Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gespitzt, part.

gespitzt, part.
zu spitzen (s. d.).
1)
mit einer spitze oder spitzen versehen: mhd.
er fuorte ein sper an sîner hant
sêr unde wol gespitzet.
Konr. v. Würzb. troj. kr. 25347;
nhd. gespitzte vierung, parallelogrammi rhomboides Stieler 2382; drei-gespitzte zungen. Brockes 1, 352; gespitzte schuh. Schm.² 2, 694; (Amors) goldgespitzter pfeil. Schlegel Shakesp. sommern. 1, 1, s. pfeilgespitzt theil 7, 1662; mit spitzenbesatz verziert: gespitzter kragen. Krämer 550ᵃ; gespitzete däzlein (hemdmanschetten). Schm.² 2, 694 (von 1709); spitz, bildlich: so blieb ihre gespitzte antwort unbeantwortet. Tieck nov. (1823) 4, 20.
2)
zugespitzt, gemeint:
sag nur behend, wies sei gespitzt.
Opel u. Cohn 30 jähr. krieg 115, 86.
3)
seine volle aufmerksamkeit auf etwas richtend.
a)
beflissen: ein weib, das nicht auf alle dinge der nahrung und haushaltung so abgeecket und gespitzet ist. Scriver seelensch. 2, 250.
b)
auf etwas gespannt, erwartungsvoll, vergl. nhd. sich auf etwas spitzen, mhd. sich darzuo gespitzen, sich darauf hoffnung machen Ottokar östr. reimchr. 38454 Seemüller:
die furstin sas gespitzt
als ob sie wolt zum dantz.
Altswert 186, 21;
die pfarrkinder-gemeinde horchte gespitzt und gespannt (gleichsam mit gespitzten ohren). J. Paul 37, 29.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4157, Z. 6.

spitzen, verb.

spitzen, verb.
zu spitz, adj., auch als ableitung von spitz, m., spitze, f. erscheinend, mhd. spitzen Lexer mhd. handwb. 2, 1102, ahd. bezeugt in den formen ge-, gi-, kispiztiu, gispizzitu, (er) zispizzet Graff 6, 367; auch mnd. spissen, spitzen Schiller-Lübben 4, 332ᵃ. 333ᵇ, nnd. spitzen brem. wb. 4, 956. Dähnert 449ᵃ. Danneil 204ᵃ. Woeste 250ᵇ. ten Doornkaat Koolman 3, 280ᵃ. Bauer-Collitz 97ᵇ. vgl. tirol. spatzen, spatzgen unter II, 2 und aarg. spizgere unter III, 2. intransitiver gebrauch ist wol secundär entwickelt. vgl. III.
I.
transitiv.
1)
spitz machen, mit einer spitze, mit spitzen versehen.
a)
nach spitz, adj. 1, a, spitze 1, a.
α)
durch schleifen, wetzen, schneiden oder in ähnlicher weise stechend machen, so mit einer scharfen spitze versehen, bisweilen auch allgemeiner: scharf machen, aiguiser. Hulsius (1616) 303ᵃ, acuere Maaler 388ᵃ. Corvinus fons lat. 1 (1660), 6ᵃ. Schottel 1419. Stieler 2063. Steinbach 2, 631. Frisch 2, 304ᵃ. Adelung: ein meszer spitzen, cultellum in mucronem turbinare. Stieler 2063, ein messer, einen degen spitzen, appuntare un coltello, una spada; fargli la punta. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 874ᵇ, den degen spitzen, gladium acuere. Steinbach 2, 631; im part. gespitzet, das adjectivischer bedeutung nahe kommt (vgl. gespitzt oben theil 4, 1, 4157):
darumb er im in die brust
ein gespiztes swert stach,
daʒ man eʒ anderhalben sach.
Ottokar 16627 Seemüller.
einen speer, einen pfeil spitzen, im part. gespitzt:
er fuorte ein sper an sîner hant
sêr unde wol gespitzet.
Konrad v. Würzburg Troj. 25347;
in freierer anwendung:
arme schönen! wo sind nun die grübchen,
wo die scherze saszen
und die herzen raubten, wo gott Amor
seine pfeile spîtzte?
Hölty 53, 32 Halm;
dein speer war stumpf gespitzt, dein gaul war schlecht geschult.
Rückert 12 (1882), 152.
sporen spitzen:
dâ was unnuzze   der spore wol gespizzet.
genes. u. exod. 162, 34 Diemer;
der hat so scharff gespitzt
die spohren, dasz er hat in schü(r)tzen loch geritzt.
Rachel 121.
nadeln spitzen, bei den nadlern, sie spitzig schleifen. Campe. Karmarsch - Heeren³ 8, 377. vgl.gufen spitzen Maaler 228ᵇ, s. unten. nägel spitzen, vgl.:
ich sehe
gespitzte keile (bei der kreuzigung Jesu).
Ramler 2, 164.
hufeisen spitzen, schärfen. vgl. Seiler 275ᵃ. Hunziker 247, dann auch pferde spitzen: die wege seien mit eis belegt, die pferde nicht gespitzt. Gotthelf Uli d. knecht (1850) 13. kap. ebenso bergmännisch eisen spitzen, schärfen. Veith 455, in der hüttensprache Ungarns sie ausschmieden, durch schmieden, hämmern spitz machen. Jacobsson 4, 227ᵇ. von gerätschaften der steinbrecher: ein heuslein darzu (bei einem steinbruch) pawen und setzen lassen, darinnen die steinprecher iren zeug behalten, auch darinnen spitzen und ligen mugen, wo man stein do prechen wolt lassen. Tucher baumeisterb. 85, 14. pfähle spitzen: pfêl und hopfstangen spitzen. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 1102; wohl ist der bauer auch fischer, kann netze stricken und flicken, ist zimmermann, spitzt seine pfähle selbst mit der steinaxt. Vischer auch einer 1 (1900), 142; redensart: einen pfal auf dem knie spitzen, appuntare, aguzzare un palo sul ginocchio, met. far cose pericolose e nocive. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 874ᵇ. vgl.: me chönt bonestäken uffim spize, von einem geduldigen. Seiler 275ᵃ. Hunziker 247. höltzle spitzen, gufen (aciculas) spitzen, in kleinen sachen vergäbens arbeiten, aranearum telas texere. prov. Maaler 228ᵇ:
Mahujaëls frow redt in nammen ir selbs und irer kinden.
ouch gfalts mir bass, mein lieber mann,
in der statt köstlichen sitzen,
dann in den dörffern höltzle spitzen.
J. Ruff Adam u. Heva 3138 Kottinger.
neben einem unsinnlicheren ausdruck (vgl. unten c, α):
wer allzeit hinderm ofen sitzt,
und grillen und höltzlin spitzt,
und frembde landt nicht beschawt,
der ist ein aff in seiner haut.
