Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesundheittrinken, n.

gesundheittrinken, n.,
substantivierter infinitiv, in dem die gewohnheitsmäszige verbindung des verbums mit dem object zum compositum erstarrte: lauf auch am sontag nicht nach den krügen und wirtshäusern und sauff dir mit vielem gesundheittrinken allerley krankheiten an den hals. Schupp (gedenk daran Hamburg) Wackernagel lesebuch 3, 1, 709. das gesundheittrinken, soteria pocula. Dentzler (1677) 116; ich erinnerte mich dermalen vergeblich des löbl. edicts ihrer königl. majestät von Preuszen durch welches sie das gesundheittrinken gaͤntzlich abgestellt und verbotten hat. discurse der mahlern (1721) bd. 3 (7. discurs); in den älteren zeiten, in welchen das gesundheittrinken in Holstein, besonders in Hamburg bei tafel florirte. Schütze holstein. idiot. 1, 203. auch das genetivzeichen drängt sich hier in die compositionsfuge ein: das gesundheitstrinken war in Hamburg, Altona u. a. städten ehemals sehr im schwange. ebendort 2, 30; ach gott, ich kann das viele gesundheitstrinken nicht vertragen 2. strophe des liedes 'ungeheure heiterkeit' etc. Tübinger commersbuch⁸ (1894) gegen die älteren auflagen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4346, Z. 73.

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Zitationshilfe
„gesundheittrinken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesundheittrinken>, abgerufen am 08.12.2021.

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