Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gesport, gespornt, adj.

gesport, gespornt, adj.
part. zu sporn (s. d.), mhd. spor, spore, calcar, mit einem sporn versehen, wie besport, bespornt theil 1, 1639.
a)
vom reiter und reiterstiefel: gesporter, calcariatus voc. 1482 m 3ᵇ; auch musten dieselben drumeter den gantzen tag gestiffelt und gesport warten. Nürnb. chron. 2, 248, 15 (von 1449); der pawr kumbt gespordt. H. Sachs 3, 3, 20ᵃ;
dasz ihr seit gstifelt und gesport
und gar gerüst auff die wegfart.
4, 3, 28ᶜ;
gesporet Rädlein 374ᵇ, gespornt Frisch 2, 305ᵇ, gespornet, nl. gespoord Kramer 2, 95ᶜ; auch bildlich gestiefelt und gespornt sein, gerüstet, bereit.
b)
vom hahn: gesporeter han. Krämer 550ᵇ, gespohret, der spohren hat wie ein hahn Duez (1664) 194ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4159, Z. 76.

sparen, verb.

sparen, verb.
parcere. gemeingermanisches wort, für das nur im got. belege fehlen; altn. spara, ags. sparian, neuengl. to spare, afr. spara, ndl. sparen, ahd. sparên, sparôn, mhd. sparn. (als lehnwort romanischer sprachen: ital. sparagnare, sparmiare, franz. épargner Diez⁴ 302.) eine denominativbildung zu dem adj. altn. sparr, ahd. spar (vgl. ags. spaer) sparsam, das vielleicht mit sper, spör (s. d.), zähe, trocken, kümmerlich, ärmlich, etymologische verwandtschaft hat. innerhalb der idg. sprachen stellt es sich wol zu altind. spar- retten und lat. parcere, wo das s abgefallen ist. vgl. zeitschr. f. deutsche philol. 1, 147. bedeutung: der weg der bedeutungsentwicklung ist seit der ahd. zeit deutlich erkennbar: zu grunde liegt die bedeutung des unverletzt im guten, ordentlichen zustande erhaltens, ohne dasz sich überall die übergänge der einzelnen schichten genau bestimmen lieszen.
1)
bewahren, schützen, vor allem von gott, dem schicksal u. s. w. gesagt: servare hegen vel heigen vel sparen. Dief. 530ᶜ; in älterer sprache häufig:
er uns ginâdôn sînên riat,   thaʒ sulîchan kuning uns gihialt
then spar er nu zi lîbe   uns allên io zi liabe.
Otfrid an Ludwig 28;
mit zeitlicher bestimmung:
nuᵉ bit gotes soᵉn den werden
daʒ her uch spare uff deser erden
soᵉ lang, daʒ ir sine hulde
vordinet und bessert uwir schulde.
Mone altd. schausp. 1, 435;
wa du uff erde tuͤst hinfaren,
müsz er (gott) dein allzeit pflegen,
vor kummer und vor laid bewaren,
und wöll dich pald herwider sparen!
Hätzlerin 1, 23, 98;
mit weiterem zusatz:
nu musz dich got bewaren,
in aller tugent sparen,
bisz dasz ich wider kum.
liederbuch des 16. jahrh. 66, 17 Gödeke u. Tittmann;
vom himmel:
der himmel woll euch spahren,
dasz ihr mit freud und lust nach zweimal zwanzig jahren
seht eurer tochter kind und dessen kindeskind.
Rist Parn. 238.
am längsten hielt sich dieser gebrauch des wortes in fester redewendung: gott spare dich gesund, deus te diu sospitem atque superstitem sinat. Dentzler 2, 267ᵇ; als nd. noch Adelung bekannt: im niederdeutschen sagt man noch: gott spare dich gesund, erhalte dich gesund, vgl.: juwe ersamicheit got lange spare sund. quelle bei Schiller-Lübben 4, 304ᵇ u. ö. schon mhd.:
got ruoche dich gesunden sparn,
und lâʒe dich alsô gevarn,
daʒ dir vrô Sælde lache.
Konr. v. Würzburg Silvester 2563;
(häufig im briefschlusz:) ja gott will es so haben, ... auf dasz niemand auf sich selbst sich verlasse, sundern alleine auf gott unsern herrn, welcher spar e. f. gn. gesund uns zu gute, und darnach e. f. g. seelen zur seligkeit (an Friedrich von Sachsen 1517). Luther briefe 1, 78; gott wolt e. c. f. g. durch seine barmhertzigkeit ansehen, sie lange zeit gesund sparen und behalten. schriften 2, 107ᵇ; spar euch gott gesund. Agricola sprichw. 548. 567;
er sprach zu seiner frawen:
'nun spar dich got gesund
als wol ich dir vertrawe
alhie zu diser stund'.
Uhland volksl.² 612 (299, 3);
so spar mir ihn auch got gesund,
er hat zwei braune augen
darzuͦ ein roten mund.
²147 (90 A, 8);
vil glück und heil das wünsch ich dir,
das wüntsche ich dir von hertzen,
gott spar dich gesund,
zu aller stund.
das dir nit misselinge.
Ambraser liederb. 82, 31;
wir zwey müssen uns scheiden
nu spar dich gott gesundt.
90, 40;
alde schöns lieb zu guter nacht,
und spar dich gott gesund.
169, 47;
mein hertzlieb, spar dich gott gesund,
nun hab ich deiner lieb ein grund
ich hab dein nie begeret mehr
denn recht ehlich in zucht und ehr.
H. Sachs (1578) 4, 2, 20ᵈ:
gott spar uns den marschalt lang gsund!
derselbig hört die armen gern,
und wo sie etwan hilff begern.
Ayrer 922, 16;
uns, deine kinder, spar gesund,
das leben uns erstrecke,
und aller unser herz und mund
zu deinem lob erwecke!
Spee trutznacht. 29, 253 Balke;
mit weiterer verstärkung des adverbiums:
nu spar euch got gesund und frisch,
ich wil herwider kumen risch;
wolt guter ding die weilen sein.
Rebhun Susanna 1, 259 (Gödeke u. Tittmann 2, 40).
in substantivischer fügung:
so wend wir frölich dem hus zuo faren.
gott wöl uns lang in gsuntheit sparen!
fastn. sp. 892, 16 Keller.
2)
unverletzt erhalten, schonen, schonende rücksicht walten lassen.
a)
von der gegen einen andern geübten schonung, gewöhnlich mit dem acc. verbunden. schon mhd.:
wir solden vînde wenic sparn.
Parz. 25, 1;
solt ich sparn die vînde?   daʒ tæte ich ûf mich selben.
Kudrun 1491, 3;
vgl. altn.:
miok er ósviđr,
ef  ͑hann en sparir
flánda inn folkská.
Fáfnismál 37, 2;
zuvor erkund deines feindes macht,
und ihn nicht spar und veracht.
v. Speir kriegsordnung (widmung),
mich zernaget, mich zerplaget;
nur den jüngling lasset gahn!
mich mit zähnen thut zerdähnen;
sparet meinen knaben zart!
Spee trutznacht. 44, 69 Balke;
vgl.: hungheringhe in Germanien, dat de elderen nicht en spareden ere kindere, se en eten se. Korner 38ᵃ bei Schiller-Lübben 4, 305ᵃ. sehr häufig vom unerbittlichen tod:
wat konde em dat schaden, efte he mi sparen wolde.
des dodes danz 241 Bäthcke;
ik hadde hopet, he scholde mi noch weke tît sparen.
