Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hablich, häblich, adj.

hablich, häblich, adj.
in mehrern bedeutungen.
1)
im allgemeinsten sinne ist es das, was bezug auf die habe hat und mit ihr zusammenhängt: mhd.
waʒ ich jag des bin ich gerent,
aber wenn ich gevangen hân
sô istʒ häplîch girkait an.
Laszberg liedersaal 2, 688, 68,
der dichter meint geiz in betreff der nun erworbenen habe; habitus gewonheit die einer in der sel hat, heblich besitzung. Diefenbach 272ᵇ, gewissermaszen besitz an eigenartigem wesen; in engerer bedeutung was sich auf güter, namentlich liegende, bezieht: setzen .. Wilhelm von Haubitz seine leibs lehenserben .. in eine hebliche und cörperliche gewalt und gewehr (eines dorfs). Haltaus 769, urkunde von 1546, gewalt über den besitz und die personen derer im dorfe, dingliche und persönliche obergerichtsbarkeit; habliche klagen oder sprüche im gegensatze der persönlichen. Schm. 2, 136.
2)
in persönlichem sinne ist hablich der mit besitz versehene, der begüterte, wolhabende, diese bedeutung gilt namentlich für das alemannische sprachgebiet: Heinrich von Melchtal, ein wiser, verständiger, eerbarer, hablicher mann. Tschudi 1, 234; da Anne Mareis natur eine tüchtige war, so schosz die neue bäurin (das gefühl, dasz A. M. nun bäurin geworden sei) nicht heraus in aller neugebacknen anmaszung, wie über nacht schwämme auf dem mist, sondern sie machte sich erst im innern, lebte wohl daran, und suchte dafür zu sorgen, dasz sie mit ehren, d. h. hablich und so recht erstarket, hervortreten könne. Gotthelf schuldenb. 293; früher ein ordentlicher und hablicher mann, haben ihn .. verluste .. an den rand des öconomischen ruins geführt. neue Zürcher zeitung 1867 no. 129. auch bei Spindler ist das wort so gebraucht: der vater war ein hablicher bürger von Czaslau. bastard (1826) 2, 135.
3)
hablich heiszt auch geschickt, tüchtig, hier rührt es an sich haben im sinne von sich verhalten, sich bezeigen (sp. 53): so ahd. habilîcher habilis Graff 4, 738. dieser bedeutung fällt unhäblich bei Fischart zu: das er unhäblich dazu (zu einer pfründe) wär, weil er ein eheweib hätt. bienenk. 38ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 95, Z. 29.

hablich, häblich, adv.

hablich, häblich, adv.
zu dem vorigen: er sitze und wone dann in der stat zu Worms buwelich und hebelich. Scherz 1, 210; die sollent sich alle buwelich und habeliche in dieselbe unsere stette setzen. das.; burger oder gebure, die da hebelich, seszhaftig und wonhaftig daselbst sitzen und huselich daselbst wohnen. Haltaus 769; (Christus spricht:) mein leer ist nitt mein leer, sunder desses der mich gesant hatt. sie ist wol mein approbative, häblich und häbich, wenn ich hab sie in mir und nimm sie an. dozuͦ mein, wenn ich halt sie. sie ist ouch mein subiective. Keisersberg postill 2, 82.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 95, Z. 66.

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Zitationshilfe
„häblich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4blich>, abgerufen am 08.12.2021.

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