Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gestudel, gestüdel, n.

gestudel, gestüdel, n.,
coll. zum mhd. neutr. und fem. studel, pfosten, säule, ahd. turstudil, turistuodil, -stodal, das vom fem. stud, stütze, pfosten, ags. studu, schweiz. schwäb. stud, abgeleitet ist.
1)
der webstuhl, wie ahd. stoͮdel, pidonius Graff 6, 654: gestudel der weber, telarium, stamen textoris voc. inc. teut. i 5ᵃ; noch schweiz. das gestüdel, gestüedel, der weberstuhl Stalder 2, 413, tirol. die stuedl und das gstuedl, weberstuhl, maschine zum tuchwirken Schöpf 724.
2)
gerüst, thron:
darnach satzt si auf ain chron
und saʒ auf ain gestuedel hoch.
Vintler 8318.
3)
gestell: tirol. das ofengstüedl, das um den ofen herum angebrachte gerüst Schöpf 724; schweiz. das gestüdel, holzwerk zu einem gepolsterten stuhl Stalder 2, 413; hohes, nicht festes, altes, wackliges gestell, dann verächtlich gegenstand für die rumpelkammer Rütte 35; übertragen, zu schnell aufgewachsener, hagerer mensch oder thier J. Gotthelf 18, 275. 20, 365.
4)
kopfgestell, halfter des rosses: houptgestuedel, capistrum voc. opt. 20, 9 Wackern., capistrum, halfter oder haubtgestudel Augsb. cod. bei Schm., wie houbetstiudel, -stuͤdel, -stoudel:
dâ was im durch daʒ tehtier (eiserne schutzplatte)
daʒ houbetstiudel ab geslagen:
eʒ mohte des zoumes niht getragen.
Wolfram Willeh. 412, 25, var. houptgestodel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4262, Z. 18.

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Zitationshilfe
„gestüdel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gest%C3%BCdel>, abgerufen am 05.12.2021.

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