Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hals, m.

hals, m.
collum. die nhd. nominativform ist auch die gothische, ahd., mhd., fries., nl., dän., schwed.; ags. heals, nord. hâls; der Engländer hat das wort zu gunsten von neck aufgegeben, was ihm nicht nur, wie unser nacken, den hintertheil des halses, sondern den ganzen hals bezeichnet, ähnlich wie bei uns nacken in manchen wendungen einen erweiterten sinn angenommen hat:
im nachtgewand, das wie ein nebel kaum
den schönen leib umwallt, fährt jene aus den laken,
und fällt entzückt der amme um den nacken.
Wieland Oberon 5, 13;
oder wie entgegengesetzt mhd. kël für den ganzen hals gesetzt wird (vgl. unten I, 1). als pluralform erscheint ahd. halsâ (Graff 4, 927); das mhd. helse (frauendienst 203, 20), das sich auch im friesischen neben halsar geltend macht, sowie unser plur. hälse weist auf ein ahd. unbelegtes halsî zurück. ungewöhnlich ist die form hälser:
von dannen wolten sie, mit ausgebrochnen felsern,
mit holz und kalk und stein, das sie auf eignen hälsern
hin auf den berg gebracht, den himmel werfen ein.
Kongehl Innocentia 69.
Aus den urverwandten sprachen hat sich zur vergleichung nur geboten das lat. collum, das wenn es aus colsum entstanden, nach lat. celsus, excelsus, excello dem hals die eigentliche bedeutung des empor ragenden körpertheils verleihen würde.
Bedeutung.
I.
hals im eigentlichen sinne ist der zwischen brust und kopf gelegene körpertheil bei menschen und thieren, und zwar geht das wort sowol auf die auszenseite (1—10) als auf die innenseite (11) desselben.
1)
schwanken des begriffs. die gegebene bedeutung ist in einigen fällen erweitert, in einem andern verengert worden.Wenn wir noch heute hören einem eine an den hals (d. h. eine ohrfeige) geben; Sathan schlegt im an halz. Ayrer fastn. 27ᵈ (2474, 6 Keller); einen an den hals schlagen colaphum infringere alicui Frisch 1, 402ᵃ, eine wendung die schon im ahd. halsslagôn colaphizare (Graff 6, 774), mhd. halsslagen hervortritt, so ist damit die fortsetzung der halslinie nach dem ohre hin, wo hals und wange sich berühren, hervorgehoben, und die bezeichnungen ohrfeige, backenstreich betonen ihrerseits wieder nur einen von den drei körpertheilen, die der schlag trifft. redet man ferner von kleidern, die man am halse trägt: cleider am halse haben. Freiberger stadtrecht 286; das also sein kleid teglich an seim halse sein mus. Luther 3, 311; die dem armen nechsten seine alte kleider vom halsz gerissen .. haben. Schuppius 248; so werden unter diesem ausdrucke auch die dem halse nächstliegenden brust- und schultertheile mit begriffen, vgl. unten II, 1, ferner halsberge und hälschen; ähnlich ist mhd. den schilt ze halse nemen Erec 3215, der schild deckt mit dem halse auch den oberkörper:
an dem schilde er sich niht betruoc,
der wart ze halse gehangen.
Crone 7431.
dagegen ist in der fügung den hals abschneiden, wenn sie namentlich von menschen gebraucht wird, der begriff des substantivs verengt und nur auf den vorderhals bezogen, sie ist gleichbedeutend mit die kehle abschneiden 5, 396: fünf monate nachher schnitt sich die unglückliche den hals ab. daheim 1869 s. 119ᵇ. wenn aber mhd. dichter bei schilderungen weiblicher schönheit umgekehrt für den ganzen hals kël setzen (5, 395), so entspringt das dem umstande, dasz der dichter die zu schildernde schöne frau geistig vor sich sieht, ihr gleichsam ins antlitz schaut, und daher den namen des ihm entgegen leuchtenden vordern halstheiles für den ganzen hals braucht; später werden hals und kehle auch zusammen genannt:
darzu hat auch die wolgeboren
ein hälslein und ein kehlen weisz.
H. Sachs 5, 330ᶜ.
2)
am menschen wird hervorgehoben der lange hals, und dem kurzen halse entgegengesetzt: sein langer gänsehals. Schiller räuber 4, 2; wenn ich einen schönen langen hals sehe, musz ich gleich wider willen denken: der ist gut köpfen. Göthe 8, 208;
nur Babekan, den seines nahen falls
kein guter geist verwarnt, dreht seinen langen hals.
Wieland Oberon 5, 35,
ähnlich heiszt es ein dünner, hagerer hals im gegensatz zum fetten, dicken, welch letzterer auch krankhaft ist:
tief in den höchsten steierfelsen
kenn ich ein dörflein, wo man meint:
der mond wird schuld an dicken hälsen,
wenn er in einen brunnen scheint.
Lenau neue ged. 240;
der steife hals, entweder die folge einer krankheit, ich habe einen steifen hals sagt z. b. derjenige, dessen halsdrüsen geschwollen sind; oder zeichen des hochmuts: darumb dasz die töchter Zion stolz sind, und gehen mit aufgerichtem halse. Jes. 3, 16; oder endlich zeichen des starrsinns, namentlich im sprichwort: er hat solch einen steifen hals wie ein wolf. Klein quadrupedum dispositio 69, vgl. halsstarrig. dagegen neigt der demütige und traurige den hals, wie sonst er läszt den kopf hängen (5, 1753): den halsz nid sich oder gägen der erden henken, petere terram cervice Maaler 207ᵈ. gepriesen wird der lange, weisze, wolgerundete hals des weibes: dein hals ist wie ein elfenbeinen thurm. hohelied 7, 4, auch in der bibel von 1483 bl. 311ᵇ; schneeweiszer halsz niveae cervices, weiszer glatter halsz wie helfenbein eburnea cervix, niveum collum Maaler 207ᵈ; ich wollte, ich könnte den nachtthau in eimern auffassen und über ihren weiszen hals ausgieszen. H. v. Kleist Käthchen, 2. act. 3. sc.;
der weisze halsz, das goldgemengte haar,
der rothen lippen ziehr.
Opitz 1, 80,
vgl. alabasterhals 1, 200; auch schwanenhals hebt, wenn vom weibe gebraucht, die beiden eigenschaften der länge und weisze hervor. die feine haut des halses läszt den blutlauf durchschimmern und haucht das weisz rosig an, daher redet man von einem rosigen hals wie von einem rosigen nacken, und Maaler überträgt rosea cervix durch hüpscher schöner halsz 207ᵈ. auch lebhaftes erröten kann noch den hals ergreifen: da ward das männlein so roth am hals wie ein krebs vor zorn. Göthe 8, 25; er hörte ihr herz klopfen und sah ihren hals geröthet. Immermann Münchh. 3, 38;
und glut ihr plötzlich bis zum hals hinab
das antlitz färbt.
H. v. Kleist 1, 125;
du schämtest dich? ganz recht. auf meinen antrag.
du wardst glutroth bis an den hals hinab.
Käthchen v. Heilbr. 1, 2.
Der hals wird, wie brust und arme, mit wertvollem schmucke versehen, behängt, vgl. halsgeschmeide, halskette, halsschmuck: hieng im ein gülden keten an seinen hals. 1 Mos. 41, 42; denn solchs ist ein schöner schmuck deinem heubt, und eine ketten an deinem halse. sprüche Sal. 1, 9; des überausz schönen smaragds, den sie am hals hatte. Simpl. 3, 97 Kurz; ein anderes frauenzimmer .. tragt die schönste corallen um ihren weiszen halsz. Abr. a S. Clara Judas (1687) 1, 392;
dem wil die künigin das halspant schenken
und im das selber an seinn hals henken.
fastn. sp. 763, 14;
jetzt hand die wibschen man gelert,
und schmieren sich mit affenschmalz,
und duͦnt entblöszen iren halsz,
vil ring und grosze ketten dran,
als ob sie vor sant Lienhart stan.
Brant narrensch. 4, 7,
dieses 'den hals entblöszen' wird durch die heute übliche fügung in bloszem halse gehen als modetracht angedeutet, da in eigentlich ein kleidungsstück einführen soll.
3)
natürlich wird hals, wie vom menschen, auch von den thieren gebraucht: nam die spangen, die an irer kamelen helse waren. richter 8, 21; er (der leviathan) hat einen starken hals. Hiob 41, 13; der obertheil des halses, darauf die mähn wächst (beim pferde). Böckler kriegsschule 966; die kupferschlange, auch kreuzotter, hat einen platten, eirunden kopf, dünnen hals. Hebel schatzkästl. (1859) s. 30;
itzt naht sie (die taube) sich dem groszen spiegel, ...
besieht den weiszen hals, bewundert ihre flügel.
Gellert 1, 18;
wie schön der kuh das band zu halse steht.
Schiller 517.
An dem pferde wird besonders hervorgehoben der starke hals: es was Euriolo ain apfelgrawes pferd ains starken ufrüstigen halses mit dickem kampe uff die rechten syten geworfen und ains kleinen houptes sich wol zömende. Wyle transl. 27, 19 Keller; ein solcher hals galt wol als zeichen der ausdauer eines pferdes, und daher scheint starker hals formelhaft für ein ausdauerndes pferd gesetzt zu sein: und sol der vogt riten ein tag und ein naht, wu den hof oder das dorf not an got, mit starkeme halse. weisth. 1, 699 (von 1320).
