Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gesprenkelt, adj.

gesprenkelt, adj.
part. zu sprenkeln (s. d.), mit sprenkeln oder tüpfeln versehen, gefleckt, vgl. gespreckelt: stellio, regenworm vel regenmoll ist gesprenckelt, gilvi et nigri coloris. Melber y 6ᵃ; das veyfelterlin (schmetterling) .. gesprenckelet rot, gelb und grün. Keisersberg spinn. c 6ᶜ; da war Marcus Scaurus der erste, der in seinem bawmeisteramt hundert und fünfzig von den gesprenckleten thiern (panthern) ausz Aphrica gen Rom sendete. Heyden Plinius (1651) 173; gesprenckelt tuch. Duez 194ᵃ;
ich kam zu der grotte, da fand ich
mein schönes gesprenkeltes spielendes lamm.
Klopstock 10, 244;
(mohn) roth und weisz, gemischt, gesprenkelt.
Göthe 5, 16.
nebenformen: gespränkelt Steinbach 2, 637; gesprenglet Heyden Plinius (1571) 124; so wenig als der leopard mag sein gesprenglete varb verkeren. Keisersberg pred. 66ᵈ;
das fell der gesprengelten gemse.
Voss Odyss. 14, 50;
gespringlet Emmelius nomencl. 272. Henisch 1568, wie sprinkel und sprinklicht (Jer. 12, 9) neben sprenkel und sprenklicht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4169, Z. 10.

sprenkeln, verb.

sprenkeln, verb.
1)
zu sprenkel, macula: sprenckeln, bundtmachen, piccoter, macchiare, maculare. Hulsius (1616) 304ᵇ; sprenkeln, bundmachen, variare. Schottel 1419; sprenkelen, instar chlathrorum variare, variis coloribus pingere, discoloribus signis notare. Stieler 2097; sprenkeln, ... scretiare, scritiare, variare. Kramer dict. 2 (1702), 888ᶜ; mit allerhand farben sprenkeln, scretiare, variare, spargere, taccare, macchiare, distinguere di ogni sorte di colori. ebenda; sprenkeln, mit tropfen besprengen. Dähnert 454ᵃ, mit verschiedenen farben besprengen. brem. wb. 973; sprenkeln (daneben sprinkeln, vgl. dazu oben unter sprenkel, m. macula), farbe mit einer steifen quaste auf einen gegenstand sprengen. ten Doornkaat Koolman 3, 288ᵇ. part. gesprenkelt, scretiato, scritiato, variato, sparso, macchiato, distinto di varii colori. Kramer dict. 2 (1702), 888ᶜ; g'spranklt Schöpf 693. dann kompt ein mann mit aim gesprenkelten fätzen an ain stangen gemacht, darinne halt aine henne mit zwaien köpfen (der deutsche reichsadler) genähet. Kirchhof wendunm. (1602) 145. gesprenkeltes blatt; gesprenkelter apfel, mit andersfarbigen flecken gezeichnet:
gieb Amalien dort den gesprenkelten Gravensteiner,
welchen sie liebt.
Voss 1, 122;
auch gern mit angabe der farbe gelb, grau, roth, weisz gesprenkelt: roth und weisz gesprenkelte mohnäcker waren wie glänzende stücke eines zerschnittenen prachtteppichs dazwischen gesäet. Hebbel 9 (1891), 248;
dort sind ragende bäume gepflanzt mit laubigen wipfeln,
... voll grüner oliven und roth gesprenkelter äpfel.
Voss Odyssee 7, 116.
doch zumeist ohne solche bestimmte angabe: ich sah im geiste die mehreren tausende der von mir gesprenkelten fahnenstecken gleich einem unabsehbaren zaune aufgestellt und mich als den feldhauptmann der hölzernen armee mitten vor derselben stehend. Keller 3, 82; rote schäfchenhimmel, gewitterstürme und andere gesprenkelte naturerscheinungen. 4, 216;
langstreifige, dunkel und hellgrün
wallende korngefilde, mit farbigen blumen gesprenkelt.
Voss 1, 21 (Luise 1, 127);
brachte mama den stattlichen bräutigamsschlafrock,
fein von kattun, kleeröthlich, mit farbigen blumen gesprenkelt.
213 (3, 873);
dort steht müsziges volk um den hölzernen pulcinell ...
hier wahrsager mit ihrer gesprenkelten schlangenbrut.
Platen 120ᵇ.
die farbe als subject:
zwischen dem greis' und dem jünglinge schwebt' ihm das alter;
jugendlich blühte die kraft, es sprenkelte silber die schläfen (variabant tempora cani).
Voss Ovids metamorph. 52, 261.
seltener intransitiver gebrauch: die trauben beginnen zu sprenkelen, uvae variare incipiunt. Stieler 2097.
2)
sprenkeln, ein klemmholz auf oder zwischen etwas setzen: dat swîn is sprenkeld, ist mit einem klemmholz auf der nase versehen. ten Doornkaat Koolman 3, 288ᵇ; dann auch 'n osse sprenkeln, dem geschlachteten thiere ein sperrholz zwischen die beine oder rippen stecken. ebenda; sprenkeln, ein seil durch einen hindurchgesteckten knebel herumdrehen und dadurch fest anziehen. Pfister nachtr. 282; so wird die säge gesprenkelt. ebenda. dann auch ein beliebtes mittel der tortur: ihm (zur peinigung) ein knödigt seyl umb den kopff gebunden, und mit einem holtz gesprenkelt. quelle bei Crecelius oberhess. wb. 2, 801; Hans Fuchs dem jüngeren zu Kaulstosz ein seil umb den kopff gemacht, gesprenckelt, die finger zusammengebunden. ebenda; danck gott, dasz wir keine krieger mehr haben, dasz der teufel die galgenvögel nach der reihe geholt hat ... sie sprenckelten uns jo, wars möglich, und schuriegelten uns, dasz es eine sünde und eine schande war. Schoch studentenleben D 1ᵃ.
3)
wie unten sprenken, verb. 2: sprenkelen, cancellare, graticchiare, aggraticchiare. lat. clathrare. Kramer dict. 2 (1702), 888ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1905), Bd. X,II,I (1919), Sp. 49, Z. 13.

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Zitationshilfe
„gesprenkelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesprenkelt>, abgerufen am 30.11.2021.

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