Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gestreue, gestreu, n.

gestreue, gestreu, n.
1)
das gestreute strohlager für menschen oder für das vieh, coll. zum fem. streu (s. d.), mhd. ströuwe, streuwe, ströu: ahd. kastrewi, stramenta lectorum, kistrewi, stramen, stratum Graff 6, 759; mhd. gestrouwe, stramentum sumerlat. 35, 7; nhd. stratum, etiam jumentorum est, ein gestrwe Trochus (1517) Q 6ᵃ; strata, gestrew Alberus dict. HH 1ᵇ; viehstreu: all gestreuͤe, die in der marck werden, sollen uff der marck bliben. Mone zeitschr. 1, 13, 31 (Schwarzwald, von 1484), weisth. 4, 527; auch hew oder gestrey, was dergleichen ist. Fronsperger kriegsb. 3, 125ᵃ; noch bair. das gesträ, die streu Schm.² 2, 802, östr. das gestreh Castelli wb. 155, das gestraret Loritza 50ᵇ. vgl. das engverwandte geströh.
2)
verbalsubst. zu streuen (s. d.), ahd. strawjan, mhd. strouwen, ströuwen, streuwen.
a)
das umherstreuen, schwäb. gestreub, unordentliches wesen Schmid 514. vgl. das gesträtt, das umherstreuen, das einem mhd. geströude entsprechen würde:
(du soltst) der prosem gesträtt nit leiden.
Hätzlerin 2, 71, 113.
b)
streumasse aus steinen und eisenstücken, als geschosz der kanonen und mörser: gestrew oder hagelgeschosz. Fronsperger kriegsb. 2, 128ᵃ, gesträuw register, gestrey 2, 74ᵇ; ein gestreu aus einem böller zu schieszen. Joh. Staricius heldenschatz (1698) 205. vgl. gestreuschlag, -schrot.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4256, Z. 17.

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Zitationshilfe
„gestreue“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gestreue>, abgerufen am 04.12.2021.

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