4)
es haben sich an hals in der bedeutung 2 eine anzahl mehr oder weniger formelhafter redensarten angesetzt.
a)
neugier und verlangen lassen den hals recken, machen den hals lang: die leute machten lange hälse, um den fremden zu sehen; die leute unten auf der strasze machen lange hälse. Kotzebue werke 9, 159; der cardinal hob sein haupt empor und reckte den hals. daheim 1869 s. 114ᵃ;
ihr wenigen jedoch, die ihr bei zeiten
den hals gestreckt nach jenem himmelsbrote.
Dantes paradies von Witte 2, 10;
voi altri pochi che drizzaste 'l collo
per tempo al pan degli angeli.
b)
lebhafte begrüszung, heftige zärtlichkeit machen, dasz man um den hals fällt, am halse klebt, hängt.
umbe sînen hals er im vîl,
mit grôʒeme jâmere dit geschach.
passional 165, 16 Hahn;
wan er von frewden weinde,
und fiel im umb den halsz zu stund,
und kuste in dick an seinen munt.
altd. ged. v. Keller 194, 20;
Esau aber lief im entgegen und herzet in, und fiel in umb den hals und küsset in. 1 Mos. 33, 4; und er fiel seinem bruder Benjamin umb den hals und weinet, und Benjamin weinet auch an seinem halse. 45, 14: lief und fiel im umb seinen hals (goth. draus ana hals is). Luc. 15, 20; sie sahe ihn an, drauf fiel sie ihm an hals. unw. doctor 333; caressiret eure braut ein wenig, oder wollet ihr, dasz sie euch um den halsz fliege? Happel acad. rom. 41; ich hofte, sie würde mir vor freuden um den hals fallen. Lessing 1, 285; er fällt ihr weinend um den hals. Göthe 8, 131; ist das der sopha, wo ich an ihrem halse in wonne schwamm? Schiller räuber 4, 1; hier, hier lag er an meinem halse. 4, 4;
der bauer Stephen nahm auf öffentlichem platz
die Griete bei dem hals und gab ihr einen schmatz.
Philander v. d. Linde galante ged. (1713) s. 117;
vornehmlich must du dich ihr ganz allein ergeben,
nie aus dem hause gehn, ihr an dem halsze kleben,
und wo es jungfern giebt, nicht einmal freundlich sehn,
sonst ist es allerdings um ihre gunst geschehn.
scherzhafte ged. (1713) s. 15;
wenn mit gewalt an deinen hals
sich allerliebste mädchen hängen.
Göthe 12, 15;
das mädchen hats gesungen,
da klang es in dem wald,
da hing an ihrem halse
der schmucke jäger bald.
Reinick lieder (1857) s. 199.
c)
aber auch der gegner geht einem an den hals, will einem zu halse, wie sonst geht an die kehle, an die gurgel; das bild ist öfters an die hetzjagd gelehnt, wo die hunde das wild am halse packen: die rasende megäre! ist das nicht der dritte reichsritter, den sie mir, einem hund gleich, auf den hals hetzt, um mir diese landschaft abzujagen! H. v. Kleist Käthchen v. Heilbr. 2, 3; dasz, so bald wir gleichwol für uns ausz freiem geist etwas nützliches erfunden, ein jedwedes, Italien, Frankreich oder Engelland, uns alsofort auf den hals springen wil. Happel acad. rom. 82; wer aber jedermann über den hals steiget, nicht leiden kann, dasz ein andrer neben ihm sein auf- und auskommen haben soll, reiszt ihm den bissen brod, den ihm gott gonnet und gibt, vor dem munde weg, der bilde sich gottes segen nur nicht ein. Otho 387; wie sie mir denn gerne auf den hals wären gewesen. Schweinichen 1, 287; da man nun die cammer öffnet, fället der rasende mensch auch andere an, und da er auch einem, so ein rohr in der hand, zu halse gewolt, soll er von demselben durchschossen worden sein. Ernst histor. confecttafel 454; wil mir darumb iemand zu halse, dasz ich sein abgeschmackt factum erzählet. polit. maulaffe, vorrede; sie will ihrem mann mit einem messer zu halse laufen und es auf die spitze ankommen lassen. Scriver seelensch. 2, 282; dasz die universitäten in Teutschland mir würden an halsz gerathen. Schuppius 800; der hypochondrist, .. dem arzt immer zu halse gehend, der mit ihm seine liebe noth hat. Kant 10, 227; sie fuhr mir nur zu bald mit einem: was beliebt ihnen mein herr? auf den hals. Thümmel reise 3, 153; mein weib fährt mir mit ungeheurer leidenschaft und mit entsetzlichem fluchen auf den hals, tractirt mich als Pluto. Göthe 14, 62; es hätte mir 's herz abgefressen, wenn ich ihnen nicht sollte an hals gekommen sein. 42, 71;
könnt ich ihm nur an hals, wie wollt ich ihn zerzausen.
7, 102.
Demnach wird die redensart einen gegner, feind, einen zudringlichen sich vom halse schaffen, hier angelehnt werden können: es komme nun allein darauf an, sagte er, sich den Dion vom halse zu schaffen. Wieland 2, 304; so bald man sich nur erst den Dion auf eine oder andere art vom halse geschafft haben würde. 3, 127; dasz er sich seinen nebenbuhler gern vom hals geschafft hätte, glaub ich ihm herzlich gern. Schiller kab. u. liebe 1, 5; den feind ab dem halsz treiben, a cervicibus avertere hostem Maaler 207ᵈ; aber sie wird auch, namentlich wenn sie von nur lästigen personen gebraucht wird oder gar auf dinge geht, an den hals als lasten tragenden anzuknüpfen sein (vgl. unten 8, h). der gegner, der friede machen will, läszt vom halse: nun so wollen wir dir nicht ehe vom halse laszen, du thust es dann (unsern willen). H. J. v. Braunschweig 181, 22 Holland.
d)
die alte sitte, dem an den pranger gestellten verbrecher eine tafel mit der angabe seiner schuld, dem siechen und narren ein warnendes blech an den hals zu hängen (vgl. klemperlein 5, 1143) klingt noch in redensarten nach; so sagte ein mädchen nun habe ich die schande am halse; er wird einen unnamen am halse haben, ehe er sichs versieht, und eine christliche gemeine macht ein kreuz vor ihm. Göthe 56, 224; solt einen fuchsschwanz an hals henken. Garg. 122ᵇ, der fuchsschwanz war zeichen für einen verläumder, s. 4, 353; ich musz gestehen, dasz der himmel mir halbnarren ein schweres blech an den hals gehangen hat. A. v. Grün in Mercks briefs. 3, 255; in vielen wendungen, wie schon in der letzten, ist das höchst abgeblaszt, weniger schande und schmach, als allgemein übles, schlimmes ist das was man am halse hat, was am halse hängt: würden sie mir ihre verwandten an den hals hängen, welche einen injurienprocess mit mir würden anfangen wollen. Schuppius 501, und die redensart vermischt sich mit der unten 8, c aufzuführenden.
e)
verschiedene wendungen heben die verletzungen des halses als tödtliche hervor, namentlich das brechen, abfallen, abstürzen des halses: mhd. ich wânde etwenne wie wir fliegende solten werden, und klam ûf einen boum: ich möchte den hals hân ab gevallen. d. myst. 1, 295; nhd. seine anderen gesellen erschracken des falls sehr ubel, liefen hinzu, meinten er wer den hals gar abgefallen. Wickram rollw. 170, 7 Kurz; dann ich hatte so wenig im sinn zu meinem regiment zu gehen als den hals abzufallen. Simpl. 1, 351 Kurz; über welchen fall (vom pferde in einen graben hinab) er den hals gestürzet. Ernst histor. confecttafel 299;
und solt ich .. den hals uber ein spindel abfallen.
fastn. sp. 267, 11;
wenn trotze tyrannei den strengen halsz abstürzt.
A. Gryphius 1663 s. 394;
alter hampelmann,
im schreien wird er noch den hals abstürzen.
Tieck kais. Octavian II, 2. act;
fiel er zu rück vom stuel am thor, und brach seinen hals entzwei, und starb. 1 Sam. 4, 18; hie fellt dieser den hals entzwei. Luther 3, 384; A. ich bin aus dem fenster gesprungen. R. so wollt ich, du hättest den hals gebrochen. Kotzebue werke 9, 196; und wir haben fast die hälse gebrochen. Göthe 14, 83;
der junker bricht den hals.
Hagedorn 2, 144;
auch hals und bein brechen, mit dem halse auch die übrigen knochen: wenn der strick zurisse, so fiele ich herunter und bräche hals und bein. A. Gryphius Pet. Squenz 6; darin ist er klüger als mancher mensch, der schon hals und bein gebrochen hat. Hebel schatzkästl. (1859) s. 105. der teufel bricht bösen den hals: da ihnen der teufel lange die hälse gebrochen. Schoch stud. leb. Dᵃ; feinden bricht man den hals, hals und bein: das ist ein gutes patrimonium, welches man im busen trägt. wer einem das nimbt, der musz einem den hals brechen, und alsdann bedarf er kein brodt mehr. Schuppius 86; dasz sie dem armen David .. solte den hals brechen. s. 227; darumb wolt er dem Simei damals den hals nicht brechen lassen. s. 279; so mag ich ihm den halsz brechen. Chr. Weise kl. leute 204; oder meint er, dasz ein abgedankter officier nicht auch ein officier ist, der ihm den hals brechen kann? Lessing 1, 512;
ists recht, dasz man den eid und fürsten hälse bricht!