Petri 2 (1605) Ddd 7ᵇ;
anders: manchmal wann Quadratus Gutdunckel zuͦ etwas wirden, in suo genere, darzuͦ er doch wie der esel zum sackpfeiffer geschickt, erhaben, wolt er gern, wann er wüszte nur, wo das höltzlein zu spitzen war (wie es anzufangen wäre), seinem ampt und im selbst auch gegen iederman ein ansähen machen. Kikchhof wendunm. 1, 194 Österley. vgl. spitz kriegen unter spitz, adj. 2, e. eine feder spitzen, appuntare una penna per iscrivere. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᵇ, die feder spitzen, calamum cuspidare. Steinbach 2, 631, in übertragener anwendung: dasz er (ein nadler, der in die hölle kommt) zu den notarien und schreibern geleget wirde, als leuten die da könten die feder spitzen, unnd durch spitzfinde unnd gespitzte wort manchen ehrlichen mann umb dasz seine bringen. Philander 1, 20; (viele advokaten) seyn also irrige sterne und irrwische, so nichts, als streit und uneinigkeit erwekken; die parteyen an einander hetzen; wider ihr eigen wissen und gewissen rahten, reden und schreiben; die feder spitzen; durch leges, statuta, canones, sophismata, die wahrheit unterdrukken. Butschky Pathm. 285; die feder auf jemand gespitzt haben, haver' appuntata la sua penna, il suo stile contro alcuno cioè preparatosi à far' una satira. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ; spitzen, die feder wider einen, contumeliarum aculeis pungere aliquem. Frisch 2, 304ᵃ; die feder wider jemanden spitzen, ihn schriftlich mit bittern oder lebhaften vorwürfen angreifen. Adelung ('nach einer grösztentheils veralteten figur'). einen griffel spitzen, stylum acuminare. Steinbach 2, 631. einen bleistift spitzen. Campe. und so allgemein: was stumpf worden ist, wieder spitzen, rappuntare ciò ch' è rintuzzato. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 874ᵇ. auch im weiteren sinne von schärfen, so dasz der eigentliche begriff von spitz völlig zurücktritt: 'billen', welche hauptsächlich zur bearbeitung und zum spitzen der mühlsteine gebraucht werden. Jacobi Saalb. 1, 231.
β)
anders, mit einer aus anderem stoffe bestehenden scharfen spitze versehen: die pfeyl mit beinen vornen spitzen, ausz mangel desz eysens, sagittas ossibus asperare. Maaler 381ᵇ (vgl.: solae (Fennis) in sagittis spes; quas inopia ferri ossibus asperant. Tacitus German. 46); einen stab mit eisen spitzen, baculum inspicare ferro acuto. Stieler 2063.
b)
in weiterer sinnlicher anwendung, ohne beziehung auf stechende schärfe, nach spitz, adj. 1, b, spitze 2.
α)
durch schneiden oder ähnlich, linsen spitzen, proprie cacuminare lentes, sed intelligitur de frustra laborantibus et inania sectantibus, casse tempus terere, operam neque otiosam in non necessariis rebus sumere, nugas agere, et laterem lavare. Stieler 2063, dieser erklärung gemäsz, als nichtige, kindische beschäftigung, zu einem jungen manne, dem der vater das spiel verbietet:
narr. ey, gib dich nit so bald gefangen!
wilt du bey guten leuten sitzen,
für alle kurtzweil linsen spitzen,
gleich wie ein kind bey einem jar?
H. Sachs 3, 64, 24 Keller,
in einem lügenmärchen:
ehe ich auff erd geboren was,
und ehe die mutter mein genas,
in einem landt da hört ich das,
ein esel, kuh, dieselben spitzen linsen.
Ambraser liederb. 141, 4;
anders, geiz bezeichnend (wol weil der geizige in geldsachen kleinlich ist, das geringfügige wichtig nimmt), linsen spitzen, appuntare lenti cioè esser spelorcio ed avaro. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ. in sonstigem gebrauch:
mein (eines landsknechts) kleid ist weit geschlitzet,
verbändelt und benäht,
mein bart schön scharf gespitzet,
mein hütlein schief gedreht.
Hoffmann v. Fallersleben ged.⁹ 345.
β)
allgemeiner von gegenständen, die durch menschliche thätigkeit zubereitet, hergestellt werden, meist im part. praet., das hier adjectivischer bedeutung nahe kommt (vgl. gespitzt oben theil 4, 1, 4157). von bauwerken:
vil edler gimme rîche   sint sie (säulen) gar und gar armût blôʒe,
die inner sûl gespitzet   von erden ûf gelîche.
ûf iegelîcher sitzet   ein karfunkel gar von liehte rîche
in der grœʒ als diu sûl ist unden.
jüng. Tit. 6151, 1.
ein gespitztes dach, tetto appuntato, accomignolato. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ; ein gespitzter thurn, kirchenthurn, campagnile in punto ò à tetto puntuto. ebenda. von stücken der rüstung und kleidung:
an sînen handen nam ich war
zweier ketenhantschuoch guot.
für gespitzet was sîn huot;
dâ was îsen în vernæt.
Seifr. Helbling 1, 324;
gspitzte schuəh. Schm.² 2, 694. in besonderem sinne, nach spitze 2, a, γ gespitzt, mit spitzen besetzt (vgl. b): ein gespitzter kragen, collare à merli. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) 874ᶜ; gespitzete däzlein, hemdmanschetten. quelle bei Schm.² 2, 694. von anderen gegenständen:
künstlicher schmiedegesell
reich' uns was anders vor!
reich' uns ein ehern rohr,
zierlich zum mund gespitzt (ein musikinstrument).
Göthe 40, 386;
seemännisch ein tau spitzen, spitz machen (vgl. spitz, adj. 4, a). Bobrik 650ᵇ. deutlich der unter a, β erwähnten gebrauchsart entsprechend: ein pfeifenrohr spitzen, mit einer spitze versehen.
γ)
in besonderer art auf natürlich gewordenes bezogen.
αα)
auf die feste form gehend, in verbalem sinne nur denkbar, soweit gott oder die natur als subject erscheinen, gedacht werden, bezeugt nur im part. praet., das in adjectivische bedeutung verläuft. vgl. β: daʒ krût ist lenger und gespitzet. quelle im mhd. wb. 2, 2, 515ᵇ;
sein hâr schier ervalwet was.
und gespitzet diu nas.
Tundalus 44, 1;
nun pin ich (Lucifer) laider worden schwarz und gelbe,
rauch, hürnein, scheuzlich, ungestalt, mein krumpe nas ist lange,
mein weiter giel ist fewres vol,
mein weite augen rot, mein or gespitzt.
der helle krieg 4 (Germ. 6, 297).
an sich könnte dieser gebrauch auch intransitiv erklärt werden, doch ist sonst intransitive anwendung des verbs wahrscheinlich erst sekundär entwickelt. vgl. unten III.
ββ)
auf bewegung von theilen des körpers gehend. den mund (das maul) spitzen, durch vorschieben und zusammenziehen der lippen, so beim verstohlenen lächeln:
ein cleyn die jungfraw smirt
mit halbgespitztem mund.
d. sleigertüchlin bei Altswert 249, 1;
zum reden: ich hatte schon das maul gespitzt, und wollte sagen: Hans, kennet ihr mich nicht mehr. Schuppius 114;
paszt auf, er (ein knabe) spitzt den mund!
gewisz, er thut
uns seinen letzten kirschendiebstahl kund
und strahlt von muth.