699;
nu rope ik an al de patronen in unser kerken,
wente nu vole ik unde kan dat ôk rechte merken,
dat mi nu de dôt nicht lenger wil sparen.
1105;
he sparet nicht mîn slechte, gelt efte mine joget.
1317;
hîrumme nicht en spare ik wer adel efte joget,
nein gelt, stât, wîsheit efte doget.
1603;
o tod, wil mich noch ein zeit lang sparen,
das ich min arme seel bas müg bewaren
und mein rechnung künd machen klar.
J. v. Gennep homulus 744 Norrenberg;
mach dich doch auff, o herr und steurend der gefahr,
erröt, bewahr,
uns wenig, welche noch der müde tod gesparet:
erhalt uns, dasz dein lob werd durch die kleine schar
endlich geoffenbaret.
Weckherlin ged. (1648) 167;
einen an etwas sparen:
ik wil ju alle mit desser setzen ummemeien.
nemande wil ek sparen dâran,
he si pape efte leie, bûr efte hoveman.
des dodes danz 119 Bäthcke.
von gott als langmütigem richter (vgl. 1):
darumb ruf ich zu got, o der du triumfierest
in aller ewigkeit, und ewiglich regierest,
der du barmhertzig bist und bleibest für und für,
ach, spahr doch länger mich, der ich so viel erlitten!
Weckherlin ged. (1648) 211;
vgl.:
er hat uns vil lange gesparet in den sunden,
die wir insamen hân begangen.
Kraus deutsche ged. des 12. jahrh. 10, 91.
in dem sinne 'freundliche rücksicht, nachsicht üben' von dem herrn gegenüber seinem diener: bit dich auch mein allerliebster Friderich mich nymer sparen wöllest, unnd mich hinfürter dir ein getreuwer diener lassen sein. Galmy 13ᵇ; bisz auff dise zeit ... ich euwern gnaden hoffgsind sein will, soll mich auch ewer küniglich gnad in keyn weg sparen. 82ᵇ; vgl.:
swaʒ er in het ê gespart,
wie wol daʒ nû gedienet wart.
der arme Heinr. 285.
selten wird das wort mit dem gen. verbunden: want got is vele bereider den menschen barmherticheit unde ghenade to done unde syner lanckmodelike to sparen unde to verwachten. J. Veghe 281, 36 Jostes;
der ist zu unserm hauptman guͦt,
der mit frevenlichem muͦt
dem babst und keiser greifft in bart
und sunst uff erden niemans spart.
Murner lutherischer narr v. 2106;
oder mit dem dat.:
ist das nit eyn boesse art,
das der schelm keym menschen spart?
sy miessendt durch seyn stinckends maul.
schelmenzunft 3, 341 neudr.,
wo andere drucke auch den acc. setzen.
b)
mit unpersönlicherem, doch immer noch persönlich gedachtem object. mit dem acc., vgl.: ich wünsche, ... dasz sich sein vermögen täglich vermehren möge, dasz gott der milde herr ihm sein leben allezeit sparen wolle. Olearius pers. baumg. 8, 13. dem friedfertigen und wehrlosen widerfuhr eine gnädige behandlung. es war Gustav Adolphs heiligstes gesetz, das blut der feinde wie der seinigen zu sparen. Schiller 8, 207; (mit beeinflussung durch die bedeutung unter 7, a:)
hier wo ich wein', und wo sie ruht,
hier lasz den tod auf mich herab gebeten kommen!
was hilft es, dasz er meine jahre
bis zu des Nestors alter spare?
Lessing 1, 63.
ich spreche von dem einen (tempelherrn) nur, dem du
das leben spartest.
2, 283.
dem reflexiven gebrauche des wortes (vgl. c) schon nahe steht:
dir, eines christen weib! dir, sklavin des barbaren!
ich, den du liebtest, ich soll dir mein leben sparen?
Gotter ged. (1788) 2, 441;
vgl. mhd.:
ich mac wol clagen mîn schœne wîp:
war umbe spar ich den lîp?
Iwein 3994;
âvoy wie wênic wirt gespart
sîn lîp, swâ man in læʒet an!
Parz. 21, 14;
er mochte den lîp noch lenger sparn,
zû dûtschen landen wolde er varn.
livländ. reimchron. 7103 Meyer.
in anderer unpersönlicher fügung:
du solt mit einem stab von eysen
nicht sparen deren ungebühr,
die sich, auffleynend gegen dir,
unwürdig deiner huld erweisen.
Weckherlin ged. (1648) 5.
seltener mit dem gen.: des blutes sparen, a caedibus parcere et abstinere. Stieler 2074; des bluts sparen, risparmiar' il sangue, cioè astenersi dal sangue et dal carnaggio. Kramer 2 (1702), 849ᵇ; neben obliquem casus der person:
mich dünkt, ich fühl es, wie der himmel schnell zerrissen,
der elementen macht so kläglich wird zuschmissen, ...
musz disz der grossen welt am ende widerfahren,
wie solt uns menschen den die zeit des lebens spahren,
die wir die kleine welt gahr recht genennet sind?
Rist Parn. (1668) 824.
c)
reflexiv. sich seine gesundheit erhalten, sich vor ausgaben, bemühungen, anstrengungen, gefahren hüten, bewahren: ich solt ihm nur sagen, was ich gern hett, und was ich dörfft, wär es menschlich und müglich, so wolt er sich nit spahren. Götz v. Berlichingen 76; des manns seych nytt spartt und zoch in zu mytt grosser macht, das man nytt rettung gnug tonn kund. Dreytwein Essling. chron. 8, 22 Diehl; der keyser Octavianus wolt sich auch nicht sparen, sonder rannte mit seinem spär durch die heyden hin und her und macht einen grossen raum, läret auch manchen sattel. buch d. liebe 22ᶜ; weiszt du etwas, das mir zu hülff mag kommen, so spar dich nicht, wo du aber nichts erdencken kanst, so rüst deiner mutter ein begräbnusz zu. 212ᶜ; dieweil jhr mich denn zu einem diener nit verschmehen wolt, ... so bitt ich euch mit höchstem fleisz, jr wöllet mich in keinem dienst nimmer sparen und mir zu aller zeit gebieten euch zu dienen, in allem so euch gefellig ist, ich mich nimmer in keinen weg sparen wil. 237ᵃ; jhr solt sehen, dasz ich mich in keinem wege sparen wil, sonder meinen dienst unverzogenlich an euch beweisen. 241ᵃ; sein bruder Gyot sparet sich auch nicht, denn er gar mannlich stritte, und auch viel der heyden erschlug und verwundet. 264ᶜ; kann ich euch dann auch mit leib und gut behülflich sein, so sollt ihr an mir keinen zweifel haben, ich will mich hierin nicht sparen, noch verdrossen sein. Arnim 7, 25; (statt dessen auch:) wenn er noch lebt, so wird er jedenfalls sich wohl befinden; denn er verstand es, seine person mit anderen zu sparen. Storm 6, 246 (vgl. dazu oben 2, b);
so wett ich also geflissen sin,
als wer die sach glich selber min;
und wo ich kont ettwasz erfaren,
und wet mich ganz und gar nit sparen.
fastn. sp. 833, 7 Keller;
ich will mich gar meisterlich zu dir schmücken
und mit meinem stricke berücken
und wil mich an dir nicht sparen.
934, 35;
ich wil geren verpringen den willen dein,
ich wil mich daran nicht sparen.
altd. passionssp. aus Tirol 364 Wackernell;
und wird sich in kein dingen sparen
und in dem narrenschiff ouch faren.
