gest adv.
Fundstelle: Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4174, Z. 60
s.gestern.
gest m
Fundstelle: Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4174, Z. 58
der schlucken, gleich jest theil 4², 2312: singultus, der klux oder der gest. Gersdorf feldb. d. wundarzn. (1528) 100.
gest m
Fundstelle: Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4174, Z. 20
verbalsubst. zu gären (sp. 1349), gleich gäst, gäscht, gescht, gischt, jest, jäst, jäscht, s. d.
1)
der gärende schaum, die hefe, faex, blictrum, gest, geszt, md. nd. gest, geste, geest, geyst, geust Dief. 77ᵃ. 232ᵇ, yest nov. gl. 55ᵇ, nrh. ghest, ghist Kölner gemma von 1495 J 3ᵃ. C 3ᵈ, altclev. gheste, mnl. ghest, ghist Kilian, nnl. gest, gist: der kisz kreuselt sich, wie ein gest auffm bier-pottich. Mathesius Sar. 31ᵇ; der gest (der schaum des gärenden bieres). Hohberg 2, 85ᵃ u. ö.; der heff im wein oder der gest, so im herbst von ihm geht. Paracelsus (1590) 6, 103, der giest ausg. von 1570; hefe, im gemeinen leben bärme oder gest genannt. Karmarsch techn. wb.² 2, 228, so ostpreusz. Frischbier 1, 231ᵇ, fränk. gest, göst Reinwald 1, 46, gött. gest, gêst Schambach 63ᵃ, westfäl. der gest und die geste Woeste 78ᵃ; im Ravensbergischen gest, sauerteig Jellinghaus 128.
2)
der schaum überhaupt: gest, spuma Dief. 548ᶜ, gest oder schaum, spuma, spumex voc. inc. teut. i 4ᵇ; mhd. der jest, der schaum des badewassers. kindh. Jesu 88, 34 Hahn; von zwei eiern das weisze auf einem zinnern teller so lang geklopfft, bisz es lauter gest wird. Hohberg 3, 1, 152ᵃ, ebenso 153ᵃ, 158ᵃ; schaumiger schweisz: deck den gaul mit kotzen wol zu, so wirdt er schwitzen, das der gest auff ihm ligt. Seuter rossarzn. (1599) 43; speichelschaum: der kranck hat den gest fur geworffen (spumas ex ore rejecit). modus latinitatis (Straszb. 1498) 15ᵇ; der weisze gest stunde im vor dem munde. Pierot 203; noch bair. gest, der schaum, der geifer, der aus dem munde rinnet Delling 1, 216; sanies, saifer, gest, unflat. Aventin. 1, 394, 34. 571, 2 Lexer; mnl. ghest, ghist, sanies Kilian, mnd. ghest, auswurf, schmutz Schiller-Lübben 2, 83ᵇ.
3)
der schaum als bild des scheinbaren, nichtigen: versetze mir, was deiner hellischen gemein eigenthümblich zustehet, und keinen gest oder schatten. Ayrer proc. 1, 10.
4)
der hauch, wie geist II, 1 sp. 2624: die lungen die do an sich zeuhet und wider auszlest den gest des lufftes, dadurch der mensch beleibet in leben. Albrecht v. Eyb ob einem manne 23ᵃ, vgl. Megenberg 29, 23: Aristotiles spricht, daʒ diu lung sei ain wintvanch, der den luft auʒ und ain füert, dâ von daʒ herz erküelt wirt.
gest adv
Fundstelle: Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4174, Z. 61
jenseit, auch gesten Schm.² 1, 955 aus Franken, geset Nürnb. chron. 2, 17, 2. 24, 19, gesset 270, 17, gensît 3, 25, 26, ginesît 245, 12, koburg. hessen und gessen, hesten und gesten, hest und gest, diesseits und jenseits Frommann 2, 136 fg.:
du schamst dich nit; das ist das best,
hälts dich gest,
wie dein art ist.
115 guter newer liedlein, Nürnb. 1544.
Zitationshilfe
„gest“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gest>, abgerufen am 22.11.2019.

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