Hebbel 7 (1891), 32;
beim pfeifen: nur als gegen abend der lehrjunge leise vor sich hin zu pfeifen anfing, fuhr er wie ein besessener auf ihn los und schimpfte ihn eine herzlose kröte, dasz er heute das maul spitzen und den jungfernkranz pfeifen könne. Heyse kinder d. welt 2 (1890), 24; sprichwörtlich: mund spitzen thuts nicht allein, es musz auch gepfiffen sein. unmutig:
ihr habt ganz recht; doch wir hier sitzen
so öffentlich, ich sah schon spitzen
die mäuler manchen rittersknecht,
der diskurs ist mir nicht ganz recht.
Tieck 1, 344.
zum kusse:
ich schlang den arm um ihren leib
und bat um einen kusz;
sie spitzte schon den rosenmund.
Körner 2, 134.
vor erwartung: ich will dir die bärenhaut da geben. der jud risz die augen angelweit auf, und spitzte das mäule, und redete gar freundlich, und sagte: na, was mag sie wohl werth seyn? Aurbacher volksb. 1, 242;
sie (alte jungfern) kamen schon zu spät
in diesem jammerleben,
und werden, wie die sage geht,
auch dort nicht viel erheben.
sie haben 's maul umsonst gespizt!
Schiller 1, 348.
mit näherer adverbialer bestimmung: ich sah manchen, der in hoffnung auf ein saftiges pfand (einen kusz) sein mäulchen spitzte, und seine glieder reckte. Göthe 16, 35:
zur linken spitzt mit gezierter anmuth den mund
prinzessin Schatulliöse, die keusche.
Wieland 4, 10 (n. Amad. 1, 11);
das maul spitzen im essen, per vezzo, it. per affettatione di temperanza, it. per delicatezza non trovando il cibo buono ò non stagionato à suo gusto. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ; bei, zu etwas: das maul spitzen zum pfeiffen. ebenda. Frisch 2, 304ᵃ; den mund zum pfeiffen spitzen. Adelung; indem Menippus, wie es schien, den mund zu einer neuen frage spitzte. Wieland 28, 330 (lustreise ins Elys. schlusz);
sieh, wie dort ein kleiner Amor
auf dem myrthenbäumchen sitzt,
lauschend nach den schönen siehet,
und den mund zum pfeifen spitzt.
Gleim 1, 259;
auf etwas, in erwartung:
wer weisz, wie viel bereits in stillen flammen schwitzen,
und schon auf deinen kusz die lüstern mäuler spitzen?
Günther 764;
ihr lacht und spitzt den mund auf küsse.
Hagedorn 3, 101;
mit kühner verknüpfung eines zweiten objectes:
ich hab auf diese fasznachts-zeit
so lange mich daher gefreut,
ich hab gespitzt mein maul, mein bauch
auf gut pfannkuch', gut kreplein auch.
Opel-Cohn 30jähr. krieg 116, 123;
heute lieber in diesem sinne den mund nach etwas spitzen. vgl. weiter: ə ̃ gspitzts mäulə-l machə. Schm.² 2, 694. entsprechend auch die lippen spitzen:
itzt schleicht sie (Diana) leis' hinzu,
bleibt unentschlossen vor ihm (Endymion) stehen,
entschliesst sich, bückt sich sanft auf seine wangen hin,
die, rosen gleich, in süsser röthe glühn,
und spitzt die lippen schon.
Wieland 10, 153 (Diana u. Endym. 361);
d'rum versucht sie's, sich zu bücken (nach einem kirschenstrausze),
doch die kluft ist gar zu weit,
und sie spitzt umsonst die lippen
nach der würz'gen süszigkeit.
Hebbel 8 (1891), 24.
die ohren (das ohr) spitzen, arrigere aures. Stieler 2063. Steinbach 2, 631. Frisch 2, 304ᵃ. Adelung, eigentlich von thieren, die die ohren spitz aufrichten, besonders wenn sie horchen: der fuchs spitzete beide ohren. eselkönig 102; fähig auch den leisen schritt wandelnder schatten zu hören, horcht er (Cerberus) mit gespitzten ohren auf das geräusche nahender füsse. Lessing 4, 237;
daʒ (das 'mülrossel', der esel) ist der art und hât den muot,
swenn eʒ den wolf von verren smect,
eʒ boumt sich ûf unde rect
und sleht ûf hinden unde vorn
houwund mit gespizten ôrn.
Ottokar 14788 Seemüller;
eine glühende magd streift mit blutgierigen fäusten
einem hasen das fell voll grausamkeit über die ohren.
ach! er wird sie nicht mehr am blumichten abhang spitzen.
Zachariä Phaet. 1, 65;
die (gemsen) stellen klug, wo sie zur weide gehn,
'ne vorhut aus, die spitzt das ohr und warnet
mit heller pfeife, wenn der jäger naht.
Schiller Tell 1, 1;
als Rachs (ein pferd) die gewalt des drachen sah,
wie den fürsten er drängte da,
spitzt' er das ohr und kam heran.
Rückert Firdosi 1, 335.
vgl.:
niemand hört sie, doch sie (die kunstfigur, die ein 'mäuschen von natur' ist) hört,
wenn ein blumenblatt sich kehrt,
wenn ein holzwurm leise pickt,
das figürchen um sich blickt,
spitzt die öhrchen und erschrickt.
Brentano 5, 130.
dann auch auf personen übertragen, gespannte aufmerksamkeit zu bezeichnen, die oren spitzen, das gemüt auffrichten und eigentlich losen, erigere mentes auresque et attendere. Maaler 381ᵇ (vgl. die oren spitzen, eigentlich aufmercken, aures arrigere. 313ᵇ), die ohren spitzen, ascoltare diligimente. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) 874ᶜ, aufmerksam zuhören Adelung, ebenso nd. brem. wb. 4, 957. Dähnert 449ᵃ. ten Doornkaat Koolman 3, 280ᵃ. Bauer-Collitz 97ᵇ, bisweilen mit verdeutlichung des ursprungs der wendung durch einen vergleichenden zusatz: als ich dieses gesagt und meiner mutter sprach nach zimlich schweitzerisch geredet, ... Springinsfeld aber solches mit angehöret, als welcher die ohren wie ein alter wolff spitzte. Simpl. 3, 164, 26 Kurz; wenigstens hört' ich sie oft vom Neufunden Land, Carolina, Pensylvani und Virgini sprechen, ein andermal überhaupt von einer flucht, vom auszug aus Babel, von den reisekosten und dergleichen. da spitzt' ich die ohren wie ein haas. Bräker 37 Reclam. aber auch ganz allgemein ohne solchen zusatz: Lewfrid sasz an sein gewonliche statt under die rosen hurst, fing an mit gar frölicher stim zuͦ singen, des nam Angliana bald war, spitzet die oren, hort jren lieben jüngling mit freüden zuͦ. Wickram goldf. E 4ᵇ; jetzund spitzet die ohren. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ; ey lieber (vater), warum wollen sie diese lehre aufschieben: tragen sie mir solche ehender heute als morgen vor, ich will unter meinem spiel-werck die ohren spitzen. Göthe 38, 213, 18 Weim. ausg. (labores juveniles III); da spitzten die verdorbenen hauswirthe, die lungerer und müsziggänger das ohr (als sie hörten, wie Rübezahl einem geholfen hatte). Musäus volksm. 1, 43 Hempel; wobei der volle tisch (die daran sitzenden leute) das ohr spitzte, wenn er, sobald der magen befriedigt war, anfing seine abenteuer auszuleeren. 128; alle edlen frauen des hofes spitzten das ohr (um eine wichtige antwort zu hören). 3, 48; da spitzte mein schlechter nachbar die ohren, — die lohnverheiszung gab seiner gier die sporen. Rückert 11 (1882), 338;
ruck(t) stül und penk als auf ein ort,
und, das dest pas werd zugehort,
so stet darauf und spitzt die oren
und seit still hinden, neben und foren.
