Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gestreicht, adj.

gestreicht, adj.
part. zum schwachflect. streichen (s. d.).
1)
geschlagen:
da wolt er (der fuhrmann) im den driten (schlag) geben,
da wüscht er (der wolf) auff also gestreicht.
B. Waldis Es. 4, 73, 65;
das ist ein gestreichter, so mit dem engel gestritten hat. Eiselein spr. 233, dazu die erklärung nach Schmeller: da die seelen aus dem himmel kommen, giebt der engel am thor einer jeden zur erinnerung ihrer herkunft einen schlag auf den rücken; die es nicht leiden wollen, kriegen zwei, und diese sind dann die gestreichten.
2)
albern, einen sparren zu viel habend, vgl. er hat einen klaps theil 5, 981: bair. ein gestreichter mensch Delling 1, 217, du gestreichter ding! Schm.² 2, 805.
3)
glatt gestrichen, geputzt: mhd.
(Isolde war) gestreichet als ein papegân.
Trist. 10999;
(Medea) gestreichet als ein velkelîn,
dem sîn gevider ebene lît.
Konr. v. Würzb. troj. kr. 7538;
wildes palges har,
schon geslihtet und gestreichet.
Renner 12046.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4251, Z. 52.

strichen, m.f.

strichen, m.,f.,
die zitze am euter des milchviehs (s. auch strich C 10 und strichel, m., n.). nur spärlich und vorwiegend in mundartlicher sprache vertretene maskuline ableitung mit n-suffix, vgl. strichen, m. Bayerns maa. 2, 260; Blumer nordwestböhm. ma. 88ᵇ; Crecelius oberhess. 819. mit aufgabe des -n: striche, m. Kehrein Nassau 396; stricə Lenz Handschuhsheim 69ᵃ. daneben femininer gebrauch striche, f., wobei ausschlieszlich pluralische verwendung (so verzeichnet bei Unger-Khull steir. 583ᵇ; Spiess Henneberg 246; Ruckert unterfränk. 177) zur unsicherheit über das genus, sowie der verlust des auslautenden -n zum genuswechsel geführt haben mag: striche, f. Anton Oberlausitz 13, 11; Hertel Thür. 238:
die als princessin hat erkandt ein gantzes land,
sitzt bei der kuh und hat den striechen in der hand
E. Herrmann goldnes fliesz d. tugend (1676) 47;
zu kleinen trinckschalen ... bedienen sie sich derer häute von den eutern, welche den geschlachteten mutterpferden oder umgefallenen cameelen im gantzen ausgeschnitten werden. damit nichts durch die striechen auslaufe, so verbindet man sie mit riemen oder därmen Opitz merkwürdige nachrichten (1748) 1, 196.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1957), Bd. X,III (1957), Sp. 1552, Z. 28.

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Zitationshilfe
„gestreicht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gestreicht>, abgerufen am 28.11.2021.

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