Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

gespiel, n.

gespiel n
verstärktes spiel (s. d.).
1)
beschäftigung zu zeitvertreib und vergnügen, glücksspiel: gespiel, ludus, lusus Aler 925ᵇ; auf Bartholomei (24. august 1458) haben die von Costnitz ain abenteur mit schieszen gehabt, .. auch ainen platz mit gespil. Augsb. chr. 3, 135, 5; das gespiel eines dreijährigen mädchens ist ein klöppelsack mit vier klöppel. zeitungsbericht aus dem Erzgebirge von 1792 im Leipz. tagebl. 14. märz 1892; noch bair.-östr. das gspil Schm.² 2, 665: d'karten im gspiel. K. Stieler habts a schneid 20, 6; das lottergspil (lotterie) Rosegger waldschulmeister 10.
2)
bildlich:
der landsknecht. ach baur, du hast verlornes gespiel.
Opel u. Cohn dreiszigj. kr. 432, 99;
bisz er gemaine statt vollend in der (aufrührerischen) pawrn gespil und handlung gebracht hat. Baumann quellen 2, 277, wie einem etwas in die hände spielen.
3)
das gespil, die geschlechtstheile, mhd. und noch im bair. wald Schm.² 2, 666.
4)
bezüglich der musik
a)
das spiel von musikinstrumenten: da hörte ich ein gespiel und sahe auch ein gedäntze vor meinem hause. Heinr. Jul. v. Braunschw. 245 Holland; ingleichen solle um 9 uhr das gspüll gänzlich eingebotten werden, dann anderenfalls wurde sowohl der würth, spülleut und zöchende nach ohngnaden gestraffet werden. tirol. weisth. 1, 46, 34.
b)
musikinstrumente: mnd. dat die kinder van Israel hedden banders gehat und allerlei gespil. münst. chron. 2, 55.
c)
die spielleute, die 'musik': hinter ihm (dem fähndrich einer landsknechtschar) kamen die pfeifer und die trommler mit trommeln, grosz wie die weinfässer, die hälfte des gespiels vor den hakenschützen, die andere hälfte vor den langen spieszen. gartenlaube 1890 sp. 331ᵃ, bei Fronsperger 1, 87ᵃ umfaszt das spil einen pfeifer und einen trommenschlager, bei jedem fähnlein sind zwei oder drei spil.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4151, Z. 33.

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