Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gespuknis, n.

gespuknis, n.,
früher auch gespugnis und mit umlaut gespügnis, wie einfaches spugnisz, spügnisz (Luther tischr. 224ᵃ, werke 1, 289ᵇ), spücknisz (rockenphil. 2, 286), zu spuk, spuken (s. d.).
1)
gespenst, geistererscheinung: gespuknüsz, apparitio, larva, phantasma, spectrum Stieler 2094;
was für schreckliche gespücknüs und ungehewr.
Soltau volksl. 1, 490 (von 1632);
noch ostpreusz. gespöknis, gespenst Frischbier 1, 231ᵇ.
2)
trugbild: (die erscheinung Samuels 1 kön. 28) ist des teufels gespügnisz gewest in der gestalt des manns gottes. Luther tischr. 214ᵃ; seltzame gespügnisse und gesichte, die einem im schlaff fürkommen. 329ᵃ.
3)
das spuken, die spukerei: das dieselben (polter-)geister von stund an von irem gespügnis und narrenwerck werden ablassen. Luther 2, 35ᵇ; darumb soltu alles solch gespugnisz der geister frei und frölich in den wind schlahen. ausleg. d. ep. u. evang. vom christag (1522) fff 2ᵇ; das gespügnis eines geistes frölich verachten. Knaut altzell. chron. 8, 585.
4)
bildlich, gaukelei, trügerei: was spiegelficht er (papst) denn mit seinen falschen ertichten worten und gespügnissen. Luther 1, 313ᵇ, gespugnissen an den chr. adel M 3ᵃ; was solten sie nu thun, nu alles voll sophistisch gespugnisz da ist! werke 8, 297, 7 Weim.; dasz solche phantasei und gespugnisz vom bösen geist den gemüthern beibracht worden. Nigrinus von zäuberern (1592) 210.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4170, Z. 72.

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Zitationshilfe
„gespuknis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gespuknis>, abgerufen am 06.12.2021.

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