fastn. sp. 1, 15 Keller;
st. st. sie spitzt das ohr. was neues aufs tapet:
dort kommt ein schwartzer pfau in bunter majestät (ein galan),
und drechselt aug und fusz: bon jour ma precieuse!
Günther 457;
so bücke dich und spitz' die ohren,
denn zweymahl hörst du's nicht von mir.
Wieland 4, 301 (n. Amad. 5, anm. 2);
der (Paris) wird die ohren spitzen,
wenn er erfährt was unsre absicht ist.
10, 171 (urth. d. Paris);
nun spitz' die ohren, edler knecht!
merk' jedes wort und fass' es recht.
18, 375 (der vogelsang);
ich (ein mädchen) stehe von ferne
und spitze die ohren,
doch hab ich schon manches
der worte verloren.
Göthe 57, 271;
freier, zur bezeichnung von gehorsam, willfährigkeit:
die treuesten provinzen
des eig'nen reichs bereit, das ohr zu spitzen,
anstatt die faust zu ballen.
Hebbel 6 (1891), 67;
in bezug auf geschriebenes, gedrucktes: er versprach etwas zu beweisen, wobey wir alle die ohren spitzten, und currente calamo bewies er etwas, was keines beweises braucht. Lessing 6, 246. mit horchen verbunden: die ohren fleissig spitzen und horchen. Kirchhof milit. discipl. 145;
dort spitzt ein voller tisch das ohr,
und horcht, wie nachbars Hanns erzehle.
Günther 129.
mit zu und inf. eines verbs, das geistiges erfassen bezeichnet: weszwegen dann alle anwesende die ohren spitzeten, zuvernehmen, was er neues brächte oder vor ein wildprät gefangen hätte. Simpl. 2, 142, 25 Kurz. im anschlusz daran mit unmittelbar folgendem abhängigem satz: ein ieder spitzte die ohren mit verwunderung, wo diese ungesegnete reden ... hinaus wolten. polit. maulaffe 212. die ohren spitzen bei etwas. Lessing 6, 246 (s. oben); zu etwas: der rath spitzte zu diesem nachdencklichen ansinnen gewaltig die ohren. Lohenstein Arminius 1, 367ᵃ; nach etwas: die jhr nach garstigen fablen, nach erdichteten zeitungen, nach erlogenen aufschneidereyen die ohren spitzet. Philander 1, 579; auf etwas: die oren auff einen ton spitzen, sonitum aure admota captare. Maaler 381ᵇ; auf einen:
sag jn von alten Römerkriegen,
(und leug dasz sich die balcken biegen) ...
so werden sie dann schweigend sitzen,
die weiten oren auff dich spitzen.
Scheidt Grob. 4616 neudr.
frei mit von ohr abhängigem gen.: ich wollt' ich hätte sie (eine zeichnung) da, und säh' es, wie mein liebling mit den unterbundenen sehnerven auf ihr zugleich das gegen die innere welt gerichtete auge des traumes und das gegen die äuszere welt gespitzte ohr der aufmerksamkeit anstrengt. J. Paul Tit. 1, 12. in diesen zusammenhang gehört auch die verbindung die augen spitzen, die ausgeht von der physiologisch berechtigten vorstellung eines hervortretens der augen bei weiterem öffnen der lider: und ist daʒ im (einem kranken) diu ougen in dem houbete gespitzet sint, daʒ ist ein zeichen, daʒ er sterben wil. Berthold v. Regensburg 1, 509, 34; auch mit adverbialer bestimmung der richtung, bei unmutigem, zornigem, feindseligem blick:
swelh man vor sich des grimmen fleiʒʒet,
daʒ er den muot zesammen peiʒʒet,
und hin und her augen spitzet,
swâ er gêt, stêt oder sitzet,
hât er gen got süeʒe minne,
vürwâr sô triegent mich mîn sinne.
renner 4551;
sîn gesinde mit sorgen vor im sitzet,
swenn er die augen gen in spitzet.
5280;
sô herre und frauwe zornig sitzen
und die augen gen in spitzen.
5288;
des nîdes gesinde siht man slîchen,
bî den strâʒen, ûf den stîgen, ...
augen spitzen, zene wetzen.
14124;
die enorme peitsche zuckt ihm auch in der hand als wär sie zusammengewachsen mit ihr! und wie kann er die kleinen augen spitzen, immer auf mich! Grabbe 4 (1874), 54; begehrlich: die man hin zuo den frouwen unde die frouwen hin zuo den mannen, jâ spitzent sie diu ougen dar rehte sam sie solicheʒ ie mêr gesæhen. Berthold v. Regensburg 1, 514, 15; forschend: ich höre, dasz der verdächtige mensch sich auf sie berufen hat, fuhr Bartusch mit scharf gespitztem auge fort. Gutzkow ritter v. geiste 2, 88. die finger spitzen, so zusammenlegen, dasz sie eine spitze figur bilden (daumen und zeigefinger), beim zufassen:
spitzt die finger und packt sie (die flöhe) fein!
Göthe 12, 112;
die fingerlein spitzen, wann man die arbeit angreiffen, und etwas thun soll, appuntare, assottigliare le dita, quando si hà da metter mano à lavorare, ò a (fare) qualche cosa, cioè esser delicato e neghitoso. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᵇ. die füsze spitzen, beim gehen auf den fuszspitzen und tanzen: als nun die mutter lange genug fröhlich auf gespitzten füszen herumgeschlichen war, um ihn nicht ... zu stören. J. Paul Fixl. 75;
ach, feins mein lieb, nun spitz die füsz,
wohl auf mit mir zum tanze!
wunderhorn 2, 353 Boxberger.
die nase spitzen, bei überlegen kritischem ausdruck, wol weil dabei die mundwinkel herabgezogen werden, wodurch die nase spitzer erscheint:
der herr der macht' ihr (dem mädchen) ein compliment,
thät' gegen ihr über sitzen.
er spitzt die nase, er sturt sie an,
betracht sie herüber, hinüber.
Göthe 2, 194.
c)
in übertragener, an spitz, adj. 2 anknüpfender anwendung.
