Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

getemer, n.

getemer, n.,
lärm, gepolter Lenz der Handschuhsheimer dialect 1, 21. das wort setzt das in der mittelhochdeutschen poesie vielbeliebte getemere (mhd. wb. 3, 29ᵃ. Lexer 1, 943) fort, das auch im 15. jahrh. noch mehrfach belegt ist; es ist verbalsubstantiv zu dem in der bair. mundart noch heute üblichen damern, dämmern (Schmeller² 1, 506) ähnlich wie getümmel zu dameln, dimeln, tumeln (theil 2, 1152), dümmeln Schm.² 1, 506:
ouch hôrte man dar under
von slegen ein getemere
als ob tûsend hemere
dâ klüngen.
Konr. v. Würzburg Engelhard 2729;
dâ wart ein solch getemer
sam tûsent smide ûf kessel slüegen hemer.
Lohengrin 44;
man horte ir slege getemere
als do die ysenhemere
vallen uf die aneboz.
ir beider manheit die was groz.
kreuzfahrt Ludwigs v. Thüringen 4380;
sumelîche intslâfin wârn
gar intnumen allin vârn,
want iz was in der demere,
dô hûb sich ein getemere:
dî cristnin ûf sî platztin
und sî hô gnûc beschatztin
in neminde gût unde lîb.
Jeroschin 17014, ebenso 19166;
zuo Lund, zuo Paris, und zu Mecz
ward doch getemmer nie so grosz
von hemmer noch von anebos.
H. v. Sachsenheim mörin 4901 Martin;
uff dem erdtrich würt sein ein trucken oder getreng der völcker, vnd der zusammenschüttung des getöns, getemmers, gemödels oder wütens des möres vnd der flüsz oder wasser. Geiler v. Keisersberg postill (Straszburg 1522) I, 3ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4362, Z. 86.

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Zitationshilfe
„getemer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/getemer>, abgerufen am 07.12.2021.

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