A. Gryphius (1698) 1, 82;
auf dem (dem banket) nach langer ehr
er seines vatern brust mit eigner faust durchstochen,
und seines bruders hals, o greuel, hat gebrochen.
1, 138;
wer nicht gleich accordirt, dem bricht man hals und bein.
Philander v. d. Linde scherzh. ged. (1713) s. 121.
streitende brechen sich die hälse: es wären zween fremde kerlen an einander gerathen, die wolten einander die hälse brechen. Chr. Weise erzn. 28;
um ein billet sich fast die hälse bricht.
Göthe 12, 10.
so wird endlich von einer bösen, gefährlichen sache gesagt, dasz sie einem den hals bricht, ihn ins verderben, in den untergang bringt: das bricht ihm den hals. er soll erfahren was das heiszt, einen Spanier mitten in der bürgerlichen ruhe zu befehden. Göthe 10, 107; ah, nun hab ich dich herrchen! das bricht ihm den hals. heisz mich einen schreiber, wenn ich den buben nicht in zwei tagen im gefängnisz habe. 10, 81; wie so vieles in diesem feldzuge, was ihm den hals gebrochen haben würde, wenn er einen groszen feldherrn gegen sich gehabt hätte. Niebuhr leben C. Niebuhrs 1, 562. — Mit anderm verbalen ausdruck dreht man seinem feind den hals um: komm nur heraus vor die thür, ich drehe dir den hals um. Kotzebue werke 8, 218, was sonst auch vom teufel gesagt wird: der teufel .. rief ihm nach: das war dir gerathen, denn wärst du zurückgetreten, hätt ich dir den hals umgedreht. Grimm deutsche sagen no. 202.
f)
der hals spielt nun in dem peinlichen gerichtsverfahren eine grosze rolle, da die lebensstrafen gewöhnlich am halse, durch enthaupten oder hängen vollzogen werden. die oberste gerichtsbarkeit, die über das leben eines unterthanen gewalt hat, wird durch die allitterierende formel gericht über hals und haupt bezeichnet: die hoisten gerichte uber hals und heubt. weisth. 1, 556 note; sie bekennen und weisen einen graven von Wiede in gemeltem bezirkh vor einem gewaltherrn zu gebieten und verbieten, zu richten uber haltz und haubt. s. 833; sollen und mögen thuen richten uber den leib, halsz und haubt, dieb und diebin, und alle andere straffbar missthetige menschen. 2, 153; vgl. das fries. thet he sînes halses ieftha sînes hâfdes scheldech wêre. Richthofen 12ᶜ, 8. ähnliche formeln sind gericht über hals und halsbein, vgl. unten halsbein; gericht zu hals und bauch. Haltaus 784; s. bauch 2, th. 1, 1164. eine andere formel richten über hals und hand betont die befugnis, den verbrecher am leben zu strafen oder ihn gefesselt zu halten: daʒ gerichte sî uber hals unde uber hant. Sachsensp. 3, 52, § 3; und ich in dem selbin dorf habe czu richtin ubir hals und ubir hant, czu hengin und czu blenden. Magdeburger blume 1, 107; sie haben so gesunde begriffe von der gewalt über hals und hand. Rabener satiren 3, 118. im peinlichen prozesse geht daher die klage für den missethäter an den hals: weʒ leip bricht, deʒ leib sol bessirin. alle ander sachin ghen an den halʒ, wo iʒ abir einr ungerne tet odir in notwere, dor hort genode czu. Magdeb. blume 2, 5, 9;
und zeugen wider die, die mit geschminktem schein
auf ihres königs hals selbst part und richter sein.
A. Gryphius 1663 s. 361.
der kläger gewinnt dem verbrecher den hals an (s. angewinnen 1, 352): smaheit dy man einem ratmanne tut in siczindim rate, mag man vorderen vor einen fredebroch, und mag den fredebroch mit seinem eitgenosin ubirczugin, und gewint ime an seinen halʒ, ob er in peinlich dorum anspricht. Magdeb. blume 2, 2, 245, indem er für die wahrheit seiner bezichtigung mit dem eigenen halse haftet: würd es falsch befunden, beutst du deinen hals der strafe des mords und des ehebruchs? Göthe 8, 160. der schwere verbrecher ist auf den hals gefangen, unter der aussicht das leben verwirkt zu haben (vgl. auch unten g):
darinne ligt ein junger knab
auf seinen hals gefangen.
Uhland volksl. 300.
das betreffende urtheil wird über den hals gesprochen: Jona mus ... selbs ein urteil uber seinen hals fellen, das sie in erseuffen müssen. Luther 3, 206ᵇ;
musz mein vertroffen blut ja zum gericht aufstehn,
so lasz den auszspruch nicht auf imands hals ergehn.
A. Gryphius 1663 s. 353;
ists wahr, dasz könige noch henker fürchten müssen,
und dasz ob deinem halsz ein todesurtheil schwebt?
Philander v. d. Linde galante ged. (1713) s. 15;
der richter gebietet und verbietet bei dem halse, wenn auf die übertretung seines befehls lebensstrafe steht: vrede sal man (beim gottesgericht) deme warve bieden bime halse, daʒ se nieman erre an irme kampe. Sachsensp. 1, 63, 4; auch bei hals und wiede, die wiede diente zum aufknüpfen des verbrechers (vergl. halswiede):
wer dem andern tuot die hant,
wær er über daʒ dritte lant,
der hæte getriuwelîchen vride
bî dem halse und bî der wide.
livl. chron. 4623;
und die hingabe des halses ist die sühne auch für das gröste verbrechen, nach dem rechtssprichwort: mit dem hals hezahlt man alls. Pistorius thes. paroem. 10, no. 51, s. 1015. Von dieser formelhaften verwendung des halses in der rechtssprache sind eine anzahl redensarten in das gemeine leben gedrungen. so von der anklage her, die an den hals geht: das ist eine böse geschichte, die geht an den hals; auch das geht an hals und kragen, vergl. kragen; dasz ein judicium turpe .. eine causa capitis ist, so wenig sie auch an den hals ging. Niebuhr 1, 642; mhd.
daʒ eʒ im an den hals gât,
swer ein kint zu tode slât.
passional 66, 48 Köpke;
von der vollstreckung des urtheils her: damit wir .. in unglück und umb die hälse kommen. Reuter von Speir kriegsordn. 34; er und seine söhne kamen auf einen tag umb die hälse. Schuppius 299; so dasz sie unvermerkt einer nach dem andern um den hals kamen. Heilmans Thucyd. 560; das reiten möchte anderwerts bei disen wetter einen umb den halsz bringen. A. Gryphius seugamme 16; wenn jenes durch enthaupten geschieht, heiszt es den hals kürzen, wie sonst einen eines kopfs kürzer machen, vgl. 5, 1751:
ich machen etzelichen den hals kurt,
de nu levende is ind gesund.
Karlmeinet 48, 27.
gleichfalls aus dem peinlichen rechte sind die formeln an seinen besten, an seinen einigen hals aufhängen, in die gemeine rede aufgenommen, formeln die wol nichts wollen, als die wichtigkeit des halses für die vorzunehmende execution besonders hervorheben: und sol in führen bei einem grünen baum, da soll er in anknüpfen mit seinem besten hals. Reuter v. Speir kriegsordn. 47; gestalt ihn unser general alsobald an seinen allerbesten hals aufhengen .. liese. Simpl. 1, 204 Kurz; als ein meineidiger uberläufer mit seinem allerbesten hals an einen baum geknüpft worden. 3, 43; ähnlich: schildwacht, gieb wol achtung auf deinen posten, .. dasz du ja nicht etwan schlafest, sonst kostet es deinen besten hals. Hamlet bei Cohn, Shakesp. in Germany s. 247. noch Lessing braucht sache meines einzigen halses für capitalsache: ich fieng so ruhig an, so fest entschlossen, alles was ich zu sagen habe, so kalt, so gleichgültig zu sagen, als ich bin, wenn ich auf meinen spaziergängen vor langer weile schritte zähle. und ich ende so bewegt, kann es so wenig in abrede sein, dasz ich vieles so warm, so theilnehmend gesagt habe, als ich mich schämen würde, in einer sache meines einzigen halses zu sprechen. 10, 120. — Wer noch eben durch klugheit die strafe für ein verbrechen von sich abwendet, von dem sagt man, er ziehe den hals aus der schlinge (nämlich des strickes der ihn hängen soll): und der einnehmer wird auch sehen, dasz er den halsz aus der schlinge zeucht. Chr. Weise bäur. Machiavell 105. Die häufige strafe des henkens erzeugte einen kunstausdruck: der verbrecher stöszt oder zieht den hals am galgen ab, da er ihm durch den henker, der den gehängten an den beinen zieht, gebrochen wird: wer nicht alt will werden, stosz den hals jung am galgen ab. Garg. 170ᵇ. dieser ausdruck ward freier auch auf einen bezogen, der sich in qual und not ums leben bringt: bergkarbeit ist ein rossarbeit, und mancher hebt an schweren berg und wasserhaspeln, das er nicht allein blut auszwirft, sondern zeucht oft auch den halsz gar daran abe. Mathes. Sar. 145ᵃ; sogar von untauglich werdenden dingen: denn man wil auch sagen, das der magnet seinen halsz abziehe und kraft verliere, wenn er neben eisen ligt und schwebt im compast. 142ᵇ. Die furcht vor der todesstrafe spricht sich in manchen wendungen aus, die ein gewisser humor durchzieht: behüte der himmel, meine beste und gnädige! dem überbringer müszte der hals eben so jucken, als der schreiberin. Schiller kab. u. liebe 4, 9; ja, so denkt jeder zuerst: was sollst du mit deiner nase voran? hängt doch der hals gar nah damit zusammen. Göthe 8, 198;
allein, gesetzten falls,
ich zeigte mich! ja dann — es krabbelt mir am hals!
