Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

getrau

getrau,
nebenform zu getreu (s. d.) mit diphtongierung des unumgelauteten vocals. die form ist vor allem auf mitteldeutschem gebiete belegt: altsessen und absessen und getrawen lawten alszo vil, alsz sie ie czu rehte habin sal. Magdeburger fragen 228 Behrend (sonst dort das undiphthongierte getruwe); also haben wir ouch (von) entfelunge des obgenanten unsers gnedigin herrn der hochgebornynne furstynne und frawen frawen Elizabeth seyner lieben gemal gehold und gesworn noch seyme tode getrawe gewer und gehorsam zu seyn zu allen den hirschaften und rechten als sein gnoden selbis zu rechten libgedinge dieweile sie lebit als unsir gnedigen liebin frawen. huldigung der stadt Strehlen 1429 schles. lehnsurkunden 1, 378. ebenso unsere eldisten lieben getrauen. 1, 379 (weiter unten: dobey sind gewest unsere liebin getruen). auffällig aus oberdeutschem sprachgebiet: und gleich wie sie zuvor im weingarten des herren mit getrauer lehr und fleisziger hattung der hailigen regel aller tugenten .. geregiert hett. Villinger chronik 62.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4428, Z. 75.

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gestipft getüche
Zitationshilfe
„getrau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/getrau>, abgerufen am 28.11.2021.

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