grünspecht m.
Fundstelle: Lfg. 7 (1933), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 961, Z. 56
name des vogels picus viridis; seit ahd. zeit bezeugt: gruonspeht merops, nomen avis ahd. gl. 2, 372, 61, vgl. die zahlreichen glossenbelege bei Suolahti vogeln. 32, daneben gruͦnispeht, grunispet, grunespech, vgl. auch Gröger kompositionsfuge 120; gruͦnspehte, gruͦnspecht sumerlaten 10, 55 u. 11, 59 Hoffmann v. Fallersl.; gruͦnspecht merops (gloss. um 1300) zs. f. dtsche wortforsch. 5, 20; gruͦnespecht, gruenspecht merops, laficus, ferax Diefenbach 358ᶜ, 316ᵃ, 230ᵇ; man wird danach für mhd. zeit ein nebeneinander von gruonspeht und grüenespeht anzunehmen haben, wobei die dem adj. grün am nächsten stehende form sich erhielt: von dem gr. P. Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 227ᵇ;
grünspecht die lagel an thet zepfen
Hans Sachs 4, 283 K.;
jetzt höret er auf seinem zug
im dickicht einen grünspecht krähen
Pfeffel poet. vers. 8, 72;
ein gewand von farbe eines grünspechts Scheffel ges. w. 1, 226; scherzhafte bezeichnung eines grün uniformierten oder bemützten menschen: gr. feldgendarm Mauszer soldatenspr. 13; jäger Imme soldatenspr. 26; polizist zs. f. dtsche wortforsch. 2, 51; seminarist Eisenberger pennälerspr. 56; wie grünschnabel für einen unerfahrenen jungen menschen:
erlahmst du grünspecht eher als ich graukopf?
Immermann 2, 53 B.;
mich ... hat ein armseliger gr. öffentlich, vor den augen der ganzen europäischen welt angefallen Cramer an Bürger 1. 170 Strodtm.; anders, für ein bleiches kind Fischer schwäb. 3, 883; in den maa. scheint gr. als vogelname nur noch in teilen des md. bewahrt, vgl. Suolahti a. a. o. 33, doch s. Schmeller-Fr. 1, 1003.
Zitationshilfe
„grünspecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gr%C3%BCnspecht>, abgerufen am 16.11.2018.

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