7, 66.
Neben all diesen wendungen ist der gemeinen sprache bis heute als besonders häufig gebraucht verblieben das kostet den hals, das verbum betont hier die zu leistende vergeltung für etwas gethanes, ursprünglich doch als strafe, gleich ist: das kostet den kopf, s. 5, 1869; oft in ganzer schärfe gesetzt: das ist eine böse sache, die kann den hals kosten; wenn er zu seinem herrn Saul fiele, so möchts uns unsern hals kosten. 1 chron. 13, 19; oft in milderm sinne: du blutest ja — was hast du gemacht? S. narr, einen spasz, der mich bald zwei beine und einen hals gekostet hätte. Schiller räuber 3, 2; namentlich dann abgeblaszt, wenn es negativ das kostet den hals nicht steht: wird dir denn ein vergebener gang gleich den hals kosten? Lessing 1, 275; das bischen dahlen wird doch den hals nicht kosten sollen! Rabener satiren 3, 57; was sogar häufig bei preisangaben gebraucht wird, um zu betonen, dasz eine sache nicht bedeutend theuer sei: kaufen sie doch den schmuck, er kostet den hals nicht;
ei, was braucht man um glücklich zu sein!
das wird ja den hals noch nicht kosten.
Angely fest der handwerker.
der verlust an schärfe wird, wie hier, auch noch an andern wendungen deutlich; eine von der oben 1 (sp. 243) gegebenen verschiedene redensart an den hals schlagen knüpft eigentlich an den enthauptenden henker an, es steht aber nur als milde umschreibung für umbringen: wann er nur einen kerl ansahe, der ihm sein tag niemahl nichts leids gethan, so hätte er ihn gleich an den hals schlagen mögen. Simpl. 3, 115 Kurz; gott schläget manchmal einen harten und unvernünftigen Nabal an den hals, und machet eine kluge und tugendhafte Abigail frei. Scriver seelensch. 2, 282, nach 1 Sam. 25, 38; ähnlich hals und kopf verlieren für umkommen: hingegen aber musten sie sich auch befleiszen einzutragen und in solcher arbeit weder tag noch nacht zu feiern, und solten sie hals und kopf darüber verloren haben. Simpl. 3, 84 Kurz; noch verwischter ist: welcher kummer meinen vater um den hals gebracht (er war vor kummer gestorben). Schweinichen 1, 281; sogar von dingen gesagt: wann dieser sturm noch 2 stunden wehrete, lieget das schiff am legerwall und ist umb den hals. pers. reisebeschr. 2, 2, d. h. ist zerstört, unbrauchbar gemacht; ähnlich mhd.:
eineʒ heiʒet: smirw die hant.
dô daʒ kom in ditziu lant,
dô was dem reht der hals abe.
Teichner 91 Karajan.
Bemerkenswert als unverstandenes überbleibsel eines alten peinlichen rechtsgrundsatzes ist die in Niederdeutschland lebende redensart hals geben für gestehen, verraten, ausplaudern:
wenn du von de geschichten hals deist gewen,
denn hew'k kein rauhge stun' in minen ganzen lewen.
Reuter reis nach Belligen 260;
nach altem rechte konnte nur der geständige verbrecher lebensstrafe erleiden, und das bekenntnis der missethat zog den verlust des halses nach sich, wie es im sprichwort heiszt: was das maul sagt, das musz oft der hals bezahlen. Lehmann 201.
g)
man sieht aus dem vorhergehenden, wie der hals so symbol des lebens wird, und dies tritt noch in mancher ähnlichen weise hervor:
das ist gar ein engstlicher zol,
den man beim hals bezalen sol,
seit daz ir mordes waltet.
Dietrichs erste ausfahrt 144;
derhalben habe ich öffentlich disputirt, das ist jederman, hohes, mittelmesziges und niedriges stands zu meinem groszen unglück, ja wider meinen hals erregt. Luther 1, 55ᵇ; derhalben gilts uns nu hinfort den hals an die freiheit zu setzen, sie zu erhalten. 3, 266ᵇ; so das sie dennoch mit gewehrter faust ihre hälse nach der acht theuer genug verkauft haben. Schütz Preuszen 102; welche haben fur mein leben ihre helse dargegeben. Röm. 16, 4; sein halsz darstrecken, sein läben in gefaar setzen, ein anderen bei dem läben zuͦ erhalten. Maaler 208ᵃ; und solte mich, so lieb mir der hals wäre, in keines andern herrn dienste nicht einlassen. Schweinichen 1, 296; und ich war bei meiner eigenen gesellschaft meines halses nicht sicher. 3, 61; die haben sie in das höchste unglück, um ihre wohlfahrt, und ihrer ein theil um ihre hälse gebracht. Schuppius 228; fechten wir nicht für hals und freiheit? Schiller räuber 2, 3; mein ganzer einflusz ist in gefahr, wenn die partie mit der lady zurückgeht, und wenn ich den major zwinge, mein hals. kab. u. liebe 3, 1.
h)
ab von den bisherigen liegt die redensart hals über kopf, über hals und kopf, dänisch over hals og hoved, eine sich überstürzende eile zu bezeichnen, über die mit manchen ähnlichen unter kopf 5, 1750 berichtet wird. besonders drastisch scheint hals über kopf, es malt, wie unten hin gehöriges zu oberst erscheint: stürzte sich hals über kopf den thurm hinunter. Grimm deutsche sagen no. 205; daher eine verwirrende eile: als ich zur bestimmten stunde nach seiner wohnung gieng, fand ich das leere nest; hals über kopf war er abgereist. Immermann Münchh. 1, 170; gebräuchlicher ist über hals und kopf: dasz ich nicht unbehend auf den darbei stehenden tritt sprang, aber in einem hui über hals und kopf herunter purzelte. Simpl. 2, 273 Kurz; die (ziegen) sprangen über kopf und hals mir vor, dasz ich bald keinen schwanz mehr sah. arme mann im Tockenb. 34; dasz ich beschlosz über hals und kopf zu heirathen. Kotzebue werke 8, 153; der sohn .. stürzte sich über hals und kopf in das abenteuer. Göthe 21, 86; damit ich sie über hals über kopf fortschicken kann. Weisze kom. opern 1, 50;
es ist hier nicht genug, die arme rede zwingen,
die sinnen über halsz und kopf in reime bringen,
der wörter henker sein.
Opitz 2, 28.
i)
andere bilder: von einem erregten oder erschrockenen wird gesagt: ihm schlägt das herz bis an den hals; gestern, denkt, gingen von seinen leuten vorbei und sangen lobliedchen auf ihn .. das herz schlug mir bis an den hals. Göthe 8, 194; der volkswitz spottet, es habe einer studiert bis an den hals, so dasz nichts in den kopf gekommen sei; wer viel zu thun hat, klagt er stecke bis an den hals in arbeit, ähnlich sagt man von einem tief verschuldeten er stecke bis an den hals in schulden, er ragt eben nur noch mit dem kopfe daraus hervor, so dasz er nicht ganz versinkt, vgl. eine ähnliche wendung: und also fehlete es an nichts Solanden zu vergessen und die zu halse getretene heirath mit Armatim zu vollziehen. polit. stockf. 315, die heirat war nachgerade so dringlich geworden, dasz sie in vergleich zu dem schon sehr hoch getretenen wasser bei einer überschwemmung gesetzt wird. wer in der höchsten bedrängnis ist, dem liegt der strick, die wiede am halse (sonst das messer an der kehle), ein bild hergenommen von der thätigkeit des henkers: bei glück und guten tagen thut man nicht viel nach Christo fragen, wenn aber das wasser über die körblein geht und uns die wid am halse ligt, wie man sagt, da ist nichts über gottes wort. Otho 979.
5)
unsern vorfahren war der freie hals symbol der persönlichen freiheit, und es bildete sich hiernach ein adjectivum ahd. frîhals liber, eigentlich freien hals habend, und ein in den alten dialecten weit verbreitetes, abstract gewordenes substantiv goth. freihals freiheit, ahd. fries. frîhals, ags. freols, altn. frials, was noch im schwed. fräls, dän. frels fortlebt. am lebendigsten ist die alte sinnliche bedeutung im friesischen gewahrt, und es geht hervor, dasz ursprünglich nicht, wie 4, 111 gesagt wird, der freie hals der ist, welcher kein joch auf sich trägt, sondern der der von der halsfessel, der gefangenschaft ledig ist, man fesselte unterworfene, gefangene am halse, und dem freien halse steht der gefangene hals gegenüber: gefangner halsz, wenn ein gefangner ein kettin am halsz hat, captiva cervix Maaler 207ᶜ;
in das gefängnisz gehn?
den hals ins eisen stecken?
H. v. Kleist zerbroch. krug, 11. auftr.,
schon in Cädmons genesis ist der aufrührerisch gewesene und von gott wieder unterjochte satan in dieser weise geschlossen:
licgad me ymbûtan
heardes îrenes hâte geslägene
grindlas greáte, mid þŷ me god hafađ
gehäfted be þam halse.
