227;
(ein grab) ausgehöhlt, gespenstig schnelle,
von den weiszvermummten frauen.
Platen (1847) 1, 48.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4148, Z. 26.

gespenstiglich, adv.

gespenstiglich, adv.
gespensterhaft, grausig:
da dehnt sie sich,
die haide, nebelnd, gespenstiglich.
Fr. Hebbel 'der haideknabe' str. 6.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4148, Z. 44.

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Zitationshilfe
„gespenstig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gespenstig>, abgerufen am 06.12.2021.

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