Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

haltig, hältig, adj.

haltig, hältig, adj.
halt habend, in mehrfachem sinne.
1)
nach halt 1 (sp. 270) ausdauer habend, ausdauernd: ein gutes reuterpferd .. solle auch hältig, thätig und auf beiden seiten à tera tera hurtig, wendig, geschwind und zaumrecht sein. Böckler kriegsschule 960.
2)
in anderm sinne, von dem festhalten eines spieleinsatzes oder eines spiels selbst (nach halten II, 2 sp. 289).
dem trunken ist nütz ze vil,
es si haltig oder lassig spil,
es ist im als gelich.
teufels netz 666.
3)
nach halt 6 (sp. 272) gehalt habend, namentlich von erz, gestein, metall, münzen: haltiges gestein bei den bergleuten solches das erz birgt, im gegensatze zu taubem: wie .. der rubel, bis 1700 eine blose gedankenmünze geblieben, durch Peter I eine wahre haltige münze wurde. J. Paul nachdämmerungen s. 83; übertragen:
der teufel stellte sich gewaltig,
und Christoph war an treue haltig.
Arndt ged. (1840) 308.
Zusammensetzungen sind ziemlich zahlreich, in denen allen das fehlen des umlauts überwiegt; der ersten bedeutung fallen zu probehaltig, stichhaltig, nachhaltig, der dritten erzhaltig, metallhaltig, silberhaltig, goldhaltig, säurehaltig u. a. m. von diesen abgeleitete substantiva, probehaltigkeit, nachhaltigkeit, goldhaltigkeit begegnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 301, Z. 60.

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Zitationshilfe
„hältig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4ltig>, abgerufen am 20.10.2021.

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