385;
bei den Friesen hatte sich lange die tradition erhalten, dasz sie als unterjochte des Dänenkönigs Radbod eine hölzerne fessel um den hals trugen, von der sie Karl d. gr. löste: thâ lethogade hi ûs fon Rêdbade, thâ deniska kininge, and fon thera clipskelde, and fon thera êtszena withtha, ther alle Frisa and thâ hiara halse drôgon. Richthofen 539ᵃ, 9; al deer eefter kaes Magnus den lettera ker, ende alle Fresen oen sine ker iechten, dat ma da Fresen da holtena witta fan da hals spande, ende se ymmermeer wolden wessa fryheren. 440ᵇ. 23. man sieht wie die fesselung des halses jedes einzelnen zeichen der unterjochung eines ganzen volkes ist, und es ist ganz sinnlich aufzufassen, wenn es heiszt: thâ urjef ûs thi kining Kerl frîne hals and frîa sprêka, londriucht and liodkesta. 127ᵇ, 28; indem ihnen verstattet ward, das zeichen der unterwerfung abzulegen, verlieh man ihnen wieder die rechte freier männer.
6)
der hals dient dem tragen von lasten: sie binden aber schwere und unträgliche bürden, und legen sie den menschen auf den hals. Matth. 23, 4; ich gang und trag, das mir der hals kracht. Ulenspiegel s. 11 Lappenberg; als er nun gessen und trunken hat, nimpt er die burdy mit den kleidern auf den halsz. Wickram rollw. 181, 23 Kurz; er kann centnerschwere last auf dem halse tragen. pers. rosenth. 2, 36; nu lôszit mir ein recht werden, sintdemmôle das her di dûbe (das gestohlene) ûf dem halse hât (trägt). Magdeb. fragen 3, 2, 1. bildlich: dasz er .. so grosze last der regierung auf dem halse trage. pers. rosenth. 2, 38; lieszen mir die bürde auf dem hals. Schweinichen 3, 132.
7)
das zugthier trägt ein joch am halse und ist durch dasselbe jedes eigenen willens bar; man wendet das gerne auch auf den menschen, namentlich in der bibelsprache: wird ein eisern joch auf deinen hals legen. 5 Mos. 28, 48; wer seinen hals nicht wird unter das joch des königs zu Babel geben, solch volk wil ich heimsuchen. Jer. 27, 8; was versucht ir denn nu gott mit auflegen des jochs auf der jünger helse, welches weder unser veter, noch wir haben mügen tragen? ap. gesch. 15, 10; und es wird geschehen, das du auch ein herr, und sein joch von deinem halse reiszen wirst. 1 Mos. 27, 40; zu der zeit wird seine last von deiner schulder weichen müssen, und ein joch von deinem halse. Jes. 10, 27; das ich sein joch von deinem halse zubrechen wil. Jerem. 30, 8;
die erste fraw zwar warf das joch
der sünd an unsern hals.
Logau 1, 37, 38.
daher den hals beugen, sich unterordnen, demütigen, wie das thier sich beugt, wenn ihm das joch aufgelegt wird: hastu kinder so zeuch sie, und beuge iren hals von jugent auf. Sir. 7, 25; zu dienst gottes den hals beugen und sich neigen. pers. rosenth. 6, 7.
8)
es erscheinen nun eine gröszere anzahl von redensarten, die alle beschwerendes, drückendes, hinderndes bezeichnen sollen; in den meisten fällen lassen sich dieselben ebenso gut an das lastentragen als an das jochtragen des halses anknüpfen.
a)
auf dem halse liegen, von sachen: derohalben euch nichts gewissers, denn gleich urteil auf dem halse ligt. Luther 3, 122ᵇ; das gesetze lag inen noch auf dem halse, kunden nicht davon los werden und das gewissen frei machen. 266ᵃ; das uns diese sach nicht allein auf dem hals ligt. 5, 7ᵃ; dieweil ich achte e. e. selbs wol wissen, wie viel mir teglich auf dem halse ligt. 6, 506ᵇ; dann ich sehe, dasz die verlierung all meines guts und freud mir noch auf dem halsz ligt. Amadis 28; daher inen (bei feuersbrünsten) nicht geringe gefährligkeiten auf dem hals ligen. Kirchhof milit. discipl. 178; und finde oft, dasz solche grosze herrn ein creutz auf dem hals haben liegen. Schuppius 176. von lästigen personen: Hermans de lyt my dach und nacht upme halse. liebesbrief des 15. jahrh., Germ. 10, 392; ein regiment knecht, welche mer den armen leuten auf dem halsz ligen. Kirchhof milit. discipl. 215.
b)
auf den hals legen: gott legt im imer ein creuz uber das ander auf den hals. Luther 4, 187ᵃ. so yhn doch dise macht, etwas auf den hals zu legen, nicht on ursach geben ist. Frank weltb. 45ᵇ. ähnlich sich auf den hals binden; ich weisz im ganzen umfang, was das heiszt: sich das schicksal eines menschen mehr zu den übrigen lasten auf den hals binden. Göthe bei Schöll 168.
c)
an, auf, über dem halse haben, tragen: wir haben am halse den faulen schelm, den alten Adam. Luther 4, 226ᵃ; so sind wir doch nimer on sünde, unsers fleischs halben, so wir noch am hals tragen. 413ᵃ; tragen den alten Adam am hals. 420ᵃ; lieber solte einer tausend pestilenz am hals haben, als ewig gebunden sein. Otho 1344; wenn einer dir gottes wort in zweifel zieht, so meide ihn mehr als einen der die pest am halse hat. Scriver seelensch. 1, 60; gleichsam als wann ich die schwindsucht am hals gehabt hätte. Simpl. 4, 93 Kurz; ich habe da noch Jäckeln übern halse, der reist mir mächtig in beutel. Schoch stud. leb. H 6ᵇ; die kanadischen weiber haben alle häuslichen angelegenheiten auf dem halse. Kant 7, 438; du hast das siedende donnerwetter am halse. Schiller 183. von herangekommener später zeit: barfusz, in dem hembd, on allen trost und hoffnung, mit der nacht auf dem halsz, in tiefem schnee, nicht wuszte wohin. Bocc. 1580, 1, 44ᵇ; weil .. der winter auf dem hals. Schertlin briefe 31.
d)
über, auf den hals kommen: meine schwere sünde sind durch seine strafe erwachet, und mit haufen mir auf den hals komen, das mir alle meine kraft vergehet. klagel. Jer. 1, 14; wer dem andern schaden thun wil, dem kompts selbs uber seinen hals, das er nicht weis wo her. Sir. 37, 30; sich mein traun, ist uns doch der abend übern halsz kommen, ehe wirs gedacht hatten. Schoch stud. leb. H 6ᵃ; von einem übel .. das dir zufällig und unverschuldet über den hals kommt. Göthe 15, 11;
dargegen lest gott manchen frummen
teglichen uber sein halsz kummen
vil unglücks, trübsal und anfechtung.
H. Sachs 3, 1, 236ᵇ.
lästige personen laufen einem über den hals: als nun der zahlungstermin kam, lief mir der jude, der lumpenhund, oft in der wochen zwei dreimal übern hals. Schuppius 582.
e)
über den hals ziehen, führen, schicken, bekommen u. ähnl.: sie sollen fragen, ob sie auch durch eigene schuld solch unglück ihnen über den hals gezogen. Scriver seelensch. 2, 203; indem er sich vielleicht mit huren geschleppt und dadurch diese krankheit (die Franzosen) an hals gezogen hab. Schuppius 165; gedrückt von einer schweren schuldenlast, die er sich durch leichtsinnige lebensart .. auf den hals gezogen. Klinger 3, 6; ein unglück einem andern auf den hals ziehen. Kant 1, 136; sich sorge, neid und nachstellung auf den hals ziehen. 4, 40; wie leicht können sie uns aber ein regiment dragoner über den hals ziehen. Göthe 15, 26; sich allerlei krankheiten auf den hals laden. Schuppius 237; sie wird ihnen die sorge um eine heerde kinder auf den hals laden. Lessing 1, 260; das zufür kommen (um das zu verhüten) schaffet got den frommen je ein unglück über das ander auf den hals. Agr. sprichw. (1560) 152ᵇ; es würde auch .. ein seltsam ansehen gewinnen, wenn i. f. gnaden fremde doctor über den hals sollten geführet werden. Schweinichen 3, 321; ich wolte ihm einen advocaten über den halsz führen. Chr. Weise erzn. 95; (die menge von geschäften) die mir der minister .. über den hals geschickt hat. Gotter 3, 19;
ich will ein ubern hals dir schicken.
H. Sachs 1, 525ᵇ;
er hat den zorn auf ihren halsz geschicket.
