gramerfüllt part. adj.
Fundstelle: Lfg. 12 (1957), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 1785, Z. 63
das gleiche wie gramvoll (s. d.). im eigentlichen sinne 'von gram erfüllt', verschieden zugeordnet: die bleicheren wangen, das trübere auge, das ja so deutlich von thränenvollen nächten, von gramerfüllten träumen sprach W. Hauff s. w. (1890) 3, 141;
o dürft ich doch mich in den schleier hüllen,
der früher als das leichentuch die seele
von diesem gramerfüllten leben trennt
Raupach dram. w. ernster gattung (1835) 7, 124;
und als beim abschiede der fromme theologe ihm segnend die hand aufs haupt legte, ... da regte sich im gramerfüllten herzen ein freudiger trieb Holtei erz. schr. (1861) 36, 141; er war betagt, gebeugt und gramerfüllt Rosegger schr. (1895) II 8, 342. auch als ein äuszerlich wahrnehmbares:
und könnt es sehn, mit gramerfüllten blicken,
wie, überstrahlt vom himmlischen entzücken,
der frühling dich mit liebesarm umschlang
S. Mereau ged. (1800) 1, 95.
Zitationshilfe
„gramerfüllt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gramerf%C3%BCllt>, abgerufen am 06.12.2019.

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