α)
in bezug auf sinnliches vermögen wie scharf anspannen, richten, vom gesicht (vgl. die augen spitzen unter b): sie hett jr gesicht stäts auff den Florentem gespitzt. Octavian R 3, wie schärfen, reger machen in anderer anwendung: die essenslust spitzen, aguzzare, appuntare l'appetito ò il gusta. Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 874ᶜ. ähnlich in bezug auf geistiges vermögen, eigenartig mit einem sinnlichen object verknüpft:
ein iunchman hôch gemuot,
der freunde liep hât und guot,
und ûf einem starken rosse sitzet,
sporn und herz und alle sîn gedank spitzet,
wie er der werlde wol gevalle.
renner 11577.
den sinn, die sinne spitzen:
die Fasnacht wil uns sein ie nit vertragen
und wil, das wir unser sinn zu sammen spitzen
und ir ain entlich recht besitzen.
fastn. sp. 624, 6 Keller;
do sprach der wirdig ritter: 'keyser, spicz nu din sin eben und erdenck nun vil martter! die wil ich mit grossen freuden liden durch den gemintten namen mines herren Jhesu Cristi.' d. volksbücher 300, 33 Bachmann-Singer; dar umb im (dem sultan) gedachte er (Melchisedech) antwürt geben müst do durch er weder verdacht noch in seinen worten möcht gefangen wern, allen dreien geseczen ein genügen tuͦn müste pald sein weise sinne gespiczet het dem soldan antwürt und sprach. Bocc. 33, 37 Keller; mit einem andern wort als object verknüpft: die fraw die von grosser lieb wegen ire synne und rate gespiczet hette, dem man antwort und sprache. 425, 31; passivisch mit zurücktreten der vorstellung des willkürlichen, so dasz sich das part. adjectivischer bedeutung nähert:
ich pfleg im widerspiel bei follen schwärmereyen
so grosser witz und kunst mich willig zu verzeihen;
verspühr, so bald der kopf im strudel sich erhitzt,
dasz meine sinne nicht, wie etwan for, gespitzt.
Rompler 80;
mit ergänzendem syntactisch abhängigen zusatz:
ei wie ist doch mein sinn so übel noch gespitzet,
disz unermäszlich thun, disz unbegreiflich werk
genugsam zu verstehn!
3.
ähnlich: den verstand spitzen, assottigliare, appuntare l'ingegno. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ;
ich musz mein list gar eben spitzen,
das mir der vogel thu auff sitzen,
den ich vor gar verschewet hab.
da kumbt gleich der einfeltig knab.
H. Sachs fastn. sp. 2, 124, 235 Götze;
in gleicher art noch in neuerer sprache, mit einem ergänzenden zusatz der richtung: ihre einbildungskraft, die einmal auf gewisse dinge gespitzt war, wiederholte oft in träumen die vorige erscheinung. Klinger 3, 107; mit einem modalen zusatz, tadelnd, vgl. spitz 2, b: nicht die klugheit der andern, seine eigne zu künstlich gespitzte verdirbt ihn. Ludwig 4 (1891), 25. entsprechend auch, sinnlicher gewendet, in älterer sprache den kopf spitzen: gefahr spitzt den kopff, und harnischt das hertze. Butschky Pathm. 255 ; ähnlich das hirn spitzen. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ.
β)
im anschlusz daran wird das part. gespitzt auch unmittelbar auf personen bezogen im sinne von ausgebildet, geschult:
dann suchten sie besseren künstler, in Mammons
staatskunst feiner gespitzt!
Sonnenberg bei Campe.
näher an III, 2 rührend, durch ausbildung fähig, mit erfolg seine aufmerksamkeit auf etwas zu richten, sich damit zu befassen: ein weib, das nicht auf alle dinge der nahrung und haushaltung so abgeecket und gespitzet ist. Scriver seelensch. 2, 250.
γ)
auf worte bezogen mit dem sinne: sie treffend wählen oder gestalten:
manic man nimet sich rîmens an,
der sîn doch gar lützel kan,
er kan vîl lîhte ein wörtlîn spitzen,
wie aber eʒ stên schül oder sitzen
in einem rîme, des weiʒ er niht.
renner 17774;
so oder nach ε: das etliche kranken in den brennenden fiebern .. so ihre worte und reden zu spitzen gewuszt haben. Horscht geheimn. d. natur (1572), 2, S 6ᵃ. auch noch in neuerer sprache: wenn es ein kennerlob zu spitzen gilt, das halt nicht eines jeden sache ist. Mörike erz. (1878) 349. ähnlich von handlungen, angelegenheiten, sie so gestalten, dasz man damit zum erwünschten ziele kommt: dieweil nun dy geistlichen dy steur also heten abgeschlagen, wie gehört, west man nit, wie man die sach wol solt spizen, und fand disen fundt, das man dy ganz stat zwifach steuret. d. städtechron. 15, 42, 14 (Regensburg, von 1521). in verwandter art passivisch:
(ich) kann mich auch nicht mehr schicken drein,
was das soll für ein könig sein.
sag nur behend, wies sei gespitzt.
Opel-Cohn 30 jähr. krieg 115, 86.
mit adverbialem zusatz der richtung: alle de reden weren darup gespisset, dat men de borger wolde averreden, dat etc. quelle bei Schiller-Lübben 4, 332ᵃ;
dasz niemand übrig sey, der irgend was besitzt,
darauf wird seine (des kriegs) macht verwandt, sein rath gespitzt.
Ramlers Logau 2 (1791), 584.
δ)
auch: eine sache, einen satz spitzen, sie feiner, spitzfindiger einrichten, abfassen. Campe.
ε)
in verbindung mit gleichartigen objecten ferner ein gestalten, fügen, richten in der absicht, einen andern empfindlich zu treffen, bezeichnend: dis artikel spitzet und spreitet der egenant dechen eine ganze stund so mit schwerer klag uss, dass vil murmleten, si wärid nit zuͦ verantworten. Anshelm Berner chron. 4, 474, 13; vielleicht auch so in folgender stelle:
man lispelt leichte liedchen, man spitzt manch sinngedicht,
man höhnt die holden frauen, des alten liedes licht.
Uhland (1864) 357.
mit folgendem inhaltssatz, wie höhnisch äuszern: und sollike finantzie makeden se by hertoch Barnims gemahle noch vele hoger, und spitzeden dat, dat dar eine Markische scholde int land khamen. quelle bei Schiller-Lübben 4, 333ᵇ. mit bezeichnung der person, gegen die sich die äuszerung richtet, durch eine adverbiale verbindung, in archaisierender sprache: hatte mich also hiegegen und, so ich nicht hinaus wollte über mein gestecktes masz, überdem wider allerart flosculn zu wehren, welche gegen mich gespitzet wurden. Storm sämtl. werke 3 (1899), 230; ähnlich, mit dat. der person: und weil derselbe ungelegen im fragen; so ist ihme auch die antwort billich zu spizzen. Butschky kanzl. 345. im part. pass., das sich adjectivischer bedeutung nähert (vgl. oben α): so blieb ihre gespitzte antwort unbeantwortet. Tieck nov. (1823) 4, 20;
greiff seine sitten mit gespitzten reden an.