Brant narrensch. 5, 25 Zarncke;
dem rechten doren doch geschicht
das er jnn freuden sich nit spar.
105, 11;
ich weisz ein apt ist wiszheit vol
der dir dar inn kan raten wol
wy man die sach angryffen sol
ich weisz das er sich thut dar inn nit sparen.
Gengenbach 42 Gödeke;
hör, schiffmann, lasz uns mit dir fahrn!
deins lohns halb wöll wir uns nit sparn,
sonder dir geben, was recht ist.
Ayrer 1037, 19 Keller;
erhör, gewehr mich, herr, der ich mit hertz und mund
zu dir schrey, und will mich in deinem dienst nicht sparen.
Weckherlin 386 Fischer;
der satan spart sich nicht, er dräut uns zu verklagen,
er reiszt, wenns möglich ist, den schwachen glauben hin.
Chr. Gryphius (1718) 1, 452;
(mit weiterer adverbieller ergänzung:)
man lebe wie man soll, so hat es keine not!
verbrechen nährt den arzt. bei sechsmal hundert jahren
hat Rom sich frisch und stark bei kohle können sparen.
Flemming 1, 130, 94 Lappenberg;
vgl. schon in älterer sprache:
hera santa mih god   joh mir selbo gibôd,
ob hiu rât thûhti,   thaʒ ih hier gevuhti,
mih selbon ni sparôti,   uncih hiu gineriti.
Ludwigslied 35 bei Müllenhoff-Scherer denkm.³ 1, 26;
die heten in manegen stürmen   selten sich gespart.
Nib. 2218, 2.
d)
in fester verbindung: sein weib sparen, sich seines weibes, des geschlechtlichen verkehrs mit ihr enthalten:
wenig ehre verschafft es, sein weib mit andern zu sparen.
Göthe 40, 42 (Reineke fuchs 3).
entsprechend:
de heft syne ere nicht wol vorwart,
de sus syn wyff myt eyner anderen spart.
Reinke de vos 1158 Prien;
dazu die randglosse: itzund werden de ganz eerlikenn frowenn mit jungen schandtmetzen sparet. bei Schiller-Lübben 4, 304ᵇ; vgl.:
er hât sîn êr niht wol bewart,
der sîn wîp mit einer andern spart.
Vrîdank 105, 2.
ferner in bezug auf eine jungfrau, ihr die jungfrauenschaft erhalten, schonen:
ze leste dem manne ernest wart,
deu maget wart niht mê gespart,
sie wart von im schiere ein prout!
Apollonius 14374;
seltener in reflexivischer wendung von der frau selbst:
wenn, eingedenk des schwurs, Alzire sich mir sparte,
warm an der tugend hing, und fest mein bild bewahrte!
Gotter ged. (1788) 2, 375.
e)
mit rein unpersönlichem object; mit dem acc.: die schuhe, die kleider sparen, risparmiare le scarpe, gli habiti. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; sparen, nicht gebrauchen, schonen, seine kleider sparen, vestibus parcere. Frisch 2, 292ᶜ; den hut sparen, risparmiare la beretta, met. non degnare di far l'honore di beretta ad uno. Kramer 2 (1702), 849ᵇ;
das sprichwort sagt: die kunst und kleid
desz manns orden zerkennen geit.
doch könnt mancher die kappen sparn,
weil man in vorhin kennt ein narrn.
Kirchhof wendunm. 1, 170 Österley;
lauf, wache, lauf zum borne fort! ...
nur schnell, die sohlen nicht gespart.
Droste-Hülshoff 1, 393;
anders:
die ernte hat der herr
uns treu und wohl bewahret;
wer hätt, wenn er nicht wär,
die frücht uns so gesparet?
M. Chr. Schmidt erntelied 'frohlocket jung und alt!'.
in bezug auf glieder und theile des menschlichen körpers: die fäuste nicht sparen, non temperare manibus. Steinbach 2, 618; in stärkerem sinne als gegensatz zu vernichten:
ich weisz nicht, was mich hält die augen dir zu sparen?
wie? du erfrechest dich, du falsche creatur,
nach solcher that, dem fräulein noch dein schlangengesicht
zu zeigen.
Wieland 21, 286 (Klelia u. Sinibald);
vgl. mhd.:
sone sparten ir hende
daʒ hâr noch daʒ gebende.
Iwein 1329.
auf unsinnliches übertragen (zugleich mit anlehnung an 7, b:) doch ich nahm vom nachbar ein heiliges versprechen, — an meinem vertrauen nicht zu verbrechen; — und er gelobte, mein geheimnisz so zu sparen — wie geizige ihren schatz verwahren. Rückert 11, 337;
war ich, wofür ich gelte, ein verräther,
ich hätte mir den guten schein gespart,
die hülle hätt' ich dicht um mich gezogen.
Schiller Wallensteins tod 1, 4;
nun so reut mich nicht
die treue, vierzig jahre lang bewahrt,
wenn mir der wohlgesparte name
so volle rache kauft im sechzigsten.
Picc. 4, 4;
selten mit dem gen.: mache den raum deiner hütten weit, und breite aus die teppich deiner wonung, spare sein nicht. Jes. 54, 2.
3)
sparen, schonen, aufbewahren, mit der nutzung, anwendung zurückhalten, mit weiterem örtlichen, zeitlichen u. ä. hinweis.
a)
refl. seine kräfte in der nutzung bis auf günstigere gelegenheit der anwendung zurückhalten (vgl. auch 2, c): ich hab mich auf das hin gespart, ich hab gewartet bisz dahin, eo me servavi. Henisch 1566, 12; sich auf etwas bessers sparen, risparmiarsi cioè astenersi del godimento di cibo, venere etc. Kramer 2 (1702), 849ᵇ;
alsdenn so thu dich nit lang sparen,
thu zu der Jüden hausz einkehrn.
H. Sachs 21, 27, 13 Keller-Götze;
und Meurab schaut es an ... und sparte sich der zeit,
die, eh der jahre rest stürzt in die sterblichkeit,
ihm nach getrotzter angst das rachschwerdt solt anbieten.
A. Gryphius ged. (1698) 1, 110;
sprengt er auf sie zu, und fordert sie
heraus, gleich auf der stelle einen speer
mit ihm zu brechen. dessen wehrten sie
gar höflich sich, als solche, die auf morgen
sich sparen wollten.
Wieland 18, 43 (Geron);
ihr andern, ruft er aus, in deren festen brüsten
der jugend üppige gesundheit glüht,
spart euch für beszre tage — flieht!
Schiller 6, 377 (Aeneis 2, 867).
daneben eine seltene wendung in das intrans., wol durch die zusammenstellung mit ruhen veranlaszt:
dasz mir jetzt und alle weile
meine herrschafft traue zu,
dasz ich nimmer spar und ruh
ohne ruhm und ohne schein
treuer unterthan zu sein.
Logau sinnged. 2, 2, 3.
b)
trans., mit persönlichem acc.: iʒ were im beʒʒer und nutzer, daʒ er ume so getane schult wurde in daʒ mer gesenket und lide die kurcen pine danne daʒ er werde gespart zu der ewigen pine. Schönbach altd. pred. 1, 62, 8; aber du lessest sie (die gottlosen) frey gehen, wie schafe, das sie geschlacht werden und sparest sie, das sie gewürget werden. Jerem. 12, 3;
das du mir lang sölst schön pleiben;
des hestu ere vor andern weiben,
darümb lasz deinen zorn farn,
seit ich dich zu eren thu sparn.
fastn. sp. 658, 22 Keller;
gott wöll uns vor dergleich bewahrn
und zu dem ewigen leben sparn!
