Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gestrichelt, adj.

gestrichelt, adj.
part. mit kleinen zarten strichen versehen: bunte, getüpfelte, gestrichelte, pfauenaugige schmetterlinge. Wieland 11, 247; das gelege (des brachpiepers) besteht aus vier bis sechs blaulichweiszen, rothbraun und violett ungleich gefleckten und gestrichelten eiern. Winckell handb. f. jäger 2, 438.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1895), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4256, Z. 48.

stricheln, vb.

stricheln, vb.,
lineas ducere (Dentzler clavis germ.-lat. [1713] 279ᵇ), aliquid linea designare, lineas ducere (Aler dict. [1727] 2, 1853), allgemein jedoch, nach der üblichen art verbaler l-ableitungen, mit diminutiver und iterativer bedeutung (wie ähnliches kritzeln), 'mit stricheln oder kleinen strichen versehen, bezeichnen' (Campe 4 [1810] 713ᵃ), schraffieren (strechelen luxemb. ma. 429ᵃ); denominative bildung zu strich (bei der auch anlehnung an strichel, n., mitgewirkt haben mag). zufrühest als adjektiv. part. prät. 'mit kleinen strichen versehen bzw. aus diesen bestehend': (es) werden vielerlei gattung seiden ... unsern glat- und gestrichelten taffeten gleich gemacht Widerhold beschr. d. sechs reisen (1681) 1, 46ᵃ;
da siehet man (die nelkenblüten), wie sie so wunderbar vermenget,
die sind gestrichelt, die gesprenget,
die sind geädert, die gerändert
Triller poet. betracht. (1750) 1, 14;
man musz wissen, dasz die Franzosen im singen, alle die kurzen e am ende der wörter ... eben so lang dehnen und zerren, als eine andre lange sylbe. um aber solche zu keinem gestrichelten scharfen è, oder ê zu machen anmuth. gelehrsamk. (1751) 3, 739 Gottsched; hinterleib schwach gestrichelt Ratzeburg forstinsekten (1844) 1, 70; als verzierung ... dallen und streifen von gestrichelten linien eingefaszt Furtwängler vasenbeschr. (1885) 158; weisses sandelholz ... am querschnitt deutlich quer gestrichelt Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 6, 577; nur eine einzige strasze (auf einer wandkarte), ... nur eine dünne gestrichelte Kluge Kortüm (1938) 58; 'in der pflanzenlehre heiszt ein blatt gestrichelt (lineatum), wenn es ganz mit platten, gleichlaufenden gefäszbündeln, welche vom stielende nach der spitze gehen, dicht durchzogen ist' Campe 4 (1810) 713ᵃ. geringschätzig für wertlos und unbedeutend erachtetes zeichnen, malen, schreiben: gränzenlos strichlende kupferstecher (1820) Göthe IV 33, 131 W.; das stricheln (der beamten) hörte auf Kluge Kortüm (1938) 271; und so drey und einen halben bogen voll geschwindelt und gestrichelt (hier wohl mit absichtlichem doppelsinn für eine textstelle mit viel gedankenstrichen) portraits (1779) 77. geistesabwesend strich neben strich zeichnen, kritzeln: aber kaum hatte ich eine halbe stunde gezeichnet und ein paar äste mit dem einförmigen nadelwerke bekleidet, so versank ich in eine tiefe zerstreuung und strichelte gedankenlos daneben, wie wenn man die feder probiert G. Keller ges. w. (1889) 2, 263; er ... fing nun an, mit kreide auf den tisch zu stricheln Storm s. w. (1899) 3, 107. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1957), Bd. X,III (1957), Sp. 1551, Z. 48.

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Zitationshilfe
„gestrichelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gestrichelt>, abgerufen am 28.11.2021.

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