Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hälschen, n.

hälschen, n.
1)
kleiner oder zierlicher hals: hälsgen collum subtile Stieler 739; hälschen collulum Steinbach 1, 672; dieses kind hat ein dickes hälschen; eine andere würde sich doch noch zieren (beim kusz), ein bischen umstände machen. aber die jungfer reckt ihr hälschen selber hin, wie ein täubchen. Kotzebue werke 9, 326;
gucktest du nicht stets herum,
würdest mich nicht sehen;
nimm dein hälschen doch in acht!
wirst es noch verdrehen.
Uhland ged. 31;
zween goldne ringe lieszen sie bereiten,
die man, den zarten fingern noch zu weit,
an bunten bändern um die hälschen hieng.
s. 172.
2)
hälschen, ein kleines, den hals umschlieszendes stück der kleidung, krägelchen, halstuch: als sie aber den sack meel nicht hin zum bachtrog tragen konte, denselben auszuläeren, unangesehen sie sich daran abmergelte, dasz sie auch den darauf liegenden schmierkäsz überall mit dem hälsigen zerknettet, und sich ohne ihr wissen damit besudelte. Simpl. 3, 388 Kurz; die kragen (hälsichen) werden mit steifsel (amedum, kraftmehl) gestärket (gesteifet). Comenius sprachenthür von Docemius § 581; so viel aber die im lande geklöppelte (spitzen) betrifft, soll ihnen zwar an halsztüchern, hälszgen, hemden und schürzen dergleichen zu tragen zugelassen sein. der stadt Leipzig ordnungen s. 480.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 259, Z. 4.

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Zitationshilfe
„hälschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4lschen>, abgerufen am 23.10.2021.

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