Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gestöhne, n.

gestöhne, n.,
verbalsubst. zu stöhnen (s. d.), das dumpfe tiefe ächzen.
a)
von klagenden oder leidenden menschen:
doch plötzlich bricht er aus in schluchzen und gestöne.
Alxinger Bliomb. 1, 89;
bist du es geliebter! rief sie mit dumpfem gestöhn aus ..
thränenlos flammten die augen nun wieder herab zu dem leichnam.
Sonnenberg ged. 164;
das gestöhn eines schwerleidenden menschen. J. Gotthelf 19, 324 (schuldenb. 341);
der erschlagnen bang gestöhne
hallten hohl die mauern nach.
Freiligrath ges. dicht. (1877) 1, 213;
von träumenden:
gegen den hahnschrei
hast du mir wieder im traume geprediget, bald mit verstärktem
ausruf, bald mit gestöhn.
Voss Luise 2, 40;
von verliebten:
haltet aus, o ihr liebenden herzen,
lieblich ist der verliebten gestöhn.
Rückert ged. 352;
darunter mischt sich ein gestöhne,
das aus entzücktem busen geht.
Bürger 26ᵇ.
b)
von thieren: (der hund) erhob sich grimmig, stiesz ein heiseres gestöhn aus. Freytag handschr. 2, 13;
er peitscht sein thier (ross) und mit gestöhn
hats übern hohlweg sich geschwungen.
A. v. Droste-Hülshoff ged. 277;
das süsze gestöhn der nachtigall.
Daumer Hafis (1846) 296.
c)
dichterisch, von dingen:
er seufzt in der winde gestöhne.
J. Falk in Voss musenalm. 1797, 55;
ging ein gestöhn durch alle fugen
in unserm hölzernen delphin.
Lingg ged. 1, 6.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4242, Z. 62.

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Zitationshilfe
„gestöhne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gest%C3%B6hne>, abgerufen am 27.11.2021.

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