Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

häklein, n.

häklein, n.
dim. zu hake.
1)
kleiner haken: unculus ein hecklin Diefenb. 626ᵇ; häckle hamulus Maaler 204ᵈ; und machet funfzig gülden hecklin, und füget die teppich mit den hecklin einen an den andern zusamen, das eine wonung würde. 2 Mos. 36, 13; und machet ja funfzig ehrne hecklin, da mit die hütte in eins gefüget würde. v. 18; und brachten die wonung zu Mose, die hütten und alle ire gerete, hecklin, bretter, riegel, säulen, füsse. 39, 33; dise kartenstengel bringen oben an den gipfeln rauhe igelsköpflein, mit scharpfen rumbgebogenen häcklein, zwischen denselben häcklein dringen kleine weisse blümlein herausser. Bock kräuterbuch 667; häklein sive gäblein an den weinreben, clavicula, claviculus Stieler 730; häklein am kleide, zum zuhäkeln desselben:
auch hab ich nadeln, pursten und kem,
fingerhuot, taschen und nestel vil,
heftlein und heklein, wie mansz wil.
fastn. sp. 477, 27.
2)
häklein bildlich für das, was einem anhaftet, makel: jedoch ist er darvon kommen, vom richter absolviert, doch nicht on nachtheil, makel und häcklin, er trägt schaden oder schand davon. Agric. spr. (1560) 55ᵃ.
3)
eine sache hat ein häklein, etwas an ihr haftendes, so dasz sie nicht glatt und klar zu tage tritt, ein bedenken, ein aber: mhd.
ich ahte daʒ sie biderbe sî
und doch niht arger liste vrî;
da sî vil lîhte ein hêkel bî.
Helbling 1, 1092;
nhd. darumb wie wol gott alles in allen wirkt, so hat es doch ain sonders häcklin und ortbändlin mit dem menschen, das gott nicht on in, das ist, on seinen willen, mit gewalt wirken wil. S. Frank paradoxa 32ᵃ, no. 46; noch kan ich mit der labirintischen krausen nicht fertig werden, es hat ein häcklin, ein heimlichen gang. Garg. 100ᵇ; und mit weiterer ausführung des bildes: derhalben musz es ein ander häcklin haben, daran der fisch behang. 194ᵃ; es ist gutt, alte wahre freunde haben, denn bei den neuen gemeiniglich ein häklein. Butschky kanzl. 334.
4)
ein häklein auf einen haben, einen groll gegen einen, der sich im gemüte wie ein häkchen schmerzhaft und stechend festgeheftet hat; im österr. Schlesien er hood a heckla of mich, trägt mir etwas nach. Peter volksthüml. aus östr. Schles. 1, 448; es het aber sust ein altʒ heklein, dorumb er in (im turnier) gern geschlagen het. anz. d. germ. mus. 1, 67;
ich fürcht mich vor der Martsch allein,
die hat sonst ein hecklein auf mich,
dieweil der Heintz Tötsch und auch ich
warn mit einander in dem gschrei.
H. Sachs 2, 4, 13ᵃ.
vgl. häkchen 5, für häklein, häkchen in diesem sinne wird auch wol das bild der pike verwandt: er hat eine pike auf mich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 183, Z. 31.

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Zitationshilfe
„häklein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4klein>, abgerufen am 25.10.2021.

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