Opitz ps. 78, 25;
gott verzeihs dem adel, dasz er uns diese neue geisel über den hals gelassen hat. Göthe 8, 241; einem andern ist ein böser engel über den hals gewiesen, der ihn mit geistlichen anfechtungen ängstet. Scriver seelensch. 2, 89; und da schoben sie denn nachher jede ähnliche ausschweifung ganz getrost der frau auf den hals. Engel Lorenz Stark cap. 23; einen injurienprocess an den hals bekommen. Chr. Weise erzn. 4; sollte ihm gleich ein injurienprocess an den halsz geworfen werden. causenm. 116. diese wendung wird auch von personen gebraucht, die durchaus eine ehe stiften oder eingehen wollen: musz ich nicht jeden augenblick befürchten, dasz irgend ein berühmter waldhornist oder ein geigenspieler hier ankommt, dem dein vater dich an den hals wirft? Kotzebue werke 23, 13; wie kannst du einen jungen mann wie Leotychus .. verschmähen, um dich einem miszgeschaffnen .. Böotier an den hals zu werfen? Wieland Krates u. Hipp. 20. brief; sich einem frauenzimmer an den hals werfen. Klinger 1, 488; wenn nun ihr vater stirbt, was will sie anfangen? da musz sie sich dem ersten besten an den hals werfen. Göthe 11, 14; von zudringlich liebenden überhaupt: ihr seid gewohnt, dasz sich euch alles an den hals wirft. Göthe 19, 131; dann in noch anderer anwendung: man wirft jemand ein geschenk an den hals, immer mit der absicht, sich selbst dadurch von einer last zu lösen, so nd. enem en paar daler an den hals smiten, einen mit einem geschenke laufen lassen. Dähnert 170ᵃ. anders aber jemandem alles an den hals hängen, von reicher beschenkung, das knüpft an den schmuck an, der um den hals gehängt wird, vergl. oben spalte 244. — Weitere fügungen: ein hitziges fieber an hals saufen. Mülmann 35; daher er ihm (sich) eine krankheit an den hals gesoffen. Schoch stud. leb. K 3; dasz du ihm eine so unerträgliche plage an den hals schwatzen willst. Lessing 1, 259; sich eine krankheit an den hals ärgern; ich fürchte dasz ich mir noch die schwindsucht über dein plaudern an den hals ärgern werde. Lessing 1, 355.
f)
an, auf den hals bitten, wünschen: das unglück hat ihm (sich) der vater selbst an den hals bitten müssen. pers. rosenth. 7, 11; einem den blitz an den hals wünschen. Albrecht fluch-abc 65; es gibt ehegenossen, die einem bösen ehegatten alles übel an den hals wünschen. Scriver seelensch. 2, 282; die (pest) kriege ich nicht, ich bin pestfest. in Nürnberg hat sie mir meister Sturm jeden tag zwanzig mal auf den hals gewünscht, und sie ist doch nicht gekommen. Riehl culturgesch. novellen 423; die beiden alten fluchen dir alle teufel auf den hals. Kotzebue werke 36, 49; ironisch: dasz ich den verwundeten obrist-leutnant aus der battalia und todsgefahr errettet und zu den unserigen geführt, darvon schriebe er ihm so wenig ehr zu, dasz er mir meiner mühe nicht allein mit potz-velten dankte, sondern auch, wann er mich sahe, mit griszgrammenden minen erröhtet, und mir, wie leicht zu gedenken, lauter glück und heil an den hals wünschte. Simpl. 3, 46 Kurz.
g)
auf dem halse lassen, vielfach von lästigen personen: machts klug, so viel sag ich euch, dasz ihr mir sie nicht auf dem halse laszt. Lessing 2, 407; da liesz er uns denn das mädchen auf dem halse. Kotzebue werke 9, 165;
der bösewicht!
hat mir sie auf dem halse gelassen.
Göthe 11, 179;
ähnlich am halse bleiben: wäre zwar bald geschehen, dasz mir der Kittlitzen tochter am halse wäre geblieben. Schweinichen 1, 108; das elende gesöffe musz ihm über dem halse bleiben (er wird es nicht los). Chr. Weise erzn. 116.
h)
vom halse lösen, nehmen, schaffen (vergl. oben 4, c), lassen, wünschen: den andern ward wartegeld gegeben, dasz ich sie i. f. gnaden vom halse gelose. Schweinichen 1, 233; seitenmal sie im zumal viel müh und angst ab dem halsz nemen. Amadis 432; schafft mir diese strohmänner vom halse! Göthe 16, 60; geschichte schreiben ist eine art, sich das vergangene vom halse zu schaffen. 49, 45; auf diese weise hab ich mir die betteleien der verliebten vom halse geschafft. Kotzebue werke 9, 323; ich wünsche mir die sache um jeden preis vom halse. 8, 52; du fragst, ob du mir meine bücher schicken sollst? lieber, ich bitte dich um gottes willen, lasz sie mir vom halse! Göthe 16, 10;
ich hab dis einige kind, ir habt der zween daheim,
noch dunkets uns so gar gut und so mächtig sein,
wann wir sie han zur schulen abgefertigt hin,
das wir ir doch einmal vom hals los worden sin.
Hayneccius com. A 6ᵇ;
vom halse schaff ich mir den burschen noch vor nacht.
Kotzebue dram. spiele 2, 180.
i)
vom halse bleiben: blos dasz mir der schulmeister vom hals bleibt. Fr. Müller 1, 246; bleib mir mit den vornehmen verwandtschaften vom halse. Kotzebue werke 9, 170;
ach, bleib mir mit deiner weisheit vom halse.
8, 276.
9)
auf den hals treten, ein zeichen der unterdrückung; es wechselt mit auf den nacken treten, vgl. oben im eingange und nacken: da aber die fünf könige zu im eraus bracht waren, rief Josua dem ganzen Israel, und sprach zu den obersten des kriegsvolkes die mit im zogen, kompt erzu und trettet diesen königen mit füszen auf die helse. und sie kamen erzu und tratten mit füszen auf ire helse. Josua 10, 24; auf ire helse wirstu tretten. Baruch 4, 25;
die auf der unschuld hals einst übermüthig traten.
Uz 2, 21.
10)
hals bei genealogischen angaben. das mittelalterliche recht, bei seiner aufzählung der verwandtschaft nach gliedern, gestattet der gliederung des menschlichen leibes einflusz auf abstufung und benennung solcher verwandtschaften (rechtsalterthümer 468); wie das haupt vater und mutter darstellt, so der hals die rechten kinder: in deme houbete is bescheiden man unde wîph zu stânde, die êleke unde echtleke zusamene komen sîn. in des halses lede die kindere, die âne zweiunge vater unde muter geboren sîn. Sachsensp. 1, 3 § 3; in dem gelyde deʒ halsis sten dye kindere, dy one czweiunge borin sin (ganze geschwister). Magdeb. blume 2, 1, 16.
11)
hals meint nun im gegensatze zu dem bisher gegebenen den innern hals, die speise- und luftröhre, wie kehle 2 und 3 (5, 396. 397):
ich habe eine tochter, er sprach,
die lîdet michel ungemach,
wande ir der hals geswollen ist.
passional 161, 34 Hahn;
auch als verwünschung:
daʒ dir der hals geswelle!
Dioclet. 3526;
ich habe mich müde geschrien, mein hals ist heisch. ps. 69, 4; füsze haben sie und gehen nicht, und reden nicht durch iren hals. 115, 7; dér mensch hat nur zwei töne im halse. Kotzebue werke 23, 33; der halsz ist mir dürr, arent fauces Maaler 207ᵈ; von der bräune und bösen hälsen. Böckler kriegsschule 899; allhie solle man den hals mit gurgelwassern und andern butzen. s. 902; wer sich erkältet, bekommt einen rauhen hals, oder hat es im halse (sp. 62 unten); bei einem streite werden die zähne in den hals geschlagen: und wurde mir von selbigem sträich so törmisch im kopf, dasz mich noch wunder gibt, dasz er mir nit alle zän in hals geschlagen. Simpl. 3, 108 Kurz; ich schlage ihm die zähne in den hals, wenn er noch ein wort sagt. Göthe 8, 204. aber Fischart dehnt das gebiet des halses weiter aus, er spricht von zähnen im halse, die nach dem gewöhnlichen sprachgebrauche im munde liegen: wie ihr dann ein sprichwort von einer alten pflegt zu haben, welche, wiewol sie keinen zan im halsz hat, doch alle morgen bona lux sagt. Garg. 125ᵇ, und auch sonst musz hals noch die mundhöle mit bezeichnen: honigseim ist süsz in deinem halse. spr. Sal. 24, 13; ire einwoner gehen mit liegen umb, und haben falsche zungen in irem halse. Micha 6, 12. das volk spricht sogar von einem unrechten halse und meint damit die luftröhre, weil es sich als wichtigsten und eigentlichen bestandtheil des innern halses die speiseröhre, den schlund denkt: he hett et in'n unrechten hals kreegen, es ist ihm etwas auf die luftröhre gefallen Schütze 2, 94, ähnlich Dähnert 170ᵃ; unrechte hals, luftröhre brem. wb. 2, 572. Auch hier erscheinen eine anzahl mehr oder weniger formelhafter redensarten.
a)
an den hals als verzehrenden lehnen sich an: er kann den hals nicht voll kriegen sagt man von einem unmäszigen, vgl. auch halsfüllen; glatte und wolschmeckende speise bleibt nicht im halse stecken; eine speise von der man zuviel genossen hat oder deren man überdrüssig ist, steht bis an den hals, was man nachher auch freier und bildlich von einer widerwärtigen sache behauptet; das bild wird sogar kräftig gesteigert, indem man sagt ich habe nun jene speise so oft essen müssen, dasz sie mir zum halse heraus hängt, zum halse heraus wächst; soltu arm sein, so wirt dir nichts zu guͦt gedeien, duͦ sorgest und arbeitest gleich wie vil und lang du wilt, dann es hilft nicht fruͦ aufstehen, nit spat nider gehen, sich abhüngern und vom hals ersparen. Agricola sprichw. (1560) 5ᵃ; ja ja, bettelkerlen, die den halsz bei uns wollen ernehren, kriegen wir genung daheim. Chr. Weise comöd. 310; der prediger wird dürr abgespeiset, man reichet ihm die besoldung auf einem spänlein dar, zehlet ihm alle bissen in den hals. Otho 995;
will doch mit wein erst füllen mein flaschen,
auf dem weg meinen halsz zu waschen.
