Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesundmacher, m.

gesundmacher, m.,
taucht im übergang vom mittelhochdeutschen zum neuhochdeutschen auf und gehörtnamentlich in der bedeutung salvator, heiland — dem mitteldeutschen und niederdeutschen gebiete an. vgl. Teuthonista 105ᵇ. Schiller-Lübben 2, 87 und 4, 476. Verwijs und Verdam 2, 1668. 4, 1835.
1)
das hie ist ein gesuntmecher uffinbar
alle wernde zu trost und zu selikeit,
er ist, der unser borden treid
und ist uns allen bekant,
Jhesus ist sin name genant.
Alsfelder pass. 1408;
gnade her, zu disser frist!
went du mine gesuntmacher bist.
7753 vgl. Lexer nachtrag 203.
in derselben bedeutung belegt Pfeiffer das wort aus der Kölner mundart des 15. jahrh. Frommann 2, 436; auch Luther verwendet das wort gelegentlich: so ist der engel Raphael, (das ist) artzt oder gesundmacher, auch da. vorrede aufs buch Tobiae (1530) werke (Erlangen) 63, 100.
2)
in den vocabularien und wörterbüchern dringt das wort auch auf oberdeutsches gebiet: so wird es in Schonspergers gemma gemmarum (Augsburg 1512) übernommen, während die Straszburger gemma (1508) ebenso wie andere verwandte denkmäler für saluatorem seligmacher einsetzt. weitere belege gibt Aler 931ᵃ ; Richelius u. a.; artz .. ein verhüter, vertreiber der kranckheyten, gesundmacher, medicus. Simon Rot (Augsburg 1571) Cᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4348, Z. 53.

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Zitationshilfe
„gesundmacher“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesundmacher>, abgerufen am 01.12.2021.

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