Scherffer Grob. 20.
ζ)
in bezug auf geistiges, das einen knappen, prägnanten ausdruck findet, mit unpersönlichem subject: hier (bei dem sprichwort) spitzt reflexion die erfahrung zu einem abstracten satze. Pichler allerlei gesch. aus Tirol (1897) 1, 12.
2)
der sinn schlägt dann auch um in den entgegengesetzten: der spitze, spitzen berauben, so dasz es gleichbedeutend wird mit dem bei Stieler verzeichneten (auch mhd.) entspitzen, s. dies oben theil 3, 628. vgl. köpfen 1 und 2 oben theil 5, 1773. besonders in bestimmten technischen verwendungen.
a)
spitzen, einem die finger, 'durch den henker abkürzen lassen.' Württemb. waldordnung an. 1588 bei Frisch 2, 304ᵃ.
b)
baum ablauben, spitzen, abschneiden, arbores attondere, intercidere, decacuminare. Henisch 217, 30.
c)
'bey den müllern wird der rocken und weitzen zuweilen gespitzet, wenn man nur die spitzen von den körnern abstoszen lässet, welches besonders bey dem weitzen, wenn er den spitzbrand hat, vermittelst des spitzbeutels geschiehet.' Adelung.
d)
'die huthmacher spitzen das haar an den hasenfellen, wenn sie die spitzen der groben haare mit einer scheere abschneiden, damit sie nicht länger sind, als die feinen.' ebenda.
e)
das haar, den bart spitzen, bei friseuren, die spitzen der haare abschneiden.
3)
die bedeutung: mit etwas spitzigem stechen, die mundartlich in sinnlicher anwendung lebendig zu sein scheint. Schm.² 2, 694. Schöpf 690, kann als grundlegend angenommen werden für das unsinnliche einen spitzen, ihn mit anzüglichen worten necken. Anton 4, 12. vgl. oben c, ε und unten III, 3: er ward auch von der Elise und Argenis ein wenig gespitzet, dasz er uber den fischer-schiffen sich so behertzt zur schlacht bereitet hette. Opitz Argenis 2, 349.
4)
mit spitzem munde, schlürfend austrinken: will diesz mit verstand trinken, spitzen, suckeln, tröpfchen für tröpfchen, bis du fertig bist. F. Müller 1, 171.
II.
reflexiv.
1)
mit unpersönlichem subject, spitz werden, sein.
a)
persönlichem gebrauche nahe, von bewegten theilen des körpers: aus diesen sich spitzenden lippen, diesen halbgebrochenen augen vernehme ich, dass dieses herz den wahren genuss des lebens nicht kennt, dass es schmachtet, ihn kennen zu lernen! Klinger 10, 118;
und o! wie spitzt sich einst des Pastorfidos kinn,
wenn zu den väterlichen linden
die zeit zurück ihn führt, die holde schäferin,
auf deren schwur und treuen sinn
er seines lebens glück versichert war zu gründen,
in eines andern arm zu finden!
Wieland 9, 210 (die erste liebe).
freier, von der geberde:
ich klimm' zum berg und schau' zur niedern erde,
ich klimm' hinab und schau' die berge an,
süsz-melancholisch spitzt sich die geberde
und gift'ge weltverachtung ficht mich an.
Eichendorff 1 (1864), 342.
b)
früher schon in anderartigem gebrauche bezeugt, auf wachsthum und dauernde form gehend:
wan daʒ vorhoubet vorn
daʒ het sich ûʒ als ein horn
gespitzet unde hôch erbolt.
krone 19647;
der weissen rose gleicht der offnen blätter ründe (an der kirschblüte),
da ich in selbiger zu gleicher zeit
in zierlicher vollkommenheit
die mitte sternen-förmig finde,
indem fünf blätterchen, die unten sitzen,
sich in ein grünlich's fünf-eck spitzen.
Brockes 1 (1739), 53;
wo sich der obre theil ihres halms gemählich spitzet.
6 (1739), 64;
kein taxus spitzt sich vor schlössern.
E. v. Kleist frühling 141;
so bald das eher sich gespitzet, müssen die stachlichten speltzen, wie stacketen sich in die runde umbher machen, damit die körnlein von dem raub der vogel geschützet bleiben. Meyfart himml. Jerus. (1630) 2, 47. aber nicht nur in beziehung auf organisches: die insul ... höcht und spitzt sich in irer lengi in dem mittel in eines büchels (bühels) weise. Gallus Oheim chron. v. Reichenau 25, 22.
c)
unsinnlich in trennbarer zusammensetzung mit zu: eine sache, ein konflikt spitzt sich zu, vgl. zuspitzen unten.
2)
von lebewesen, zumal von personen, wol von der vorstellung eines ausstreckens des körpers oder eines körpertheils (vgl. oben I, 1, b, γ) aus, in älterer sprache anscheinend wie sich hervorthun wollen, bemerkbar, wichtig machen:
ich weiʒ wol, heten sie (priester) got vor augen
ûʒʒen vor der werlde und innen taugen,
man begonde si vil mêre entsitzen,
denn sust, swie sêre si sich spitzen.
renner 16615;
mit adverbialem zusatz:
ein yede (frau) thuot sich fürhar spitzen,
für ander wil sy gsehen sin.
trag. Joh. J 1;
vgl.:
ich mains die uppigen wib,
die da zierend iren lib
und sich gen der welt tuond uf mützen,
mit red und geberd spitzen
und mit den ougen tuond an zwieren
und mit dem mund tuond smieren.
des teufels netz 13506.
hier handelt es sich um ein begehrliches benehmen. das tritt noch deutlicher in der folgenden stelle hervor, wo durch die adverbiale bestimmung die vorstellung eines ausstreckens des körpers nach dem begehrten gegenstand erweckt wird:
wan das wip tuot iren lib uf mützen,
so tuot der man sich hinwider spitzen
als der fuchs gen dem huon.
2257.
in gleicher syntactischer fügung blasser:
dâ er bî sîner frouwen sitzet
und sich gen ir minne spitzet
mit hoflichen gebârn.
Ottokar 62064 Seemüller.
ebenso mit zuo verbunden:
ei, bischôf Ruodolf,
daʒ der freidic wolf,
der dâ geboren wart
von sô biurischer art,
sich ie darzuo getorst spiczen (lesart, im text: gespitzen),
daʒ er solde besitzen
dîn êr und dîne stat,
des wær wol gewesen rât.
