Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

getier, n.

getier, n.,
verbalsubstantiv zu dieren, thieren, tieren, vgl. theil 2, 1133; 11, 377. 495. getiere, geziere, aber auch bei uns lärm, widerstreben, gestreite. Schütze holst. idiot. (1802) 4, 259. da das niederdeutsche verbum tieren mit seinen ableitungen wie tier (up sien tier wesen, guten mutes oder bei guter laune sein. brem. wb. 6, 370) und tierig fröhlich, muthig (ebenda 367) auch in mitteldeutsche sprachgebiete einbricht (vgl. Weinhold Wiener sitzungsber. 1855, 2, 98ᵃ), so hebt es sich auf diesem boden auch in seinen bedeutungen am deutlichsten von zieren, geziere (s. d.) ab. in den niederdeutschen mundarten bildet das wort einen ersatz für gethue: getyr, lärm, aufhebens; een groot getyr hebben, viel wesens machen (nach Mattheson) Richey idioticon hamburgense 308, ebenso brem. wörterb. 5, 73; getier, gebahren Stürenburg ostfries. wb. (1857) 69; getier, ein klägliches geschrei, lautes wehklagen: he maakt een getier, as wen alle sine frunde dood weren. brem. wb. 5, 74.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4387, Z. 48.

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gestipft getüche
Zitationshilfe
„getier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/getier>, abgerufen am 09.12.2021.

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