Ayrer 942, 2 Keller;
ach dasz der winter sich mit seinem greisen haare
verender in den lentz, und seinen schöpfer spare.
Opitz (1690) 3, 238
(wo vielleicht ein zeitlicher hinweis ergänzt werden musz);
nein, er (Amor), der schutzgott heiliger gefühle!
der seine lieblinge für ernste proben spart.
Gotter ged. (1787) 1, 253;
du hast den sklaven wohl gekettet, hast
ihn wohl gespart zu ausgedachten qualen.
Göthe 9, 240 (Tasso);
vetter hiesz ich die kinder und liesz es an worten nicht fehlen.
spar euch der gnädige gott auf lange glückliche zeiten.
40, 199 (Reineke fuchs);
vgl.:
ik sprak: 'god spare yw to langen dagen'.
Reinke de vos 5926 Prien.
für
god spare yw lange to yuwen eren!
6746
hat Göthe aufsparen eingeführt:
es spare, mein könig,
gott zu vielen ehren euch auf.
40, 227.
mit sächlichem acc. (vgl. 2, e):
sey ruhig, Henriette!
du hängst es hin. ein schwarzes kleid
siegt über zeit und mode.
man spart es auf ein anderes leid,
gleich einer trauerode.
Gotter ged. (1787) 1, 95;
zu sparen (den talisman)
bis zum augenblick der höchsten not ihn,
so befahl die geberin des ringes.
Platen 339ᵇ;
er hat mir wunderkühn versagt
die schönste blum' im garten;
die spart' er seiner magd.
Uhland ged. 218 Cotta.
in bezug auf mehr unsinnliches: daʒ er doch selbe ober uch genedicliche geruͦche zu richtene e dan ir von dirre werlde gescheidet, uf daʒ iʒ uch zume jungesten urteile niht gespart werde. Schönbach altd. pred. 1, 236, 3; wiewol er (Christus) alle ding ynn der hand hat, füret aber sein volck in armut ..., gewalt und reichthumb hyndert sein reich, darümb sparet ers ynn jhenes leben. Luther 24, 556, 20 Weim. ausg.; (gott) hat es (das paradies) ihr (der Maria) eben als wol gesparet als den andern, in das zukunftig leben. 12, 409; dafür auch aufsparen und seltener aussparen: ich lebe so glückliche tage, wie sie gott seinen heiligen ausspart. Göthe 16, 38. in bezug auf eine untersuchung, offenbarung u. s. w. (vgl. auch unter 6): die (opfer) wöllen wir sparen yns vierde buch Mose. Luther 24, 197, 14 Weim. ausg.; kein menschlich hertz kans niemmermehr gnugsam begreiffen hie auff erden, es mus gespart werden ynn yenes leben. 23, 719, 13; der heilige geist hette es den aposteln nicht alles offenbart, sondern ettlich ding auff die veter gespart. 66, 14. in bezug auf geistiges und körperliches vermögen: da darff ich nicht die freiheit verteidigen, weil sie nicht dawider fechten, sondern mus sie ein weil sparen eusserlich zu brauchen. 15, 614, 25; wenn ich auch ein ding hart niderwerffen wil, so hebe ichs hoch empor, auff harte püffe sparet man hoch. darümb hebet gott die feinde hoch, das sie hart fallen sollen. 16, 202, 18 (wo wol die kraft o. ä. zu ergänzen bleibt); und wenn man lieder singet, so wassche nicht drein, und spare deine weisheit, bis zur andern zeit. Jesus Syrach 32, 6; ein solcher vir magni nominis thut als ein rechter politicus, dasz er seinen hohen verstand zu andern dingen sparet, und wann er leut verachten will, gemeine handlanger darzu brauchet. Schuppius (1663) 790;
du wilt, herr, deine güt und gnad
nicht allen offenbaren;
sondern für die, die deinen pfad
recht halten, reichlich sparen.
Weckherlin (1648) 142;
weiland waren wir geacht, dasz wir rühmlich gastfrey waren;
dasz wir diesen ruhm und art, nunmehr etwas schimpfflich sparen?
gäste haben haus und wirth gantz vertilgt bey diesen jahren.
Logau sinnged. 3, 61, 24
(wo wol zeitlicher hinweis zu ergänzen ist;)
bezähme jeder die gerechte wut,
und spare für das ganze seine rache,
denn raub begeht am allgemeinen gut,
wer selbst sich hilft in seiner eigenen sache.
Schiller Tell 2, 2.
4)
etwas sittlich, erzieherisch, ökonomisch u. s. w. notwendiges in der anwendung unterlassen, zumeist mit tadelndem nebenbegriff (gewöhnlich mit dem obj. im acc.): er sparet in einem, und im andern verschwendet er, egli tiene chiusa la spina e spande per il cocchiume. Kramer 2 (1702), 849ᵇ; hier spart er, dort verschwendet er, hic parcus est, illic prodigus. Frisch 2, 293ᵃ.
a)
besonders in der verbindung: gesparte warheit, unwarheit, lugen, mendacium, vanum, fictum, falsum, commentum, nugae. Henisch 1566, 19; die (der) warheit sparen: der herr sparet die (der) warheit in diesem punkt, risparmiare cioè non dire la verità: v. s. risparmia cioè non dice la verità in questo passo [term. civile]. Kramer 2 (1702), 849ᵇ; sparen die warheit. das ist ein periphrasis unnd beschneidung desz harten worts, er leugt, er sparet die warheit, er redt sie nicht gern. Egenolff sprichw. 200ᵇ; auch ein ander falsches zeucht .. ein, als ob ich jemals gesagt hette, das alle bischove zu Rom aus gottlichem recht solten confirmirt werden, darin er mir unrecht thut und die warheit spart. Eck bei Luther 1, 158ᵃ; du sparst die warheit, ich bin dir nichts schuldig. Wickram rollwagenbüchl. 21, 16 Kurz; er ist ein feind, und leugnets; für einen freund wil er angesehen seyn, darinnen er aber di wahrheit spahret. Butschky hochd. kanzelley 279; bekenne mir hier alsobald und rund herausz, welchen du unter deinen buhlern am liebsten habest, und spare mir ja die wahrheit nicht: oder ich will deines fehls nicht schonen. kunst über alle künste 48, 12 Köhler; ob nun wohl dieses die wahrheit ziemlich gesparet hiesz, so sahe mir es doch der ehrliche mann dem ungeachtet an dem gesichte an, dasz ich bey weitem nicht so vergnügt seyn müszte als ich vorgebe. ehe eines mannes 109;
den die schelmen handt die art,
das ieder gern die worheit spart.
worheit sagen bringt fil hasz,
oren melken kumpt uns basz.
Murner schelmenzunft 23, 14 neudr.;
do by man hört, das ich es nit erlügen,
fragt jn, der wirt euch kuntschafft gäben
wan er die warheit do nit spart.
Gengenbach fünf juden 358 Gödeke;
du balck, du sparest die warheit.
H. Sachs (1561) 3, 2, 215ᵃ,
was das betrifft, frau Vastola,
da möchtet ihr die wahrheit ziemlich sparen.
Wieland 18, 153 (Pervonte 2),
sobald er begehre
seinen theil zu erhalten, so mög er kecklich hineingehn,
nur vor allem sich hüten die grade wahrheit zu sagen.
soll es euch nach wünschen ergehn, so spart mir die wahrheit!
