geste f
Fundstelle: Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4207, Z. 43
1)
erzählung von abenteuern, geschichte, aus lat. plur. gesta (gleich res gestae, vgl.gesta Romanorum), altfranz. geste, mnl. gesten, res gestae, acta Kilian:
mhd. alsô man an der geste list.
Tristan 8946;
in lateinischem gewande: als hernach sine gesta geschreben stent. Limb. chron. 30, 19 Wyss. vgl. bibel theil 1, 1805.
2)
ausdrucksvolle hand- oder körperbewegung, aus lat. gestus, mnl. geste, gesticulatio, ludus, jocus Kilian: gokelen of gesten maechen, gesticulari Kölner gemma von 1495 J 8ᶜ, vrœliche gesten machen Dief. 261ᶜ, von einem joculator, gaukler oder öffentlichen lustigmacher; dasz es unter den bedeutenden gesten eine art giebt, die der schauspieler vor allen dingen wohl zu beobachten hat, und mit denen er allein der moral licht und leben ertheilen kann. es sind dies die individualisirenden gestus. Lessing 7, 20; sie recitirte balladen, erzählungen ... dabei hatte sie die unglückliche gewohnheit angenommen, das was sie vortrug mit gesten zu begleiten, wodurch man das was eigentlich episch und lyrisch ist, auf eine unangenehme weise mit dem dramatischen mehr verwirrt als verbindet. Göthe 17, 251.
Zitationshilfe
„geste“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geste>, abgerufen am 23.04.2018.

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