Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geströh, n.

geströh, n.
das stroh, ahd. kistrawi speltono, stramen spicarum, bethdigistrowi, stratorium Graff 6, 759, mhd. gestrowe, älter nhd. gestrôe, gestrœ, geströhe, gesträw, gestreb, coll. zu stroh, ahd. strau, strao, strou, mhd. strou, strô, gen. strouwes, strôwes, eig. 'was man streut, was als streu dient', vgl. das engverwandte gestreu. belege: allis gestrowe und hauwe (heu). hess. urkundenb. 2, 526, 15 Wyss (von 1344); auch sollen alle gute der herren bebuwet und befridet sin, also daʒ man alles getreit und gestroe daruf gefuren moge. weisth. 6, 87 (Franken, von 1400); gestroe und keffach. Lexer nachtr. 203 (archiv zu Schwarzenberg in Mittelfranken, von 1457); so unser ambtman oder anwalt den zechent auf dem gebürg gefechsent (einheimst), so .. beleibt das schtrab (stroh) bei den güetern, aber auf der eben fechsen unser anwalt den zechent mit sambt dem gestreb. östr. weisth. 6, 302, 14 (15. jh.); dasz am tresch das gesträw wol und sauber auszgetroschen .., item das gesträw mit den gablen wol und lauter geschüttelt. würtemb. zehend-ordn. von 1618 24; sie haben an unsern underthanen das geströhe und die dung unpillich entzogen. Dief.-Wülcker 617 (Frankf. archiv, von 1566); geströh und nüstung. Lennep lands. 2, 18 (von 1571); roggen- oder waizens gestrœ. bair. landtag von 1612 p. 216; gestree nit allain für das vich, sonder auch underhaltung der strodächer. 233; wo die bauern wenig geströ und vil vichs haben, kan das dachsenhauen (abschneiden von nadelholzzweigen zur viehstreu) nicht wol gar abgeschafft werden. bair. landrecht von 1616 p. 325. 740; das geströhe, stramentum Stieler 2212; was im april in den acker kommt, giebt zwar mehr geströhe, aber ringere körner. Hohberg 2, 38ᵃ; geströh Binger acten von 1757 bei Dief.-Wülcker 617; noch bair.-östr. das geströ, gestreh, das stroh Schm.² 2, 803. Castelli wb. 155.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4258, Z. 27.

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Zitationshilfe
„geströh“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gestr%C3%B6h>, abgerufen am 03.12.2021.

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