H. Sachs 3, 1, 241ᵃ;
frist sie mit haut und haar in ihren halsz hinein.
Wesenigk spielsieben (1702) s. 10;
und mit dem nimpt er die eiger beide, und schlecht sie uf, und schüttet eins nach dem andern zuͦ hals.
Ulensp. 124 Lappenb.;
nicht zu halse wollen, von schlechter speise:
so wenig einem, der beständig zuckerbrot und andere delicatessen genossen, ein haferbrei zu halse will, so wenig wolte mir das bäuerliche leben gefallen.
seltsame avanturen (1728) s. 40;
kein essen wil nicht gehen
zu halse wie zuvor.
Opitz 3, 207 (ps. 107, 10);
bruder komm und iesz mit mir; haus und wirth (nämlich schnecken) soll für dir stehn:
doch iesz nur den wirth, das haus möchte nicht zu halse gehn.
Logau 2, 93, 80;
nachdem ich ihnen so viel tausend reichsthaler, und so viel fuder wein ihnen durch die hälse gejagt hatte. Schuppius 231. vergl. freszhals, saufhals.
b)
den hals als sitz der stimme betreffend: köret den altar umb, und schrie von halsz mit lauter stimm. Frank chron. (1531) 78ᵇ; könnt ihr das? ja wol sprachen sie mit vollem hals. Otho 1350; und schrye .. mit vollem halse. pers. rosenth. 4, 12; mit vollem halse lesen. 4, 14; er sprang mit beiden füszen die stiege hinab, risse die hauszthür auf, und rief jenem mit vollem halsz. Happel acad. rom. 804; mit hellem halse .. schreien. katzenveit (1692) s. 67;
und wann er sang, so wars mit lust,
aus vollem hals und freier brust.
Hagedorn 2, 66;
dafür auch andere wendungen: du treuer gott, wie schreien oft gewissenhafte prediger, dasz ihnen der hals kracht. Scriver seelensch. 2, 350; afferre cachinnos omnes, lachen was einer von hals vermag Frisius 167ᵃ, wir sagen heute was aus dem halse will; ihr alter andächtiger hals überschreit eine ganze christliche gemeine. Rabener 4, 143;
so trillert jedem ohr
sein liederreicher hals ein gassenliedchen vor.
Uz 2, 84;
hierher auch ein jägerausdruck: mit hals und horn jagen, wenn der jäger seine jagd mit rufen und hornklang begleitet:
von hals und mit dem horne
jag ich ze mangen stunden
in suͦn und ouch mit zorne.
Laber jagd 446,
vgl. weimar. jahrb. 3, 355; von einem guten jäger wird verlangt dasz er laut von halse sei: und macht dahero die gesunde und ganze lunge einen jäger laut vom halse. Göchhausen not. ven. (1741) b 4ᵇ; als z. e., wenn er (der jäger) seine läufer, holzhauer, zimmerleute, oder andere waldarbeiter, item seine sich etwa an wildpret verjagte hunde, u. dergl. wiederum an sich rufen will, da findet er, wie wohl ihm das laut vom halse sein zu statten kömmt. b 5ᵇ. Wer befangen oder sonst beirrt ist, dem bleibt eine rede im halse stecken, will nicht heraus: die oration blieb im halse stecken und wolte nicht fort. Schuppius 34; umgekehrt, wer gut reden kann, dem stäubt die rede aus dem halse: je sie studieren und zulesen sich immer, dasz ihnen das lateinische zum halse heraus stäubt, wie schimlich brodt. Schoch studentenleb. D 6ᵇ.
c)
vielfach gebraucht ist das lügst du in deinen hals! es soll angedeutet werden, die strafe des lügens möge auf den hals zurückfallen nach dem grundsatze, dasz der mensch an dem gliede gestraft wird, womit er sündigt; diese strafe musz im ersticken bestehen, denn man sagt sonst: wenn du an der ersten lüge erstickt wärest, so lebtest du längst nicht mehr: herr, sie liegen alle in ire hälsz. Bocc. (1580) 1, 41ᵇ; er leugt in sein halsz. Wickram rollw. 41ᵇ (51, 5 Kurz); du leugest in deinen halsz hinein alles was du sagest. H. J. v. Braunschweig 143; ich lüge entweder in meinen hals, oder es ist wahr, dasz er mich betrogen hat. A. Gryphius (1698) 1, 884; sagt dasz alle .. in ihren hals hinein gelogen. Schiller 1105;
das leugst du, Polt, in deinen hals,
das leugst du als ein schelm.
Lessing 1, 16.
dafür sonst: das lügstu dein hals voll. Ulensp. s. 11 Lappenberg. vgl. lügenhals. fluch, verwünschung und lüge gehen am eigenen halse aus, fallen auf den hals des sie aussprechenden zurück (s. ausgehen 1, 871): also ein unverdienter fluch trifft nit. also ists alles der christen, dʒ inen auch ire feind dienen müssen, und in vermaledeiung wolsprechen und segnen, und geht alles an ihrem hals ausz. Frank weltb. 147ᵇ; wiewol es an iren hals ausgeet und man dise arme leut nit darum verfolgen soll. 150ᵇ;
must an irm halse ausgehen,
kunten mit lügen nicht bestehen.
Wagner untrew E vᵇ.
d)
den leuten in hals kommen, machen dʒ man von im sagt, venire in sermonem hominum Maaler 207ᵈ; einen der welt in hals bringen, und zuͦ einem gespött machen, mittere aliquem in fabulas et sermones das.
e)
folgendes sprichwort wird im texte erklärt:
wie im sprichwort, bei unser zeit,
oft wird gesagt, wo jemand hett
etwann bei nach zuvil geredt,
das er spricht, das war gut, dasz ich
ein langen halsz het, sonsten mich
mein sprach bald übereilet hett,
das ich zuvil alhier geredt.
ganskönig G iiᵇ.
f)
ein stinkender hals, dessen atem übelriechend ist, aus dem halse stinken, animam foetentem habere Frisch 1, 402ᵃ, daher als schimpfwort du unflats halsz! H. Sachs 3, 3, 8ᵇ. in sehr derber rede wird von einem menschen, einer sache gesagt, dasz sie einem zum halse heraus stinke, um den höchsten grad von widerlichkeit zu bezeichnen.
II.
hals in übertragenem sinne.
1)
für das den hals umschlieszende kleidungsstück, gerade wie kragen beides, den hals und seine bekleidung bezeichnet; schon ahd.: ânu hals sine cucullo (superhumerale) Graff 4, 927; mhd.
diu sper dâ schôn man brechen sach;
an bêden helsen daʒ geschach.
Frauend. 203, 20,
was das koller, den den hals umschlieszenden theil der rüstung meint; ähnlich ist der nach Adelung in Oberdeutschland geltende ausdruck ein hals perlen zu nehmen, er bezeichnet soviel perlen als zur umfassung eines halses (zu einer halsschnur) nötig sind. folgende fälle dagegen sind zweifelhaft. wie man einen beim kopfe nimmt (5, 1755), so kann auch beim halse nehmen im eigentlichen sinne gefaszt werden (vergl. oben I, 4, b und c); da aber das altdeutsche recht die verhaftung eines verbrechers dergestalt vorschreibt, dasz derselbe beim halskleide angefaszt wird, ein verfahren, das in England heute so weit verwischt ist, dasz nur noch die schulter des zu verhaftenden berührt werden musz, so meint die folgende stelle unter hals vielleicht das halskleid: heuwt hee (ein holzdieb) dan den veirden hauw, so sall in der vorster myt dem hals nemen, und sall in zo Flamersheim up den hoeff brengen. weisth. 2, 686; möglicherweise auch in folgendem:
ir wâren zwô in der stuben,
mit einander sî in schuben
hin ûʒ mit dem hals.
ges. abent. 2, 234, 561.
2)
hals, von halsähnlichen gegenständen.
a)
hals an saiteninstrumenten: hals an einer laute oder geige, collum testudinis vel fidium Frisch 1, 402ᵇ.
b)
hals an einer flasche, einem gefäsz: hals an einem glas, collum vitreae ampullae Frisch 1, 402ᵇ;
ein hohl gefäsze,
dran ein hals von kleiner grösze.
Brockes 2, 286.
man sagt daher scherzend und mit bezug auf I, 4, d einer flasche den hals brechen, sie austrinken.
c)
hals in der baukunst: bei den dorischen und toskanischen säulen ist es ein schmales, durch einschnitte begrenztes glied zwischen dem schafte und dem capitäl; an einem thurm der theil unter dem knopfe: ich erstieg ganz allein den höchsten gipfel des münsterthurms, und sasz in dem sogenannten hals, unter dem knopf oder der krone, wie mans nennt, wohl eine viertelstunde lang. Göthe 25, 252.
d)
hals als technischer ausdruck verschiedener anderer gewerbe: hals an den raketen ist der ort, wo sie am zündloch gebunden werden; hals am anker, der ort wo die arme mit der rute vereinigt sind; bei den böttchern ist der hals einer tonne der schmalere theil auf beiden seiten des bauches, neben dem obern sowol als dem untern boden. Jacobsson 2, 197ᵃ; die flügel eines schleusenthors haben einen hals, ein schmales glied oben, wo sie befestigt werden, s. halseisen 3, halsklammer, halsklaue; hals eines kellers, vgl. kellerhals 5, 517; hals einer kanone, der theil hinter dem vordern ringe: abmessen mit einem groszen gekrümmten zirkel, .. damit man also alle theile hinten bei dem zündloch, bei der naben oder zapfen, und vornen bei dem halsz, hinter dem vordern ring, visirt. Böckler kriegsschule 164. In der anatomie ist hals das den gelenkkopf mit dem schafte des knochens verbindende schmale glied; an einem bruchsacke der engere theil desselben, der ähnlichkeit mit dem hals einer flasche hat.
