Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

häderlein, m., n.

häderlein, m. n.
diminutiv zu hader.
1)
H. Sachs braucht häderlein in der stellung eines ersonnenen namens, als anrede an einen zänkischen menschen 2, 2, 9ᵃ, ferner stellt er den hederlein als geist des zankes hin:
der hederlein bin ich genant,
zenkischen leuthen wol bekant.
1, 538ᶜ;
er sprach: kenst nit den hederlein?
ich sprach, ich hab bei meinen tagen
vom hederlein oft hören sagen,
wie das er sei des zenkleins bruder.
538ᵈ.
2)
haderlein sive häderlein lineamentum Stieler 777; man macht aber unser papier aus alten hederlein, die man stampfet und gleich zu einem mus machet. Mathesius 97ᵃ; Christus ligt noch heut zu tage in den papiren windelein und alten hederlein, wie er zu Bethlehem in seiner mutter alten tüchlein eingewickelt war. 111ᵃ; häderlein aus fäselein, lineamentum carptum sive volsum (wir brauchen jetzt dafür das fremde charpie), geschabtes rasile, gedrehtes häderlein tortile Stieler 777. in Baiern bedeutet häderlein ein häufchen zusammen gerechten heus. Schm. 2, 150.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 115, Z. 49.

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Zitationshilfe
„häderlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4derlein>, abgerufen am 17.10.2021.

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