38454;
entsprechend noch nd.: sikk to ene maltied spitzen, mit vielem appetit daran denken. Dähnert 449ᵇ. bis in die heutige zeit hat sich hd. die wendung erhalten sich worauf spitzen, sperare, suspenso animo expectare aliquid. Stieler 2064, sich auf etwas spitzen, appuntarsi à qualche cosa, farvi disegno sopra. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 874ᶜ, sich auf etwas gefaszt halten. Frisch 2, 304ᵃ, sich hoffnung auf oder zu etwas machen. Adelung, von diesem als der 'vertraulichen sprechart' angehörig bezeichnet, auch heute noch am gebräuchlichsten in der täglichen umgangssprache, mundartlich weit verbreitet. Schm.² 2, 694. Schöpf 690 (tirol. auch mit verbreiterung des stammvocals, wol über spetzen: sich auf etwas spatzen, spatzgen [g = j? vgl. aarg. spīzgere unter III, 2] 684. vgl. spatzen 3 oben sp. 2007, spetzeln für spitzeln, spetz für spitz, vielleicht unter anlehnung an spatz, passer, gleichsam wie ein hungriger junger spatz). Anton 13, 4. Hertel thür. sprachsch. 231. Albrecht 214ᵇ, ebenso nd. sik up ene sake spitzen, sich starke hoffnung darauf machen. brem. wb. 4, 956. Danneil 204ᵃ. ten Doornkaat Koolman 3, 280ᵃ, etwas erwarten Bauer-Collitz 97ᵇ, sich darauf gefaszt machen Woeste 250ᵇ, auch sich erspitzen (nach Adelung in Preuszen) und sich verspitzen (nach Adelung in Schlesien. vgl. Steinbach 2, 631), s. diese, von Frisch 2, 304ᵃ unter hinweis auf alten beleg für sich erspitzen (s. dies oben theil 3, 988. er fügt sich zu dem oben erwähnten alten gebrauche von sich spitzen) erklärt als sich schon auf etwas schmücken und zieren, von Adelung wol richtig in zusammenhang gebracht mit den unter I, 1, b, γ erwähnten wendungen den mund, die ohren spitzen, wozu auch auf treten kann. vgl. weiter die augen spitzen (auf) unter I, 1, b, γ, den sinn spitzen (auf) unter I, 1, c, α. lehrreich für das verständnis der bedeutungsentwicklung ist auch eine oben theil 3, 988 verglichene stelle Cicero Att. 2, 7, wo se acuere ad aliquid in gleicher art gebraucht erscheint:
darauf er sich gespitzet het,
das ist dem Tetzel worden.
Liliencron hist. volksl. nr. 123ᵇ, 20 (Nürnberg, v. 1469);
eyn narr ist, wer sich dar uff spytzt
das er eyns andern erb besytz.
Brant narrensch. 94, 1 Zarncke;
dieweil uns ist fürkommen von fern,
dasz sich etliche landsherrn
gespitzet haben auff die wahl,
wann wir mit todt abgiengen einmal.
Ayrer 813, 1 Keller;
spitze dich auff beszre tage,
deine lieb ist noch zu jung.
Weise kuriöse gedanken v. deutschen versen (1692) 413;
auf Rabeners tod,
als nach welchem erst seine übrigen schriften an das licht kommen sollten.
der steuerrath tritt ab, dem satyr platz zu machen;
es weine, wer da will; ich spitze mich auf lachen.
Lessing 1, 196;
du darffst dich nicht auff vil honig spitzen. pflanzbüchlein d. lustgärten (1581) 64; dieweil nun unser herr obrister das ufgesetzte praemium selbst gewonnen, so hat sich unser keiner auf dasselbe zu spitzen. Philander (Leiden 1647) 6, 190; viel hatten sich gespitzet auf die güter und einkommen der bischoffe, welche hernach die independenten zu sich gezogen. A. Gryphius 1 (1698), 354; dahero mogte ihn mein obrister nicht allein gerne leiden, sondern er war auch bedacht, ihn von seinem capitain losz zu handeln und zu seinem regimentssecretario zu machen, auf welche stelle obgemelter sein schreiber sich auch spitzete. Simpl. 1, 194, 12 Kurz; Hartman. dieses will ich auch in deinem weichen bette und warmen schosse thun. Catharina. spitzet euch nur darauf. man leget keinen esel in die wiege. kunst über alle künste 76, 14 Köhler; er spitzet sich trefflich auf beute, spe et opione praedam devorat. Stieler 2064; spitze dich nicht drauf, ne te spes hujus rei teneat. ebenda; sich auf ein erb, gut spitzen, far disegno sopra qualche heredità, podere. Kramer deutsch-it. dict. 2 (1702), 874ᶜ; ich hatte mich heütte auff ein paquet von ma tante gespitzt, aber nichts bekommen. Elisabeth-Charlotte 3, 234 (nr. 514); wie er und sie (bruder und schwester in der kindheit) mit zugedrückten augen und zwischen den brustwehr-schenkeln des vaters auf das blenden des kommenden talglichts sich spitzten. J. Paul unsichtb. loge 3, 126; zum glücke fiel es ihm ein, dasz der pfarrer auf räuchopfer und räuchfässer (d. h. auf anerkennung, lob) sich spitze. Hesp. 1, 103; auf die beschreibung spitz' ich mich gewissermaszen! 190; ich hab' es gethan, weil der arme poet sich darauf spitzte. aus des teufels pap. 2, 78; auf etwas neues, sonderliches kann er sich nicht spitzen. biogr. belust. 1, 179; daher wird mir's niemand verdenken, dasz ich mir meine vorredner und beschlüsse — denn ich spitze mich darauf vom titelblatt an — für besondere tage aufspare. jubelsen. 184; zumal da sie gewisz auf ähnliche benefize wie die belgischen planspiegel sich spitzen. komet 3, 139; blos zur erinnerung an die unvollkommenheit alles irdischen mischt sich der kleine verdrusz darunter, dasz heute abend jeder braten, nur kein rehbraten, auf den du dich doch gerade gespitzt hattest, auf der speisekarte paradirt. Hebbel 9 (1891), 98; das hat der teufel uns verpurret! hatte mich leblang darauf gespitzet, einmal eine richtige hex so in der flammen singen zu hören! Storm sämtl. werke 3 (1899), 271; ich hatte mich auf einen brief von ihnen gespitzt. Bismarck gedanken und erinnerungen 1, 251. auch mit acc. der person: unterdessen hat sich doch schon Valer auf sie (Juliane, gehofft sie besitzen, heiraten zu können) gespitzt. Lessing 1, 236; Lindpeindler hatte mit dem feuerwerker und der kammerjungfer, welche durch die erwachte neigung Devillier's für Mitidika sehr gekränkt worden war, denn sie spitzte sich selbst auf ihn, noch eine viertelstunde (wegs) nach dem edelhof. Brentano 4, 265. vgl. dazu: zweitens spitzte dieser (Gustav) sich auf eine breite binde über einem breiten halstuch und dergleichen schürze, welches alles noch dazu so blütenweisz war wie er und am schönsten leibe in der ganzen pfarrei sasz — an Reginens ihrem, welche darin sich auf das zweite kommunizieren vorbereitete. J. Paul unsichtb. loge 1, 140. von thieren:
die geyer spitzten sich auf ihn (Christus) an Kidroms bach.
