Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gethürme, n.

gethürme, n.,
sammelwort zu thurm (theil 11, 466), in manchen verwendungen auch deutlich als verbalsubstantiv zu thürmen (theil 11, 470) empfunden und gebildet:
urplötzlich verstummten die stürme;
es sanken der wogen gethürme
der schleier des himmels entschwand.
Campe 2, 352;
es naht das gethürme der wolken,
es flammt der zackige blitz.
ebendort;
während auf der seite gegenüber basaltriffe mit wundervollem von der natur selbst im geschmacke eines gothischen tempels ausgemeiszeltem gethürme, mit schnörkelei und höhlenwerk mitten unter buschgrün zu tage stehen. Fallmerayer fragmente aus dem orient 1, 149; und er erreicht endlich jene schaudervollen stellen an der teufelsburg, die unter sich den zerrissenen abgrund, über sich das senkrecht aufsteigende gethürme haben. Rosegger schriften des waldschulmeisters¹⁴ 172 (im sommer 1818). auf volksthümliche bildungen weist ein beleg, der mit den bei gethuns besprochenen genetivformen in beziehung steht: der mehreren dörfern gemeinsame friedhof, auf dem sie beerdigt werden sollte, lag .. mitten im walde auf einem berge, woselbst eine kleine alte kirche stand, die man in der umgegend das 'gethürms' nannte. O. Müller (die mediatisierten) schriften (1873) 11, 162.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4385, Z. 49.

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gestipft getüche
Zitationshilfe
„gethürme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geth%C3%BCrme>, abgerufen am 03.12.2021.

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