Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

getreidebauer, m.

getreidebauer, m.,
dem schon bei Stieler 104 belegten kornbauer nachgebildet.
1)
in dem zweiten kompositionstheil scheint nicht so sehr das nomen agentis hervorzutreten, als der abgeblaszte begriff der standesbezeichnung. menschen, die mit feinerm werkzeug hantiren, scheinen auch mehr mit hobel und feile bearbeitet; im alten München waren tonangebende werkzeuge die geiszel der getreidebauern und die axt des flöszers. da schallt's. Max Haushofer der Münchner im sozialen licht 1877; im Innviertel, wo die getreidebauern wohnen A. Meissner am Stein, ein skizzenbuch (1853) 173. die beispiele weisen auf Oberbayern, in die gegend, wo ackerbau und viehzucht örtlich sich scheiden und wo somit auch für die bauern der einzelnen gegenden ein kennzeichen der unterscheidung gegeben ist. doch vergl. auch getreidebauer, cornmaster Fahrenkrüger 325.
2)
in vereinzelten beispielen kommt auch das nomen agentis zum ausdruck: getreidezölle einzuführen, welche .. die lage unserer getreidebauer schützen sollen. Bachem deutscher reichstag 11. jan. 1896; welche vortheile und nachtheile wird nicht blos der getreidebauer, sondern der brodkäufer von dem antrag haben. Graf v. Schwerin deutscher reichstag 16. jan. 1896.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1898), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 4475, Z. 44.

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gestipft getüche
Zitationshilfe
„getreidebauer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/getreidebauer>, abgerufen am 06.12.2021.

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