Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesundheitsbeamter, m.

gesundheitsbeamter, m.,
zuerst als verdeutschung französischer benennungen auftauchend: von dem 1. vendemiäre des j. XII an darf niemand die innere oder äuszere heilkunde ausüben, oder die stelle eines gesundheitsbeamten versehen, ohne nach der vorschrift des gegenwärtigen gesetzes geprüft und aufgenommen zu sein. archiv der staatsarzneikunde (Augustin 1805) 1, 250; hier musz allerdings ein arzt zur ersten untersuchung aufgestellt und als jene legale mittelinstanz anerkannt werden, die für das polizeyliche und richterliche fach gleiche obliegenheiten und gleichen einflusz hat. man hiesz ihn bisher den physikus oder noch eigentlicher den amtlichen medizinalreferenten, nach der neueren bezeichnung den gesundheitsbeamten. Schütz (1808) 35 u. a. neue verbreitung erlangt das wort mit den Innsbrucker resolutionen und in der polemik, die sich gerade an den betreffenden abschnitt derselben anknüpft: die beaufsichtigung beziehungsweise leitung der örtlichen gesundheitspflege ist sache eines vom staate für jeden gröszeren verwaltungsbezirk zu ernennenden öffentlichen gesundheitsbeamten, vgl. sammlung der druckschr. des nordd. bundes 1870 no. 89.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4336, Z. 40.

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Zitationshilfe
„gesundheitsbeamter“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesundheitsbeamter>, abgerufen am 07.12.2021.

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