Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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häckerchen, n.

häckerchen, n.
plur., die ersten zähne der kleinen kinder. sie heiszen so, weil sie gewissermaszen das zahnfleisch durchstechen, vgl. unten hecken in der bedeutung stechen, und dentire zähne hecken Diefenb. 173ᶜ; häckerlein denticuli infantium primi emissi Stieler, Frisch 1, 392ᵃ; heckerlein, heckelein in der Oberpfalz. Schm. 2, 149.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 105, Z. 51.

häkchen, n.

häkchen, n.
kleiner haken.
1)
im allgemeinen: seine (des Cartes) welt entsteht, indem diese theile allerlei andere bewegungen bekamen, als sie zuvor hatten, die gröbsten sich zu kügelchen abdreheten, zwischen ihnen sich schräubchen durchwunden, und die abgehenden spänchen allerlei häkchen gaben. Kästner verm. schriften (1783) 2, 291; sie nahm den halsschmuck, die armbänder heraus und trat damit an das fenster, wo sie .. die zierliche goldarbeit ganz nahe vor die augen hielt, um nur recht zu erschauen, mit welcher wundervollen kunst jedes kleine häkchen der verschlungenen ketten gearbeitet war. E. T. A. Hoffmann 3, 214. bildlich: aus diesen worten hat nun der vizir sehr klug geschlossen, es stecke noch ein häkchen seines machwerks in des kaisers herzen, das ein gescheidter mann durch gewandheit wol noch ergreifen könnte. Klinger 5, 80.
2)
in speciellem sinne bezeichnet häkchen den heftel am kleide, der in die öse hakt; ferner den untersten hakenförmigen theil einer tamburirnadel (Jacobsson 4, 368ᵇ) seit etwa 1780, und ungefähr seit derselben zeit auch den untersten theil einer häkelnadel, früher waren diese instrumente unbekannt; endlich das mit widerhaken versehene eisen der angelrute, an das der köder gesteckt wird.Pflanzen haben häkchen, wenn die oberfläche rauh ist und die spitzen hakenförmig gekrümmt sind. Nemnich 3, 106.
3)
häkchen, die schleife über dem u in der sogenannten deutschen schrift: schon waren mir verständige und ausführliche nachrichten von der aufführung des Epimenides zugegangen, nun kömmst du aber mit kühner feder das tüpfchen über das i, das häkchen über das u zu setzen, und nun wird mir die schrift erst vollkommen lesbar. Göthe an Zelter 222.
4)
häkchen für apostroph: überhaupt gehört der gebrauch des häkchens, ohne dasz etwas ausgelassen ist, zu den neuheiten. er ist aus dem englischen angenommen. Rüdiger neuester zuwachs 5, 142.
5)
eigenthümlicher weise ist in Mitteldeutschland häkchen für ein kleines glas branntwein in gebrauch: kellner, ein häkchen! wir wollen ein häkchen trinken oder nehmen. zu diesem bilde hat die hakenförmige bewegung, mittels deren man das glas schnell zu munde führt und eben so schnell wieder absetzt, veranlassung gegeben.
6)
sprichwörtlich: was ein häkchen werden will, krümmt sich bei zeiten; kleine häkchen greifen auch. von einem, dessen geist nicht ganz gesund ist, wird gesagt, er hat ein häkchen im kopfe; eine sache hat ein häkchen, ein kleines hindernis; ein häkchen auf einen haben, etwas böse auf ihn sein: ein häckgen, wenn man einen feindselig was nachträgt, daher man sagt: er hat ein häckgen zu ihm. H. Volk v. Wertheim anweisung zur orthogr. (Chemnitz 1711) s. 19. vergl. hake und häklein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 176, Z. 30.

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Zitationshilfe
„häckerchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4ckerchen>, abgerufen am 17.10.2021.

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