Göthe 40, 201;
vgl.:
dârumme du vor den vorsten de wârheit icht hefst gespârt
unde in dagende dine worde so nicht geklârt,
up dattu dine rente alle mochtest krigen to dinem vromen.
des dodes danz 723 Bäthcke;
nu wyl ik yw seggen, wor he lycht,
unde wyl de warheyt sparen nicht.
Reinke de vos 2438 Prien.
selten steht das object im gen.: vgl. oben den beleg aus Kramer deutsch-ital. dict.; was aber weisheit ist, und woher sie kome, wil ich euch verkündigen, und wil euch die geheimnis nicht verbergen, sondern forschen von anfang der creaturen, und will sie offentlich zerkennen dargeben, und wil der warheit nicht sparen. weish. Sal. 6, 24; ich weisz auch und hab des gewisze kundtschafft, das die Kölner und Lovener, wilch sich rümen, sie haben keyszerlicher majestat urlaub und befelh meyn buchle zu vorprennen, der warheyt sparenn. Luther 7, 613, 15 Weim. ausg.;
meint ihr dann, das wir allhie der warheit sparen.
Rebhun Susanna 4, 56. Gödeke-Tittmann 2, 67.
b)
in bezug auf andere sittliche eigenschaften, auf freundliche, nachsichtige liebe, mit dem gen. verbunden: er darff hie nicht auffwerffen, er sey zuvor nicht vermanet, er habs nit gewusst, man habe der liebe an jm gespart. ... ja warumb haben sie selbs der liebe gespart, und wider uns in jrem loch so vleissig gehandelt, hinder unserm rücken. Luther 3, 47ᵃᵇ. auf dankbar rühmendes, anerkennendes lob:
ich aber will stets harren
und deines lobs nicht sparen.
Lobwasser ps. 71;
object im acc.:
von deinen engeln wird
kein lobtriumph gespart.
J. D. Herrnschmidt (1675—1723) lied: der hochgelobte gott;
allgemeiner:
zuͦ mumerei und schlitenfart,
auch wü man sünst guͦt sitten spart,
rath ich gesell dein weib nit leyh.
Schwartzenberg der teutsch Cicero 123ᵇ.
c)
in bezug auf erzieherische thätigkeit; besonders beliebt die feste verbindung: die ruhte sparen, risparmiare la sferza. Kramer 2 (1702), 849ᵇ;
ach du bist erzogen vil zu zart,
di rut ist zu sehr an dir gespart.
J. v. Gennep homulus 329 Norrenberg;
wer jungen kinder spart dj ruͦt,
der leben findt man selten guͦt.
wann alter hund zuͦ aller frist
nit pändig recht ze machen ist.
Schwartzenberg der teutsch Cicero 127ᵃ;
vgl.:
si (die veter) brechent dicke Salomônes lêre.
der sprichet, swer den besmen spar,
daʒ der den sun versûme gar.
Walther 23, 29;
daneben mit dem gen.: der ruhten sparen, risparmiare la sferza Kramer 2 (1702), 849ᵇ;
wer seinem kind der ruten spart,
der haszt sein sun nach feindesart,
wirdt im sein mutwill nicht gewendt
zu letz er selb sein muter schendt.
H. Sachs (1558) 1, 47ᵃ.
ähnlich in beziehung zu anderen strafwerkzeugen:
o, du abscheulicher! du undankbarer!
werth, dasz ich mir die fiedel spare! werth,
dasz ich mit einem wort zu ehren mich,
und dich in ewiges verderben bringe.
H. v. Kleist 3, 134 (der zerbr. krug 9).
d)
in bezug auf mehr ökonomisch notwendige aufwendung, anstrengung körperlichen und geistigen sowie materiellen vermögens, wobei gerne verneinende wendungen bevorzugt werden: spar nichts das zu deiner gesundtheit von nöten ist oder dienet, sumptui ne parcas ulla in re, qua ad valetudinem opus sit. Maaler 378ᵈ. in bezug auf fleisz: keinen fleisz sparen, manibus pedibusque conari; er spart keinen fleisz, omnem lapidem movet. Steinbach 2, 618; keinen fleisz sparen, operae non parcere; vires adhibere, omnem movere lapidem. Frisch 2, 292ᶜ; hab ich her Joachim Molzan umb furderung der sach gebeten, der auch keinen fleisz gespart, sonder vil muhe und arbeit in dem thun gehabt. Th. Merkl an kurfürst Joachim von Brandenburg. 4. dez. 1517. kgl. preuss. hausarch.;
und ich mich an jhm rechen kan,
dasz ich will keinen fleisz nicht sparn.
Ayrer 936, 17 Keller.
dank er mir mit verheiszung, wo er mier dienen könt, das welt er nit sparen. Platter 103 Boos; vgl.:
ouch wil ich nicht sparn,
waʒ ich dir gehelfen mac.
livländ. reimchron. 6440 Meyer.
in bezug auf klugheit:
kein weysz noch weg ist mir zu ferr
kein list noch ranck spar ich auch nicht
gebt mir nur eynen undterricht
wie ich es nur soll fahen an.
H. Sachs (1558) 1, 113ᵃ.
mit dem gen.:
ich wolt der chunste nicht ensparn.
Suchenwirt 1, 22.
in bezug auf arbeit, mühe u. s. w.: man wird da keyn arbeyt sparen, neque parcetur labori. Dasypodius; keine mühe noch arbeit sparen, non risparmiare fatica. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; er spart keine mühe, operae non parcit. Steinbach 2, 616. arbeit sparen, parcere labori. Maaler 378ᵈ; ich hätte der mühe gern gesparet, huic labori parsissem lubens. Stieler 2074;
darumb kein arbeit han gespart.
Alsf. passionssp. 7578;
vgl.:
aber was ich yetz nym mag thuͦn
wil ich entpfellen heyntz mym suͦn
der würt thuͦn, was ich hab gespart.
Brant narrensch. 5, 19 Zarncke.
dann besonders den kosten sparen und sich lassen rüwen, impensae parcere. Maaler 378ᵈ; die unkosten sparen, risparmiare, sfuggire la spesa. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; reichlicher daneben die verneinende wendung: er hat keyn kosten gesparet, non pepercit ullis sumptibus. Dasypodius; er hat kein kosten gespart, nihil pretio parsit. Henisch 1566, 21; keine kosten sparen, non risparmiare spesa. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; keine kosten sparen, nulli sumtui parcere. Steinbach 2, 617; keine mühe, keine kosten wurden gespart, den verschwundenen wieder zu finden. Schiller 4, 238; seiner seits liesz der herzog von Guise die ihm verdächtigen plätze mit truppen besetzen, .. und sparte weder geld noch mühe, von jedem schritt der Bourbons wissenschaft zu erhalten. 9, 16; an dem ganzen tempel war das prachtvollste material, auch gold und elfenbein nicht gespart. Burckhardt zeit Constantins² 171;
kein gut wolt si nit sparen
an irem grafen her.
Uhland volksl.² 613;
vgl. mhd.:
ir vriunde unt ouch die geste   heten einen muot,
daʒ si dâ niht ensparten   deheiner slahte guot.
