Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gespinne, gespinn, n.

gespinne, gespinn, n.
verbalsubst. zu spinnen, das spinnen und das gesponnene, das gewebe, mnd. dat gespin (der weber) Schiller-Lübben 2, 82ᵇ, nl. ghespin, lana neta Kilian, Kramer 1, 98ᵃ: ein gespinne, opus quod textum est Stieler 2091. Ludwig 761, gespinn Rädlein 374ᵇ; östreich. gespinn, gespinst, garn Loritza 50ᵃ;
wie es (das tuch) wær an dem gespünn,
dick oder gar tünn.
teuf. netz 9205;
gespinst von spinnen und andern insecten: voll staub und kankergespinne. Riemer pol. maulaffe 5;
(der apfelbaum) die eine seite voll gespinns.
A. v. Droste-Hülshoff ged. 232;
(kluger sinn) der zwischen kahlen, finstern mauern
dich (spinne) hier so glücklich macht in deinem selbstgespinn.
J. G. Jacobi (1825) 2, 332;
bildlich: wie mancher geldsüchtiger mensch ist der spinne gleich, der aller seiner gedanken gespinn dahin richtet, dasz er andere .. in sein garn bringen möge. Scriver Gotthold 333; von gewebe- oder schleierähnlichem: graues nebelgespinn. nationalztg. 35, 67.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4155, Z. 20.

gespinne, f.

gespinne, f.
im sächsischen recht die verwandte weiblicherseits Stieler 2091. Hayme 15, mnl. ghespinne, proxima cognata mulieris a latere feminino Kilian, die ältere form ist gespunne Daniels u. Gruben sächs. weichb. 285, 4 und 5. 298, 20, abgeleitet von spünne, ahd. spunni, mutterbrust, aber umgedeutet nach spillmag (s. d.) auf spinnen: die neste gespinne nimpt kein musteil. Magdeb. weichbildrecht von 1382 § 37 Walther; der man sal der tôden frauwen nehsten gespyn geben der tôden frauwen beste par cleider. Zeitzer copialb. f. 563ᵇ; der vater sal der tochter nehsten gespyn geben die gerade. ebenda; cognata proxima uxoris, die auch sonst heiszt eine gespinne. Scheräus sprachenschule (1619) 141, s. Schiller-Lübben 2, 83ᵃ. dazu die gespinnmagen, die verwandten weiblicherseits Frisch 2, 303ᵃ. vgl. gespünn sp. 4171.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4155, Z. 40.

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Zitationshilfe
„gespinne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gespinne>, abgerufen am 05.12.2021.

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