Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

gestänge, gestäng, n.

gestänge, gestäng, n.,
coll. zu stange (s. d.).
1)
aufgebautes stangenwerk, gerüst: das gerühmte gebäude der nordamerikanischen staatseinrichtung wird wie ein morsches gestänge zusammenbrechen. Leipz. tagebl. vom 25. oct. 1850; ein chor aus einem italiänischen oratorium 'i pellegrini al sepolcro di n. s. Gesu Cristo' ... nach tausend muthwilligsten verhöhnungen alles heroischen ernstes richtete sich dies chorgespänst wie ein langes gestänge trägselig auf. Zelter an Göthe 4, 4 (vom j. 1825).
2)
mit einander verbundene stangen zur einfriedigung von feldern und wiesen, stangenzaun Adelung, niederd. gesteng Berghaus sprachsch. 1, 562ᵃ; bair.-kärntn. das gstäng, geländer an stegen und brücken Schm.² 2, 770. Lexer 239, bair. stangenwerk um den ländlichen stubenofen zum aufhängen der wäsche Schm.
3)
eine menge stangen, z. b. hopfengestäng Schm.; tirol. das gstäng, gesägte holzstücke zu thürpfosten und fensterbalken Schöpf 699.
4)
platz im walde, der mit stangenholz bestanden ist Schm.
5)
im bergbau lange glatte balken oder schienen als bahngleise für die förderkarren Veith 234: gestänge ist das holtz, darauff man im stollen mit dem hunde laufft, derer werden zwei neben einander uff die stege genagelt, dasz drei quer finger raum darzwischen bleibet, dasz des hundes leit-nagel darinnen gehen und nicht abweichen könne. Bechius Agricola 89; tigna duo conjuncta, daʒ gestenge Agricola de re metall. (1556) ind. 37ᵃ; wenn ir gesteng leget. Mathesius Sar. 137ᵇ; wer am perge gestenge ader holtzladen ader zeugk nimpt, das nicht sein ist. Schladminger bergbrief von 1408 in zeitschr. d. deutsch. alpenvereins 22, 228. in zusammensetzungen: förder-, hunde-, schienen-, schlitten-, stollen-, wagengestänge. auch im ersten eisenbahnbau das gestänge, die 6 fusz langen hölzer, welche auf schwellen gestreckt und auf welchen die schienen mit nägeln befestigt waren Ehrenberg baulex. (1840) 266.
6)
eine anzahl der länge nach steif oder beweglich mit einander verbundener hölzerner oder eiserner stangen zur fortleitung einer kraft oder bewegung, z. b.
a)
im mühlenbau: von dem krummzapfen steigt ein senkrechtes gestänge in die höhe, welches mit einer horizontalwelle im zweiten stockwerke (der nadelpoliermühle) in verbindung steht und sie hin und herschwankend bewegt. Forster ansichten (1800) 1, 274.
b)
im bergwesen, zur wasserhebung, entweder im grubenbau, schacht-, ort-, kunst-, pumpengestänge: also heben die hebarm das gestenge, und der kolbe zeucht das wasser ausz dem sumpff und geuszt es ausz in die tröge, da hebt es ein ander gestenge bisz auf den stollen. Mathesius Sar. 145ᵇ; gestänge sind die an einer kunst an einander gefügte stangen, wodurch die kunst arbeitet. Schönberg berg-inform. (1693) 2, 42; oder auf der erdoberfläche, um die treibkraft zu übertragen: das feldgestänge, die stangen an einem kunstzeuge, die über feld schieben müssen. Schönberg 2, 28; und folgten ihrem führer über die kalten beschneiten gefilde, wo das knarrende gestenge mit einem ewig einförmigen tone weit in das feld hineinschob. Zachariä 1, 345; das fahrtgestänge, die starken schachtstangen bei der fahrtkunst, woran die fusztritte und handgriffe zum ein- und ausfahren befestigt sind Scheuchenstuel 100; klopfgestänge, eine mit einem hammer oder einer glocke in verbindung gesetzte drahtleitung im bergwerk zum geben von signalen Richter berglex. (1805) 1, 588. Wenckenbach 71.
c)
die aneinander geschraubten bohrstangen bei erdbohrungen, auch das bohrgestänge Jacobsson 2, 73ᵃ. Veith 234.
7)
mrhein. das gesteng, der mast oberhalb des hummels (des zierknopfes nahe am ende). Kehrein 162.
8)
das hirschgeweih mit vielen sprossen oder enden, das gestänge Heppe jäger 182ᵇ, gestäng Schm., vgl. gestämm; auch heraldisch Querfurth 50. 67.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4200, Z. 42.

gestänge, gestäng, n.

