Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

haltnis, hältnis, f. und n.

haltnis, hältnis, f. und n.
1)
das festhalten an einem orte, aufhalten, hindernis: detentio festunge, haltenisse Diefenbach 177ᵇ;
ich weisz nicht was für haltnüsz doch
der schmeichlend Amor in sich heget,
der freiheit pasz wird mir verleget,
ich kan ausz seinen zauberketten
mich durch kein einig mittel retten,
so sehr beschweret mich sein joch.
Schwieger geharnischte Venus 27.
2)
das etwas festhaltende instrument, halter: abgesonderte oder freistehende glieder einer figur wurden .. der heutigen art gemäsz, durch eine hältnisz (puntello) mit der figur selbst verbunden. Winkelmann 5, 103;
als nun der heide siht, dasz sich es nicht will reimen,
bei solchem zustand jetzt, das stolze thier zu zäumen,
fast er am sattelknopf ihm schnell ein hältenüs,
und sprang zur linken hand sich runter auf die füsz.
D. v. d. Werder Ariost 2, 7, 7;
sein pferd Rinaldo drauf für andern fortbeweget,
zum treffen seine lanz auch in ihr haltnisz leget.
16, 30, 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 302, Z. 36.

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Zitationshilfe
„hältnis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4ltnis>, abgerufen am 16.10.2021.

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