3)
hals, eine fortlaufende schmale anhöhe, wofür nach Schm. 2, 184 in den sette communi ein fem. halse gilt: die gebirgsleute nennen häufig einen hals einen mäszigen bergrücken, der quer zwischen höheren läuft und sie verbindet. Stifter studien 5, 86. schon mhd., wb. 1, 617ᵇ:
durch den hals sô gienc ein grabe,
einweder halb geschroten abe,
durch ganzen vels gehouwen.
Hagens heldenb. 2, 173.
hals heiszt auch die schmale erdzunge, durch die eine halbinsel mit dem festen lande verbunden ist: wo sie auf dem halse der halbinsel ein fort anlegten. Heilmanns Thucyd. 515; Thapsus, so eine halbinsel an einem schmalen halse ist. s. 888.
4)
der schiffer nennt hals, aber mit dem plural halsen, taue, womit man die untern ecken der segel spannt und nach vorn zieht: hals des bezaansegels. Jacobsson 6, 16.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 242, Z. 64.

halsen, hälsen, verb.

halsen, hälsen, verb.
brachia injicere collo. Das ahd. braucht, so viel zu übersehen, nur die schwache form des verbums nach allen drei conjugationsarten, als halsjan, halsên und halsôn (Graff 4, 928), von denen die letztere sich formell zu ags. healsian flehentlich bitten, stellt. das mhd. zeigt neben dem aus halsjan entstandenen schwachen helsen ein starkes halsen mit dem praet. hiels, und dieses praet. erscheint nach Birlinger schwäb.-augsb. wb. 217ᵃ noch im 15. jahrh. in bairischen quellen; ein particip gehalsen ist neben gehalst mundartlich noch jetzt in Kärnthen üblich, Lexer 132. sonst sind dem nhd. nur noch schwache formen des verbums gerecht, das öfter vorkommende halsen geht auf ahd. halsôn, halsên, das seltenere hälsen, helsen auf ahd. halsjan zurück. eine form helschen für helsen (vgl. unten no. 4) zeigt vergröberung des inlautenden s. das wort verschwindet, wenigstens in seiner einfachen form, seit dem 18. jahrh. aus der schriftsprache, lebt aber noch mundartlich fort, so auszer in Kärnthen in Franken und Oberhessen, hälsen Kehrein 183, halsen Vilmar 146, schwäb. hälsen Schmid 258, bair. halsen und halsnen Schm. 2, 183, auch niederd. sik hälsen sich umarmen Dähnert 166ᵇ. halsen steht in verschiedenem sinne.
1)
die eigentliche bedeutung beim halse fassen tritt nhd. noch manchmal hervor:
halsen will mich eine kette,
soll ich denn gefangen sein?
v. Birken ostl. lorberhain 358;
disz ist das eppichkraut, das den zu boden wirft,
den es umbarmt und halszt.
Lohenstein Ibrah. 37, 272;
der ephew soll umbfangen nichts so sehr
als ewre arm euch halsen beide.
anm. weish. lustg. 649.
2)
das letzte beispiel leitet über zu der bedeutung sich kosend umarmen, liebkosen: und zu ihm gienge und in hälset. Bocc. (1580) 1, 79ᵃ; halse und umbfahe din Lucretia. Wyle transl. 51, 38 Keller; es wer dann daz ich dich ouch möcht halsen und mit minen armen umbfahen. 45, 38; hals mich doch, mein freund, ha so umbfang du mich für meinen segen. Garg. 240ᵃ; er dankt im fleiszigklich und halst ine durch grosze lieb. Aimon bog. x 1; sie halset die fürsten. daselbst; gleichwie zwei creaturen, die in groszer liebe sich mit einander halsen oder würgen. J. Böhme Aurora (Stuttgart 1835) s. 150; ich küsse dich, wie Simeon, ich halse dich, wie Maria. Otho 1312;
mit derer ich schätzchen und herzchen mich heisze, ...
mit der ich mich halse, mit der ich mich paare.
Logau 2, 126, 34;
reit' weiter? und ich hab ihn nicht gehalst,
gedrückt, geküszt, vor liebe aufgefressen?
Tieck Octavian 2, 2. act, schlusz.
Das halsen auch ausdruck der bewillkommnung: und da er sie kommen sahe, er stundt auf und reicht in die handt und sprach zu Reinharten: habent kein verwunderung darumb das ich euch nit helsen, dann mir ist fast we. Aimon bog. m iiij; da stundt Magis von im (dem pferd) ab und hälset Reinharten gar freundtlichen. bog. o; und ging zu inen, sie von liebe freundtlich halsent. bog. o j; ward er seiner höchlich erfrewet und halset Reinharten zuͦ vil malen. bog. s ij. Formelhaft sind oft verbunden halsen und küssen u. ähnl.: auf stunde, zuͦ im ging, in halset und an sein wang küsset. Steinhöwel 100, 26 Keller; einander zu küssen und hälsen. kriegsbüchl. d. frides 71; halsen und küssen. wegkürzer 33ᵇ; so wil ich dich nit für die lang weil halsen und abschmatzen, dasz ein art hat. Schwabe tintenf. 62;
und halset und kusset in an ain packen,
und ward in in den hindern zwacken.
fastn. sp. 325, 4;
ich habs oft selber gehalst und gekust.
733, 27;
umb den verwunden herrn er arm und hände schlug,
und ihn bisz an den rand gedachten brunnens trug,
er batt und fängt ihn an zu halsen und zu küssen,
er werde ja nunmehr von keinem zorne wissen?
D. v. d. Werder Ariost 23, 171, 5;
kommt tretet näher her, das schöne kind zu grüszen,
zu tragen auf der hand, zu hälsen und zu küssen.
Opitz 3, 199.
3)
dasz halsen auch eine obscöne bedeutung erlangt, liegt nahe: halsen, mit einem weib gfätterlen, coire, fovere aliquam Maaler 208ᵃ; so auch schwäbisch hälsen Schmid 258; auch die folgenden stellen der fastnachtsspiele werden hierher fallen:
ain lippenlapp, der niht kan besinnen,
das frauen lieber helsen, dan spinnen.
316, 23;
niemant sol si helsen,
wann ich, die lieben Elsen.
397, 28;
ich mein ir seit gewest pei edelleuten,
die wol künnen halsen und treuten.
569, 17.
4)
vielleicht hat hälsen auch einen allgemeinern sinn angenommen, sich zuwenden, anhängen: will ein weib haben, das ihr mann ein kind mehr liebe dann das ander, so geb sie ihm zu essen beide zypflin von den ohren seines hunds, die ein helschet [ihm?] und die andere helschet dem kind, so sollen sie sich so lieb haben, das der ein von dem andern nicht soll bleiben können. des spinnrockens evangelia 1568 G 1ᵇ.
5)
die mundartlich schwäbische bedeutung von hälsen, jemand zum geburtstage glück wünschen (Schmid 258) fuszt wol auf der sitte des um den hals fallens und steht somit zu oben 2 in verbindung.
6)
fern dem bisherigen liegt halsen, ein schiff durch die halsen vor den wind bringen (vgl. hals II, 4 sp. 256): es wurde möglich, das schiff westwärts zu halsen. Weserzeitung; daher bildlich: in einigen (wörtern) der art, wie in der partikel als, wird es sogar wenigen gelingen, eine kürze herauszuhalsen. F. A. Wolf Horat. 1. satire (1813) 19.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 260, Z. 31.

halsen, hälsen, n.

halsen, hälsen, n.
der substantivisch gesetzte infinitiv des vorigen, gewöhnlich in der bedeutung 2: sölich süsz küssen und halsen. Wyle transl. 52, 6 Keller; als aber sy zwüschen halsen und küsen iren Euriolum recht erkant, redt sy. 49, 2; da ist ein liebliches und heiliges halsen, küssen, schmecken, fühlen, hören, sehen und riechen J. Böhme Aurora (Stuttg. 1835) s. 159; dasz sie ihn mit ihrem liebkosen, guten worten, halsen, herzen, doch fälschlich betrogen habe. anm. weiszheit lustg. 649; diese macht nachmals dem herrn schultheisen durch küssen und hälsen eine solche opinion, dasz der henkermäszige vor einen Agamemnon und tapfer officierer gehalten wird. Schuppius 531 (1701 1, 501);
denn was kan doch sie nicht, mit lachen, schimpfen, scherzen,
mit ihrer freundlichkeit, mit halsen, küssen, herzen
erlangen?
Rottmann lust. poet. 77.
Auch in obscöner bedeutung: das halsen, fleischliche gespillschaft mit einem weib, coitus venereus Maaler 208ᵃ. In Schwaben heiszt hälsen auch ein zum geburtstage gegebenes geschenk (Schmid 258) nach der oben 5 gegebenen bedeutung des verbums.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 261, Z. 49.

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Zitationshilfe
„hälsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4lsen>, abgerufen am 20.10.2021.

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