Lohenstein geistl. gedancken 85, 1573;
er vermied so ängstlich falsche erwartungen in seinem seidenpudelspitz zu erregen, dasz er, da derselbe von allem eszbaren sein bröckchen-fleischzehend erhob, ihn an ungenieszbaren sachen z. b. obst, das er asz, riechen liesz, damit sich Spitz auf nichts vergeblich spitzte. J. Paul leb. Fibels 193. sich auf etwas freuen und spitzen: was gutes (wenn es eines ist) aus einem erzogenen mädchen werden kann, ist höchstens eine frau, welche an demselben tage nach einigen erhaltenen, und nach einigen gegebenen besuchen sich darauf im schauspielhause noch auf einige karten und tänze freuet und spitzet. Levana 1, 102. ebenso ohne adverbiale bestimmung:
wenig pfannkuchn und schweinern bratn
dies jahr aus unsers königs küch
wir fressen werdn: spitz dich nur nicht.
Opel-Cohn 30jähr. krieg 113, 47;
je ärger ich mich spitze,
je weniger wird mir auch
der freude selber nütze.
Weise überfl. gedancken (1701) 52.
3)
mit adverbialem zusatz wie sich wenden gegen, feindlich, wo die vorstellung eines kampfes mit scharfer waffe durchschimmert, mnd.: de yunge geselle sprongede eͤne mit macht an, de hefft sick ock an my gespisset unde vorbracht X. Hebr. quelle bei Schiller-Lübben 4, 332ᵃ.
III.
intransitiv, wol kaum eine besondere wortbildung voraussetzend, vielmehr wahrscheinlich erst von 1 und 2 aus entwickelt.
1)
spitz werden, sein, in sinnlicher anwendung, im anschlusz an passivisch-adjectivischen gebrauch von gespitzt (s. oben I, 1, b, γ) sich leicht ergebend, nach spitz, adj. 1, b, vgl. auch 3, a: wen ome (dem kranken) de nase vaste spisset unde etc. (so ist er dem tode verfallen). quelle bei Schiller-Lübben 4, 332ᵃ; in dichterischer sprache:
oberhalb hüpfte der berg mit ebnen terrassen von auen
wie mit stufen, an überwallende hügel gelehnet,
sanft hinauf zu beyden allmälig spitzenden gipfeln.
Bodmer Noah 1, 100,
eine stelle, die Schönaich in seinem neologischen wb. (198, 35 ff. Köster) bespöttelt. ähnlich dür. spitzen, durchsehen, hervorgucken (die spitze zeigen). Hertel thür. sprachsch. 231.
2)
hoffnung, erwartung hegen, lauern. vgl. den unter II, 2 erwähnten entsprechenden gebrauch von sich spitzen. der intransitive gebrauch entwickelt sich wahrscheinlich durch vermittlung von participialconstructionen und auslassung eines objects. im part. prät., auf unangenehmes gehend:
alsus ungetrœstet
unsir lîp hitzet
ûf kumber gespitzet.
Hugo v. Langenstein Mart. 111, 98
(wo ein actives den lîp spitzen anklingt), auf angenehmes:
die furstin sas gespitzt,
als ob sie wolt zum dantz.
der spiegel bei Altswert 186, 21.
vgl. gespannt in entsprechender anwendung oben theil 4, 1, 4134, 2, a. noch in neuerer zeit werden gespitzt und gespannt in solchem sinne verbunden: die pfarrkinder-gemeinde horchte gespitzt und gespannt, ohne doch viel (worte) zu fangen. J. Paul Lev. 2, 29 (wo deutlich das bild eines auf raub lauernden thiers durchschimmert). spitzen dann auch rein verbal in solcher anwendung, mit gen.:
nît sîn ouch ofte spitzet,
swâ der gêt, stêt oder sitzet,
dâ iemant guotes iht geschicht,
daʒ en ist âne sache niht.
renner 14514,
mit abhängigem satz:
si spitzet, ob ir vridel kæm.
Teichner handschr. A 125ᵇ bei Lexer mhd. handwb. 2, 1102.
noch mundartlich obd. spitzen auf etwas, darauf absehen, lauern. Schm.² 2, 694. Schöpf 690. Hügel 153ᵃ, spīze uf opis, gierige blicke auf etwas werfen, auch spīzgere (zu geren, begehren oder eine weiterbildung, in der das g als j aufzufassen ist). vgl. tirol. spatzgen unter II, 2). Hunziker 247. ähnl. österr. spizen, aufhorchen, staunen (sc. die ohren spitzen). Hügel 153ᵃ. vgl. spannen B, 4 oben sp. 1907. 1908.
3)
beiszende reden führen, spotten, höhnen, wobei vielleicht ein object wie worte, reden zu ergänzen ist. vgl. I, 1, c, ε und spitzeln 3. zu erwägen bleibt einflusz des folgenden. Liesenberg 201 denkt an zusammenhang mit spiet, spott (s. dies oben sp. 2476). mit adverbialer bezeichnung der person, gegen die sich der spott richtet:
so spitzent si aber ûf die jungen.
Gottfried lieder 3, 13 im mhd. handwb. 2, 2, 515ᵇ;
sie sitzent under der linden   und spottent alle dîn.
jung und alt zemâle,   sie spitzent alle ab (lesart, im text redent alle von) dir,
[sie sprechent,] du sîst ein rehter affe   daʒ solt du glouben mir.
roseng. D XVIII, 530, 3 Holz;
auch in neuerer sprache, ohne derartigen zusatz:
hier hat Demosthenes gedonnert und geplitzt,
hier Aristophanes so meisterlich gespitzt.
Opitz 2, 47;
wer dächt es aber wohl, wenn man sie (die jungfern) siehet sitzen,
bey einem ehren-mahl, dasz sie so könnten spitzen,
mit höhnischem geschwätz?
Rachel 121.
mit einem solchen zusatz, frei bei unpersönlichem subject:
wer so vergraben sitzt;
ist mehr denn lebend todt, er hört was auf ihn spitzt,
er fühlt wie er verhönt, beseufftzt was er verlohren.
A. Gryphius 1 (1698), 265.
über den entsprechenden gebrauch mit acc. der person vgl. oben I, 3. spitzen und höhnen:
in dem ihr mund so hündisch spitzt und höhnet.
499.
ähnlich:
bald spitzt und lacht er höhnisch drein.
Günther bei Steinbach 2, 631.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1904), Bd. X,I (1905), Sp. 2598, Z. 27.

spitzen, verb.

spitzen, verb.
idem quod speyen, quatenus spuere notat, est enim sputare, screare. Stieler 2083, wo als zusammensetzungen aus-, be-, ein-, wieder-, zerspitzen angeführt werden, spitzen, ausspitzen, ausspucken, spuere. Reinwald 1, 154, ausspitzen, ausspucken Keller thür. wb. 42, spitzen (spitz, spëtz), ausspucken, den speichel auswerfen. Spiesz 238, wiederholt hinter einander ausspucken. Kleemann 21ᵇ. dazu spitzeln, verb., spitze, f., s. diese oben. vgl. die gleichbedeutenden verben spützen unten und spetzen oben sp. 2196: andere hat man angebunden, welchen soldaten ins angesicht gespitzt. Pierot 1, 259.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1904), Bd. X,I (1905), Sp. 2609, Z. 12.

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Zitationshilfe
„gespitzt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gespitzt>, abgerufen am 01.12.2021.

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