Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

gesteck, n.

gesteck, n.,
verbalsubst. zu stecken, gleicher bedeutung wie besteck theil 1, 1664, das behältnis, worein etwas gesteckt wird, sowie das hineingesteckte.
1)
gestecke, futteral Kramer 2, 96ᵃ, gesteck, étui Rädlein 377ᵃ; zugleich mit seinem inhalt: das gestecke, quod simul figitur Steinbach 2, 715; ein gestecke messer, cultri receptaculo conditi ebenda; ein gesteck von messern, theca cultraria, gesteck zu einer scheer, theca forficis Duez 195ᵃ; nehezeug oder gestecke, 'futteral, worinnen die zum nehen gehörigen instrumenta stecken' Amaranthes frauenz.-lex. 1094; (büttnergeselle) nimm deinen degen und bandgesteck (wie bandmesser theil 1, 1101) und lege es an die seite. Weim. jahrb. 4, 276 (von 1715); als tischgerät: ein gesteck messer, theca mensaria Stieler 2160; gesteck, messer und gabel zusammen Ludwig 764, messer, gabel, löffel Jacobsson 2, 73ᵇ; chirurgisch: das gesteck et gestecke, theca tonsoria, chirurgica alias balbirzeug Stieler 2160; in der schlesischen mundart Nordböhmens das gesteck, der federhalter, die tabakspfeife, der anzug, ferner eine vorrichtung, in welche etwas gesteckt wird, z. b. die spindel, noldagesteck, nadelbüchse, auch nähpolster, das gesteckla, beweglicher nähstock zum mitnehmen, wenn man 'zu rocken' geht Knothe 253; wien. gstek, die coiffüre Hügel 74ᵃ.
2)
wie besteck als schmähende bezeichnung einer weibsperson, einer häszlichen, schmutzigen Kehrein volksspr. in Nassau 162, einer langen, wie ein stecke (stange) aufgeschossenen, faulen, kurhess. gestieke Vilmar 125, gestecke Pfister 78, plur. freche gestecker Sauerwein der 18. oct. (Frankf. 1840) bei Vilmar 125; auch von männern, mit bezug auf seltsamen wuchs: das ist ein närrisches gestecke, ein merkwürdig gewachsener mensch. Weise Altenb. mundart 77; nordböhm. das gesteck, eigenthümlicher mensch, carricatur Knothe 253.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4208, Z. 35.

gestock, gestöcke, n.

gestock, gestöcke, n.,
coll. zu stock, s. d.
1)
stockwerk eines hauses: gestock, gaden, contignatio, eines gestocks hoch Henisch 1577; dasz wohnungen ... insgemein nur ein einziges gestock gehabt, und keine obere zimmer. Winkelmann 1, 384; das schimmernde marmorweisz des oberen gestocks. Stahr Weimar und Jena 1, 33.
2)
bergmännisch gestöcke oder stockwerk, mächtige erzlagerstätte im gebirge ohne erkennbares streichen und fallen Richter berglex. (1805) 1, 405. Veith 237: vena cumulata, gestöck Frischlin nomencl. c. 111; gestöcke, 'ein groszer bauch, den das erz formet' Frisch 2, 338ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4242, Z. 22.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
gestipft getüche
Zitationshilfe
„gestöcke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gest%C3%B6cke>, abgerufen am 05.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)