Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

getrauung, f.

getrauung, f.,
substantivbildung zu getrauen (s. d.), die in älteren mitteldeutschen quellen den substantivierten infinitiv (s. oben) in seinen beiden functionen ersetzt. in anlehnung an die nominalformen des stammes (triuwe) findet sich vereinzelt auch der umlaut vor; vgl. mhd. wb. 3, 110ᵇ. Lexer 1, 950.
1)
Dominicus. dirre heilige ist zu lobene umme vil stucke ... zu dem anderen mâle lobit man in umme di grôʒen getrûwunge di her hât zu gote. Hermann v. Fritslar deutsche myst. 1, 130 Pfeiffer; dô haten si grôʒe getrûwunge zu sancte Elsebêten, wanne si hôrten vil sagen von iren zeichen. ebenda 245; und si sâhin en ûf dem mere wandernde und sint betrûbit und sprâchin: 'wan iʒ ist ein getrok' und scrîeten vor vorchten. und zuͦhant redete mit en Jhêsus und sprach: 'habit getrûunge, ich bin iʒ, vorchtet ûch nicht'. evangelienübersetzung des Beheim Matth. 14, 27 (habet zuversicht codex teplensis. seid getrost Luther); aus warer getrauung die sie het zu unserm herren. postillen des bruders Heinr. v. Erfurt handschr. des 14.—15. jahrh. Diefenbach-Wülcker 618; in einer guten getrauwung sein gegen allen leuten. ebenda u. a.
2)
wâ ist der dâ ein künig geborn ist der juden? owê welh ein starker gloube! wan di enzwîfelten fürbaʒ niht mêr, wan si ensuochten noch envrâgtôn niht, ob er geborn wêre, sunder siu rettôn von einer ganzen getrouwunge unde vrâgtôn âne allen zwîfel, wâ er wêre der dâ geborn wêre künig der juden. predigten des 13. jahrh. Pfeiffer, Germania 7, 344; wan hie inne behaltet er sich selbe das das im sere versmahet da solt er im ime got laʒen geraten. und sich under in demuetklichen neigen. und in senfter getriuwung en ieklich ding von im enphahen das uf in viele. tischrede meister Eckards bei Wackernagel predigten 59, 64; si was sô vol gotlîcher getrûwunge, daʒ si nie eines gedâchte, wes si dorfte zu lîplicher narunge, sunder si dôchte: alles wes si inperen mochte daʒ si daʒ hinwec gegêbe. Hermann von Fritslar deutsche myst. 1, 197 Pfeiffer; aus dirre getrauwung sprach sie daʒ. postillen des bruders Heinrich v. Erfurt bei Dief.-Wülcker 618.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1897), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 4448, Z. 66.

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Zitationshilfe
„getrauung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/getrauung>, abgerufen am 06.12.2021.

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