Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gethront, participiales adj.

gethront, participiales adj.
zu thronen (theil 11, 430 und 431). das wort gehört scheinbar zu den participien des präteritums mit activer bedeutung wie gedient, gelernt (vgl. Erdmann grundzüge der deutschen syntax 86), insofern es äuszerlich an das intransitive verbum thronen anknüpft. nur bleibt bei dieser erklärung die form des präteritums ein räthsel, da die bedeutung des adjectivs an der gegenwart haftet. die erklärung musz deshalb doch wohl von dem wenig belegten transitiven thronen (auf den thron setzen theil 11, 431) ausgehen. von hier aus erklärt sich auch die beziehung auf die gegenwart in der form des präteritums: einer der auf den thron gesetzt ist, der sich auf den thron gesetzt hat. die ersten belege stammen aus dem ende des 17. jahrh.: betronet, getronet, imperans, regnans, circumdatus diademate sive regali insigni Stieler 2309;
o fürst, o haupt gethronter könige,
die unter deinem befehlstabe die bewaffneten
seraphim in das schlachtfeld führeten.
Bodmer Miltons verlorenes parad. 1. ges. (Zürich 1780) 12;
gethront in seinem palaste von himmelblauem eis hält hier der winter seinen hof. Thomson jahreszeiten (1774) 2, 151;
des weisz nichts der hochgethronte Kronion und keiner
aller götter, des schneebedeckten Olympos bewohner.
Stolberg Ilias 18, 185 (Κρονίδης ὑψίζυγος), vgl. theil 4, 2, 1621.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4381, Z. 69.

thronen, verb.

thronen, verb.,
intransitiv auf einem oder wie auf einem throne sitzen und herrschen ('videtur etiam a tron esse verbum tronen, unde betronet, getronet, imperans, regnans' Stieler 2309): so fand sich doch der wiederkehrende flüchtling (Napoleon) im palaste der Tuilerien in ganz andern verhältnissen wieder, als in welchen er vormals daselbst gethront hatte. Becker weltgesch. 14, 382; wenn sie (Luthers lehre) auch in Bayern oder in Österreich im staube lag, so konnte sie sich damit trösten, dasz sie in Sachsen und in Thüringen thronte. Schiller 8, 14;
Karlos zu Philipp. ihr Alba
und ihr Domingo werden siegreich thronen,
wo jetzt ihr kind im staub geweint.
5, 2, 20 (don Carlos 2, 2), vgl. 5, 1, 79;
der gott, der mir im busen wohnt,
kann tief mein innerstes erregen;
der über allen meinen kräften thront,
er kann nach auszen nichts bewegen.
Göthe 12, 81 (Faust 1568 Weim.);
(er) eilt dann zur hütte, wo kein laster thront.
E. v. Kleist³ 1, 27;
wie er (Jason) auf dem wagen thronte!
Gotter 2, 492;
wann, mit zärtlichkeit verschwistert,
freude, die im busen wohnt,
bald aus deinen blicken flüstert,
bald auf deiner lippe thront.
1, 164;
muth thront ihm auf der stirn.
2, 69;
wo (im herzen) treue liebe thront.
Lenz ged. 238 Weinhold;
laszt die wonnen thronen
und die leiden scheiden.
Rückert poet. tageb. 241;
(der mond) beglänzt die bergesgipfel,
wo die burgruine thront.
Geibel ged. 63.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1891), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 430, Z. 66.

thrönen, thronen, verb.

thrönen, thronen, verb.,
transitiv. 1) md. im 14. jh. trœnen, trônen, auf den thron setzen Lexer 2, 1524; s. hochgethront. 2) als thron, thronartig aufstellen:
ich thröne meinen stuhl oft in ihr güldnes hausz.
Lohenstein rosen 80.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1891), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 431, Z. 16.

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Zitationshilfe
„gethront“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gethront>, abgerufen am 01.12.2021.

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