Nib. 1310, 2.
e)
in bezug auf aufwendungen und thätigkeiten im haushalt: die speisz asz er, den honig spart er, und that denselbigen in ein grossen jrrdinen cananeischen krug uber seiner bettstatt hangend, bisz er voll ward. Garg. 225ᵃ; herr oberkellner, lispelte der graf, sie haben die trüffeln gespart. Hauff 2, 137; (mit anlehnung an 2):
welcher vogel den andern ysset
als geyr, valcken und hüner arn
die sol man all mit kochen sparn.
fastn. sp. 1083 Keller;
wir sollen keuffen salben ...
das magk nicht lenger werden gespart.
Alsf. passionssp. 7539;
men honnich wert wol vor my ghespart.
Reinke de vos 1010 Prien;
mit dem gen.:
honniges schal nicht werden ghespart.
588.
5)
etwas unnützes, bedenkliches, verwerfliches, verhasztes u. s. w. in der anwendung unterlassen, hemmen, hindern: doch wil ich jtzt hierauff zu antworten sparen, bis ich sehe, was sie dazu sagen. Luther 8, 5ᵇ; (mit dem gen.:) spare der worte! sagte der schäfer. Lessing 1, 162; spare deinen witz, deine verweise. diese entschuldigungen kannst du sparen. Adelung; spare deine worte, verliere keine worte, sprich nicht vergeblich, schweig; spare deinen zorn. Meiszner bei Campe; ich will dir jene erscheinung nach allem, was ich gehört, schildern, da du in dergleichen eingeweiht, mir viele worte sparen wirst. Brentano 9, 125;
die fabel von dem huhn und von dem diamant
war mir und dir und tausenden bekannt.
mein freund, den einwurf kannst du sparen.
Hagedorn (1771) 2, 44;
du spartest denk ich solche sprüche.
Göthe 41, 74;
den übermuth des jünglings trag' ich nicht,
spart mir den anblick seiner rohen sitten.
Schiller M. Stuart 1, 3.
er nahm sich vor, den thäter im gebüsch so zu zerknirschen, dasz seinem professor jede persönliche einmischung gespart wurde. Freytag verl. handschr. 1, 229;
Illo. die menschen, in der regel,
verstehn sich aufs flicken und aufs stückeln,
und finden sich in ein verhasztes müssen
weit besser, als in eine bittre wahl ...
Questenberg. ja das ist wahr! die wahl spart uns der fürst.
Schiller Picc. 1, 2;
ist unter allen meinen dienern keiner,
der die verhaszte wahl mir spart, in ew'ger furcht
auf meinem thron zu zittern.
M. Stuart 1, 8.
wiltu zu dem winsteren lande oder zu dem rechten lande varn und nym für dich eines, so wil ich denselben weg sparen, das ich und du blibent by guter fruntschaft truwe. Merzdorf deutsche historienbibel 639;
wie wol kan einer fahren,
der den erwünschten weg zum grabe nicht darf spahren.
Rist Parn. 255;
lustig zu felde mit pferden und wagen,
hohlet die früchte, so Tellus getragen,
spaaret das feiren,
füllet die scheuren,
weitzen und rokken und gärsten bringt ein.
348;
'ich komme, deine ehre
zu retten.' (Turandot:) meine ehre, sire? spart euch
die müh! nicht rettung brauch ich meiner ehre.
Schiller Turandot 4, 6;
vgl.:
solhen dienst wil ich sparn,
dâ man der liute spottet nâch.
Ottokar reimchron. 26397.
mit objecten stärkerer bedeutung (die ordnung der belege zeigt die steigerung):
sparsamkeit.
wenn die jugend eigen wüste
was das alter haben müste:
sparte sie die meisten lüste.
Logau sinnged. 1, 17, 49;
stöszt nach der gurgel frei.
der schreit, gewalt zu sparen;
er will ihm offenbaren,
was ihm annehmlich sei.
wunderh. 1, 293 Boxberger;
ein cujon der zum fürsten wird
und macht bekommt sehr scharffe schirdt ...
kein pralen thun sie sparen.
Soltau hist. volksl. 1, 476;
noch diese nacht, da ich zu deinem dienst
geschäftig schien, versucht ich alle listen,
selbst die verläumdung spart ich nicht, zur flucht
mit mir ihn zu bereden.
Schiller Turandot 5, 2;
glaubt mir,
wär's nicht um diesen Piccolomini,
wir hätten den betrug uns können sparen.
Piec. 4, 3;
spar' ein verbrechen ihm — mir, dein geliebtes leben —
verzweiflung, deinem volk!
Gotter 2 (1788), 441.
selten in reflexiver wendung:
hort, freunt, so must ir euch auch sparn,
furpas mer uber die schnur zu hauen.
fastn. sp. 546, 1 Keller.
6)
eine handlung in der ausführung vorläufig unterlassen, auf gelegene zeit hinausschieben, anknüpfend an 4 (vgl. auch unter 3): sparen auf ein andere zeit, verweilen, differre in aliud tempus, procrastinare. sparen auf gelegene zeit. Dentzler 2, 267ᵇ; wir wollen disz sparen, bis wir zusammen kommen, hoc reservabimus in congressum nostrum. Stieler 2074; etwas auf eine andere zeit sparen, risparmiare, rimettere una cosa fin' ad un altro tempo. Kramer 2 (1702), 849ᵇ; der spart sin sanch unʒe daʒ er wider kome. speculum ecclesiae 46 Kelle; es was ein fürst, der spart offt sein sendbrieff zu versiglen, bisz er an die predig kam, da het er sein stant in einem winckel, da beschlosz er sie dan. Pauli schimpf u. ernst 290 Österley; dann die wittib, deren keysers Trajans son das kind zu tod gesprengt, wolt dem keyser den rechtspruch darüber zu geben nicht so lang sparen, bisz er ausz seim vorhabenden zug wider käm. Garg. 226ᵇ; ha gesell ... spars auff ein ander mal. ein treck, sagt Kampffkeib, ich hab gefelet, ich will den sprung verbesseren. 230ᵇ;
nun redlich dran on sparen,
es ist zeit hinweg zu faren.
Haberer Abraham G vᵃ;
vgl.:
doch wolt si den herren   niht minnen ûf der vart:
eʒ wart ir kurzwîle   unʒ in ir hûs gespart.
Nib. 495, 2;
daʒ man einen meister dar
und brudere sente daʒ ist wâr ...
man solde dâ mite nicht lenger sparn.
livländ. reimchron. 10796 Meyer.
mit bestimmterer angabe der zeit: sparen unnd ghalten bisz auff den mertzen, omnia in mensem Martium conferre. Maaler 378ᵈ. ferner: bisz auf morgen sparen, in crastinum differre. Steinbach 2, 618. in reichlicher sprichwörtlicher verwendung:
spar nicht bis morgen
was du kanst heut versorgen.
Petri sprichw. Ss VIIIᵇ;
als jhn (Alexander) ein fremder könig fragt,
wie er in solcher kurtzen zeit,
die welt bezwungen weyt und breyt,
das ich nichts wolt bisz morgen sparen,
sonder risch und frisch bin fort gefahren.
Rollenhagen froschm. Qq 1ᵇ;
kommt, führt uns an. wir folgen euch. warum
bis morgen sparen, was wir heut vermögen?
Schiller Tell 4, 2.
mit weiterer bestimmung des objects:
ja, freund, haushältrisch mit der zeit
und mit der freude karg verfahren, ...
für trübe stunden heiterkeit,
und hofnung, wann ein sturm uns dräut,
und einen wunsch für morgen sparen.
