Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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glorios, adj.

glorios adj
zufrühest im 14. jh. als glôriôs aus lat. gloriosus (s. u. Tauler, vgl. auch glorioslich (14. jh.) bei Wackernagel altdtsche pred. u. gebete 192), dann erst wieder im späten 17. jh., als gloriös, glorieus aus frz. glorieux, so fast durchweg im 18. jh. (glorios bei Abr. a s. Clara, s. u. 2), seither wieder überwiegend glorios in anlehnung an die lat. form.
1)
ruhmwürdig, ruhmvoll, herrlich, aus glorie 1 und 2 zusammengeflossen, in religiöser und weltlicher anwendung älterer hochsprache: die gloriose hohe gotheit Tauler pred. 238 V.; die ewige allerhöchste gloriöseste gottheit G. Arnold d. geheimn. d. göttl. sophia (1700) 1, vorwort 4ᵃ; welcher der grosze könig in diesem glorieusen reiche sein werde J. W. Petersen d. warheit d. herrl. reiches Jesu Christi (1693) 1, 28; und wie das allerdurchlauchtigste ertzhaus Österreich ... unter denen andern hohen ... häusern zu krieges- und friedenszeiten das glorieuseste gewesen H. v. Fleming soldat (1726) vorbericht 10; um ihre unternehmungen und zum wenigsten eine eben so gloriöse emigration, als der Salzburger, zu unterstützen D. Cranz alte u. neue brüderhistorie (1771) 199. in jüngerem gebrauch auf anderer ebene: bei der gloriosen freiheit, die Winckelmann hier ... aufging Justi Winckelmann (1866) 2, 1, 13; ach wie rissest du einen, schaukelpferdseele, hinaus ... ins unaufhaltsam heldische, wo man heisz und glorios unterging mit der schrecklichsten unordnung in den haaren R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 274. um die mitte des 19. jhs. im sinne von prächtig, famos, mit dem klang eines umgangssprachlichen modewortes: ein glorioser einfall Holtei erz. schr. 7, 217: es ist der glorioseste bursche, der jemals seinen kopf aufs koptische setzte W. Raabe Abu Telfan (1870) 3, 201. ironisierend: der Neapolitaner ging mir (im feilschen) ... mit gloriösem beispiel vor Gaudy (1844) 2, 90.
2)
stolz, selbstbewuszt (s. gloriieren 2): die gärtner machet nicht wenig glorios, dasz gott ... wunder ... gewirkt ... mit blumen Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 601. 'protzig':
(die herren von Lübeck)
lieszen im gildehaus festlich sich ätzen
und saszen glorios auf den ehrenplätzen
G. Falke ges. dichtungen (1912) 3, 75.
bei Göthe noch in anderen schattierungen, 'siegessicher, triumphierend': dasz nunmehr Newton abermals mit seinem ergo bibamus schlieszen werde, läszt sich erwarten: denn er setzt sehr glorios hinzu II 2, 208 W.; 'mit lauten worten, aufdringlich': ich will diese ganze rücktendenz nach dem mittelalter ... recht gerne gelten lassen, ... aber man musz mir nur nicht glorios damit zu leibe rücken IV 21, 394. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1941), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 202, Z. 68.

glorios, adj.

glorios adj
zufrühest im 14. jh. als glôriôs aus lat. gloriosus (s. u. Tauler, vgl. auch glorioslich (14. jh.) bei Wackernagel altdtsche pred. u. gebete 192), dann erst wieder im späten 17. jh., als gloriös, glorieus aus frz. glorieux, so fast durchweg im 18. jh. (glorios bei Abr. a s. Clara, s. u. 2), seither wieder überwiegend glorios in anlehnung an die lat. form.
1)
ruhmwürdig, ruhmvoll, herrlich, aus glorie 1 und 2 zusammengeflossen, in religiöser und weltlicher anwendung älterer hochsprache: die gloriose hohe gotheit Tauler pred. 238 V.; die ewige allerhöchste gloriöseste gottheit G. Arnold d. geheimn. d. göttl. sophia (1700) 1, vorwort 4ᵃ; welcher der grosze könig in diesem glorieusen reiche sein werde J. W. Petersen d. warheit d. herrl. reiches Jesu Christi (1693) 1, 28; und wie das allerdurchlauchtigste ertzhaus Österreich ... unter denen andern hohen ... häusern zu krieges- und friedenszeiten das glorieuseste gewesen H. v. Fleming soldat (1726) vorbericht 10; um ihre unternehmungen und zum wenigsten eine eben so gloriöse emigration, als der Salzburger, zu unterstützen D. Cranz alte u. neue brüderhistorie (1771) 199. in jüngerem gebrauch auf anderer ebene: bei der gloriosen freiheit, die Winckelmann hier ... aufging Justi Winckelmann (1866) 2, 1, 13; ach wie rissest du einen, schaukelpferdseele, hinaus ... ins unaufhaltsam heldische, wo man heisz und glorios unterging mit der schrecklichsten unordnung in den haaren R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 274. um die mitte des 19. jhs. im sinne von prächtig, famos, mit dem klang eines umgangssprachlichen modewortes: ein glorioser einfall Holtei erz. schr. 7, 217: es ist der glorioseste bursche, der jemals seinen kopf aufs koptische setzte W. Raabe Abu Telfan (1870) 3, 201. ironisierend: der Neapolitaner ging mir (im feilschen) ... mit gloriösem beispiel vor Gaudy (1844) 2, 90.
2)
stolz, selbstbewuszt (s. gloriieren 2): die gärtner machet nicht wenig glorios, dasz gott ... wunder ... gewirkt ... mit blumen Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 601. 'protzig':
(die herren von Lübeck)
lieszen im gildehaus festlich sich ätzen
und saszen glorios auf den ehrenplätzen
G. Falke ges. dichtungen (1912) 3, 75.
bei Göthe noch in anderen schattierungen, 'siegessicher, triumphierend': dasz nunmehr Newton abermals mit seinem ergo bibamus schlieszen werde, läszt sich erwarten: denn er setzt sehr glorios hinzu II 2, 208 W.; 'mit lauten worten, aufdringlich': ich will diese ganze rücktendenz nach dem mittelalter ... recht gerne gelten lassen, ... aber man musz mir nur nicht glorios damit zu leibe rücken IV 21, 394. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1941), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 202, Z. 68.
Zitationshilfe
„gloriös“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/glori%C3%B6s>, abgerufen am 25.02.2020.

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