gestänge, gestäng, n.,
coll. zu stange (s. d.).
1)
aufgebautes stangenwerk, gerüst: das gerühmte gebäude der nordamerikanischen staatseinrichtung wird wie ein morsches gestänge zusammenbrechen. Leipz. tagebl. vom 25. oct. 1850; ein chor aus einem italiänischen oratorium 'i pellegrini al sepolcro di n. s. Gesu Cristo' ... nach tausend muthwilligsten verhöhnungen alles heroischen ernstes richtete sich dies chorgespänst wie ein langes gestänge trägselig auf. Zelter an Göthe 4, 4 (vom j. 1825).
2)
mit einander verbundene stangen zur einfriedigung von feldern und wiesen, stangenzaun Adelung, niederd. gesteng Berghaus sprachsch. 1, 562ᵃ; bair.-kärntn. das gstäng, geländer an stegen und brücken Schm.² 2, 770. Lexer 239, bair. stangenwerk um den ländlichen stubenofen zum aufhängen der wäsche Schm.
3)
eine menge stangen, z. b. hopfengestäng Schm.; tirol. das gstäng, gesägte holzstücke zu thürpfosten und fensterbalken Schöpf 699.
4)
platz im walde, der mit stangenholz bestanden ist Schm.
5)
im bergbau lange glatte balken oder schienen als bahngleise für die förderkarren Veith 234: gestänge ist das holtz, darauff man im stollen mit dem hunde laufft, derer werden zwei neben einander uff die stege genagelt, dasz drei quer finger raum darzwischen bleibet, dasz des hundes leit-nagel darinnen gehen und nicht abweichen könne. Bechius Agricola 89; tigna duo conjuncta, daʒ gestenge Agricola de re metall. (1556) ind. 37ᵃ; wenn ir gesteng leget. Mathesius Sar. 137ᵇ; wer am perge gestenge ader holtzladen ader zeugk nimpt, das nicht sein ist. Schladminger bergbrief von 1408 in zeitschr. d. deutsch. alpenvereins 22, 228. in zusammensetzungen: förder-, hunde-, schienen-, schlitten-, stollen-, wagengestänge. auch im ersten eisenbahnbau das gestänge, die 6 fusz langen hölzer, welche auf schwellen gestreckt und auf welchen die schienen mit nägeln befestigt waren Ehrenberg baulex. (1840) 266.
6)
eine anzahl der länge nach steif oder beweglich mit einander verbundener hölzerner oder eiserner stangen zur fortleitung einer kraft oder bewegung, z. b.
a)
im mühlenbau: von dem krummzapfen steigt ein senkrechtes gestänge in die höhe, welches mit einer horizontalwelle im zweiten stockwerke (der nadelpoliermühle) in verbindung steht und sie hin und herschwankend bewegt. Forster ansichten (1800) 1, 274.
b)
im bergwesen, zur wasserhebung, entweder im grubenbau, schacht-, ort-, kunst-, pumpengestänge: also heben die hebarm das gestenge, und der kolbe zeucht das wasser ausz dem sumpff und geuszt es ausz in die tröge, da hebt es ein ander gestenge bisz auf den stollen. Mathesius Sar. 145ᵇ; gestänge sind die an einer kunst an einander gefügte stangen, wodurch die kunst arbeitet. Schönberg berg-inform. (1693) 2, 42; oder auf der erdoberfläche, um die treibkraft zu übertragen: das feldgestänge, die stangen an einem kunstzeuge, die über feld schieben müssen. Schönberg 2, 28; und folgten ihrem führer über die kalten beschneiten gefilde, wo das knarrende gestenge mit einem ewig einförmigen tone weit in das feld hineinschob. Zachariä 1, 345; das fahrtgestänge, die starken schachtstangen bei der fahrtkunst, woran die fusztritte und handgriffe zum ein- und ausfahren befestigt sind Scheuchenstuel 100; klopfgestänge, eine mit einem hammer oder einer glocke in verbindung gesetzte drahtleitung im bergwerk zum geben von signalen Richter berglex. (1805) 1, 588. Wenckenbach 71.
c)
die aneinander geschraubten bohrstangen bei erdbohrungen, auch das bohrgestänge Jacobsson 2, 73ᵃ. Veith 234.
7)
mrhein. das gesteng, der mast oberhalb des hummels (des zierknopfes nahe am ende). Kehrein 162.
8)
das hirschgeweih mit vielen sprossen oder enden, das gestänge Heppe jäger 182ᵇ, gestäng Schm., vgl. gestämm; auch heraldisch Querfurth 50. 67.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4200, Z. 42.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
gestipft getüche
Zitationshilfe
„gestäng“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gest%C3%A4ng>, abgerufen am 01.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)