Gotter 1 (1787), 429;
darumb warnet Christus die jünger, das sie yhre flucht nicht sparen auff ein sabbath da man nicht wandeln thurste. Luther 15, 748, 12 Weim. ausg.; die übung sittlichen wandels nur auf die feiertage beschränken, mit stärkerer anlehnung an 4, a. b: das ist der welt alte art, dasz sie die warheit zu ehren, oder an die feiertag spart. Egenolff 228ᵇ. ferner gerne in der verbindung: seine busze auf das kranken- oder totenbett, bis in jenes leben sparen u. ähnl., dafür auch das compos. versparen (s. d.): spare deine busse nicht, bis du kranck werdest, sondern bessere dich weil du noch sündigen kanst. Jes. Sirach 18, 22; gesparte busse. sie wollen den herrn Christum zeitlich genug, an seinem creutze, und die seligkeit auf ihren todbette finden; spahren also ihre busse, als dem letzten bissen bis aufs letzte. ... ich wil meine busse, bis auf den letzten bissen nicht spahren. Butschky Pathmos 93 f.;
darumb wach auf, du junger christ,
dieweil du jung und munter bist,
spar deine buesz nit bisz du wirst alt.
J. Rasch fastenlob 6ᵃ;
mein pusz hab ich so lang gespart,
bisz ich bin auff der letsten fart.
jetz hindert mich mein kranckhait grosz
mein kinder und mein petgenosz. ...
disz merken alle dj jr sündt,
hj sparen auf dj letsten pündt.
Schwartzenberg der teutsch Cicero 114ᵃ;
vgl.:
wollet er zu himmelrich faren,
so sollet er nit lenger sparn
und sollet buszen uwer sunde.
Alsf. passionssp. 4503.
auf die frömmigkeit bezogen: aber wir sind unsicher und leben doch so schentlich, als ob wir gewis weren, sparen die frömkeit bis wir sollen sterben. Luther 19, 327, 12 Weim. ausg.;
vermeint, er wöll die fromkeid sparen
bisz er alt wird, wie ein schneegansz.
Spangenberg ganskönig H 6ᵃ.
allgemeiner: wir müssen unsers dinges gewisz sein und nicht sparen, bisz wir sterben. M. Neander menschenspiegel 16;
mer sollen in unser kintheit
werben umb ein sicherheit;
wirt es an das alter gespart,
so vorsimen mer des himmels infart.
Alsf. passionssp. 4494;
du seist mir von der lesten zyt
das mir nit vyl zu schaffen gyt
do hin mag ichs wol alles sparen.
Gengenbach 63 Gödeke (die X alter 358).
auf vorgänge bei der auferstehung bezogen: wie man auch lieset ... von zweien andern, die sich jre mutter nicht wolten sehen lassen, und als sie offt darauff wartet, und auff eine zeit sie übereilet, schlussen sie bald die thür zu, und liessen sie heraussen stehen, und lange zeit weinen, bis sie sie zu letzt uberredten, sie solte hinweg gehen und sparen, bis sie einander sehen würden in jenem leben. Luther 5, 358ᵇ; das wollen wir sparen bis in jenes leben, da werden wir es in dem spiegel der heiligen dreifaltigkeit oder gottheit von angesicht zu angesicht sehen. 20, 362, 9 Weim. ausg.; wir müssen ja newe creaturen werden, nicht maine ich nach dem auswendigen leibe, dann solches müssen wir sparen bis auff die allgemeine aufferstehung, sondern an dem inwendigen leibe. Gretter erklärung der ep. Pauli an die Römer (1566) 744. mit stärkerer anlehnung an 5: spare solche worte auf eine andere zeit, parce verbis istis atque sustenta illa ad tempus idoneum. Stieler 2074; du beleidigst mich. ich bitte, spare deinen humor auf meine hochzeit. Göthe 10, 82;
'lieben herrn, hort an mein nötig klage!'
'itzund nicht, sparts auf ein andern tage,
dann wir habn auf diszmal nicht der weilen.'
Rebhun Susanna 2, 248 Gödeke- Tittmann.
7)
im heutigen sprachgebrauch hat dann das wort allgemeiner die bedeutung des vom ausgeben, verbrauchen, zurückhaltens angenommen (vgl. oben 3).
a)
haushälterisch mit den an geld, gut u. s. w. verfügbaren mitteln arbeiten, die ausgaben auf das notwendige beschränken (vgl. oben 4): sparen, kündig oder hauszlich sein, parsimoniam adhibere, parcere, reparcere. Maaler 378ᵈ; sparen, zu rath halten, espargner, sparagnare, sparmire. Hulsius (1616) 301ᵃ; er weiszt nichts vom sparen, nescit parsimoniam adhibere, parcere, prodigus et luxuriosus est. Dentzler 2, 267ᵇ; sparen, parta tueri, modicos sumtus facere. Frisch 2, 292ᶜ; vgl.: wenn es ans bauen gehet, so sparet er nichts, non in alia re damnosior est quam in aedificando. Stieler 2074. noch bey dem allen, arbeyte, spar, bisz heuszlich, weise, vernünfftig, dann durch dise mittel im glauben geübt, behüt gott vor armut und gibt reichtum. Egenolff 379ᵇ; könig Philippus solle den kosten sparen, und jhm die seul schicken, so wolle er sie auff seinen kosten daselbst auffrichten lassen und erhalten. Zincgref (1639) 1, 422;
so wil ichs doch nit sparen
und ob ichs al verzer
und wil darumb nicht sorgen:
gott beschert mir morgen mehr.
bergreihen 53, 29 neudruck.
die verneinte wendung dient leicht zum ausdruck des freigebigen, fast verschwenderischen: der zucker ist dabei nicht gesparet, man hat reichlich zucker dazu genommen. Campe; nachdem das mahl beendet war, wurden die weiszen thonpfeifen aus der ecke geholt und angebrannt, und Elke war wiederum geschäftig, die gefüllten kaffeetassen den gästen anzubieten; denn auch der wurde heute nicht gespart. Storm 7, 202;
jeder ist doch auch ein mensch!! —
wenn er sich gewahret;
sieht er dasz natur an ihm
wahrlich nicht gesparet.
Göthe 2, 302.
nur wenig merkliche berührung besteht mit dem unter 4 aufgewiesenen gebrauche:
wir wurden im Olymp, wie billig, ausgelacht;
die götter sparen ihre macht.
Wieland 9, 196 (die erste liebe);
so kennt
man euch, ihr götter, an gesparten, lang'
und weise zubereiteten geschenken.
Göthe 9, 50.
in wirtschaftlicher sprache dann weiter mit dem nebensinn den vorrat bedächtig zusammenhalten: von morgen fange ich an, ich gehe jetzt zu Babette in die küche, ich weisz, dasz ihnen das lieb sein wird. und ich werde sparen. Freytag soll u. haben 2, 301; das brot sparen, anguste uti re frumentaria. Maaler 378ᵃ; der landwirth sparet das heu, wenn er allen nicht äusserst notwendigen gebrauch desselben unterlässet. Adelung; die butter sparen, nur so viel an eine speise thun, als gerade notwendig ist. Campe; hierher wol auch: in eben dem masze, wie sich die hülfsquellen der regierung bei der langen fortdauer des kriegs erschöpften, fieng die republik eigentlich erst an, ihre aerndte zu halten. es war eine gesparte dankbare aussaat, die spät, aber hundertfältig wiedergab. Schiller 7, 15;
es konnt ihm durch sein gold ja glücken;
doch spart er dieses, und verlohr.
Hagedorn 3, 102.
dann übertragen: man meinte, diesz hänge mit seiner kräftigen blutfülle zusammen und verglich ihn mit jenen magern, verkommenen südländern, welche zwar mit einer zwiebel des tags ihren hunger stillen, dagegen im krieg ihr blut sparen, dessen sie so wenig übrig haben. Burckhardt zeit Constantins² 79; sich vorsichtig decken, die kraft sparen, unnützes wagnisz vermeiden, jede gunst des bodens benutzen ... war römische kriegskunst. Freytag bilder 1, 51;
wenig augenblicke sind
noch sein.   er spare sie.   noch diese nacht
musz er Madrid verlassen.
Schiller don Karlos 4, 21.
in sprichwörtlicher anwendung personificierter imperativischer ausdruck: spar brot oder mag nicht ligt auffm kirchhoffe, lebendge müssen essen. Petri sprichw. Ss VIIIᵇ (s. oben sparbrod); vgl.:
spar daʒ gelt was dâ vermiten
an rossen und an reicher wât.
Suchenwirt 4, 48.
selten mit dem gen.: rustet euch wider Babel umbher alle schützen, schiesset in sie, sparet der pfeile nicht, denn sie hat wider den herrn gesündigt. Jerem. 50, 14.
b)
ersparnisse an geld zurücklegen für die not im unglück und im alter, zur bildung eines vermögens. mit verdeutlichendem acc. sich geld sparen: das geld sparen und deszwegen kärglich leben, risparmiar' i danari, e perciò vivere parcamente. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; dann auch: er hat lang an diesem geldlein gesparet, egli per un lungo risparmio hà ammassato questi quaattrinucci. 849ᵇ; dafür auch zusammensparen (s. d.):
ich han wol bi den X jaren
ein geltli gwellen zemen sparen,
waʒ mir gebrist, dasz ich daʒ het.
fastn. sp. 832, 1 Keller;
jr daurt mich, das jhr euch also kasteyet, sintemal die fasten nicht will gedeyen: wem spart jhr die drey badheller, vielleicht zu des pfaffen opffer. Garg. 41ᵃ. absolut: auf künftige zeyt sparen, etwas hinder sich legen, das mans lang wölle behalten, in vetustatem reponere aliquid. Maaler 378ᵈ; sparen, neben sich legen aufs künftig, in vetustatem reponere. Dentzler 2, 269ᵇ; wem, auf wen sparest du? per chi risparmi, ammassi tu? für seinen mund (auf sein maul) sparen, risparmiare, salvare per la propria sua bocca. Kramer 2 (1702), 849ᵃ; für das alter sparen; auf das alter sparen; diese hochzeit, auf welche ich gespart und gehofft habe, nimmt ein übles ende. Immermann Münchh. 3, 71;
wem ist nicht Deutschland unterthan!
es wimmelt stets von zwanzig heeren: ...
und was die armuth spart, hilft übermuth verzehren.
Uz 40 (das bedrängte Deutschland) Sauer;
und der pfennig schafft vermögen, notabene, wenn man spart.
Voss 6 (1802), 49 (trinklied);
spart sie
für jene welt der unschuld schöne blume?
wenn für die liebe sie nicht sammelt, wem,
wem sammelt denn die tugend?
Schiller don Karlos 2, 12.
oft mit dem beisinn des kargenden, geizenden:
ist der nicht doppelt toll? ist der nicht gantz von sinnen,
der andern spahren will, und nicht für sich gewinnen:
der nimmer satt sich frist, hat keinen guten tag,
alleine dasz er reich am gelde sterben mag.
Rachel 33;
mit ergänzendem zusatze: mancher karget und sparet, und wird da durch reich, und dencket, er habe etwas für sich gebracht. Jes. Sirach 11, 17;
man zecht und zert als wolt man morgen sterben,
und scharrt und spart, als wolt man nach dem todt verterben.
Fischart dichtungen 3, 218 Kurz.
reich ist die verwendung im sprichwort: sparen ist der gröszt zoll. Franck (1541) 1, 153ᵇ; sparen ist ein grosser zoll und eintrag, doch sol man bey zeit anfahen, unnd nit erst, wann der gart gar bisz an den zaun und das haus bisz in grund verthon ist. 46ᵃ; sparen ist ein grosser zoll: wer gleubts aber. Petri sprichw. Ss VIIIᵇ; vgl.: wer gern spart und das seine wol zu rath hält, der gewinnt so viel, als wenn er einen grossen zoll zu einem jährlichen einkommen hätte, sed sera in fundo parsimonia, auff der neigen oder auff dem grund ist bösz sparen, oder so ist es mit dem sparen zu lange geharret. Corvinus 1, 464ᵃ. sparen ist die grösste rente. Petri sprichw. Ss VIIIᵇ; sparen ist verdienen. Simrock 9628; sparen ist gröszere kunst denn erwerben. 9623; sparen ist gut, wenn einer noch bey nahrung ist. Petri a. a. o.;
wann du noch wol bei narung bist,
so thu den stal zu eh dir brist
und denck das dann gut sparen ist
wann der vogel hat gut genist.
Franck (1541) 1, 152ᵃ.
sparen ist zu lang gehart, wenn nichts mehr da ist. Luther sprichw. 33 Thiele; sparen wann man nichts mehr hat, post rem devoratam ratio. Dentzler 2, 269ᵇ; sparen ist zu spat, wens gehet an den hauszrat. Petri a. a. o.; sparen ist zu spät, wenn man im beutel auf die nath und im fasz auf den boden greift. Simrock 9641;
sparen ist zu spät,
wenns an die hofstatt geht.
9640.
auf sparen folgt haben. 9633; wer heute spart, hat morgen etwas. 9629; vgl.: spart mans, so hat mans. Petri a. a. o. welcher sparet wann er hat, der findet, wann er bedarff, magnum vectigal parsimonia. Dentzler 2, 269ᵇ; dasz dirs nicht mangele, so spare, was du hast, ne tibi quid desit, quaesitis utere parce. Steinbach 2, 617; spar dem unfal, denck an den alten man. Franck (1541) 1, 42ᵇ;
zur noturfft spar, zer von dem gewin.
nit geude, das dir nit zerrinn.
149ᵇ;
spar so du wilt im fall bestahn,
zu letzt ist armuth schwenders lohn.
Petri sprichw. Tt Iᵃ;
spar was du hast gewonnen recht,
nichts arbeit hilfft, wens glück umbschlecht.
ebenda;
spar in der zeit, so hast du in der noth
ein brot.
Simrock 9639;
vgl.:
spar dein brot,
so hast du in der noth.
9638;
das seine ist nicht sein, er sparts einem andern. 9646; was man vor den frommen spart, wird den bösen zu theil. 9647; vgl.: was man zu ehren erspart, das fürt der teuffel sonst hin. Franck (1541) 2, 149ᵃ;
was man spart für den mund
friszt katz und hund.
Simrock 9648.
unpersönliches subject enthält die redensart: am zapfen sparen und am spundloch herauslassen, spart nicht.
c)
in der sprache des malers: sparen, sorgfältig und in dem rechten maasse den pinsel und die farben brauchen. Jacobsson 4, 200ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1921, Z. 73.

sparen, verb.

sparen, verb.,
in der sprache der weiszgerber in spar- (s. oben sp. 1920), kalkbrühe die felle einweichen. Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1933, Z. 79.

sparen, verb.

sparen, verb.
schimmeln, in fäulnis geraten. Adelung. sieh unten sporen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1933, Z. 81.

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Zitationshilfe
„gesport“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesport>, abgerufen am 07.12.2021.

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