Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hammer, m.

hammer, m.
malleus. ahd. hamar, mhd. hamer; altnd. hamur, fries. homer, nl. hamer; ags. hamor, engl. hammer; altnord. hamarr, dän. hammer, schwed. hammare; nur goth. nicht aufgewiesen. eine hochdeutsche, zum niederd. neigende nebenform des 14. 15. jahrh. vertauscht das auslautende r mit l und lautet hamel: cudere mit dem hamel slahen Diefenb. 161ᵇ; vgl. auch hammerschlag 2. die pluralform ahd. hamarâ lebt noch in dem seltenen nhd. die hammer (Steinbach 1, 685, der aber gerade diese form für häufiger als die umgelautete ausgibt), gewöhnlich ist seit der mhd. zeit der plur. die hämmer, mhd.
als ob tûsend hemere
dâ klüngen.
Engelhart 2730.
Die seit lange erkannten etymologischen bezüge des wortes ergeben, dasz dieses uralte deutsche als handwerkszeug wie als waffe benützte gerät ursprünglich ein steinernes war. wie noch altnord. hamarr neben hammer auch fels, klippe bezeichnet, so ist aus den urverwandten sprachen verglichen altslav. kamen' stein, litt. akmuͦ, lett. akmins, griech. ἄκμων, sanskr. açman, wörter die nur ein von dem deutschen verschiedenes bildungssuffix tragen und der wurzel skr.sich schnell, heftig bewegen, zufallen, zu der dann ferner skr. açan stein, wurfgeschosz, açâni keil, griech. ἄκων, lat. acies fallen. das sanskr. açman bezeichnet stein, schleuderstein, felsstück, dann die himmlische schleuderwaffe, den donnerkeil (Böhtl.-Roth 1, 516) und dem entsprechend war auch im deutschen derjenige hammer, den man dem donnergotte zutheilte (vergl. unten 2) öfter und wie es scheint älter als keule oder keil aufgefaszt, deutsche mythol. 164 f.; und wenn noch nhd. kornhammer (5, 1825) für den dreschflegel steht, so mag hierin die älteste keulen- oder schleuderähnliche form des hammers nachklingen. hammer ist in verschiedener bedeutung gebraucht.
1)
eigentlich, malleus: und ein iederman quam mit sinen wergkgeczuge, ein ackerman mit siner geiszeln, ein steinmetze mit siner bicken, ein smed mit sinen hammer. Stolle bei Haupt 8, 313; da nam Jael das weib Heber einen nagel von der hütten und einen hamer in ire hand. richter 4, 21; das man kein hamer noch beil, noch irgend ein eisen gezeug im bawen hörete. 1 kön. 6, 7; es schmidet einer das eisen in der zangen, erbeitet in der glut, und bereitets mit hemmern. Jes. 44, 12; heftet sie mit negeln und hemmern. Jer. 10, 4; wenn er so mit dem groszen hammer das eisen zusammen schlug. Grimm deutsche sagen no. 556; mancher klopft mit dem hammer an der wand herum und glaubt er treffe jedesmal den nagel auf den kopf. Göthe 49, 45 (sprichwörtlich);
schwingt den hammer, schwingt,
bis die form zerspringt.
Schiller glocke;
ich hör meinen schatz,
den hammer er schwinget.
Uhland ged. 31;
schönes eisen, du der freien freude,
schmuck der tapfern, köstlichstes geschmeide,
das der hammer aus metallen schlug!
Arndt gedichte (1840) 512.
Zusammen genannt werden unter den schmiedegeräten besonders oft hammer und ambosz: macheten mit dem hamer das blech glat auf dem ambos. Jes. 41, 7; müssen blasbälge, zangen, ambos, hammer und alles andere an der hand sein, damit man die rechte zeit treffe. Butschky Patm. 667; 'daʒ mir, daʒ dir', sprach der hamer zuo dem ambôs. sprichwort des 14. jahrh. bei Wackernagel leseb. (1861) 986, 20; der ambos erschrickt nit vor dem hammer. Garg. 212ᵃ;
du muszt herrschen und gewinnen,
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphiren,
ambosz oder hammer sein.
Göthe 1, 144;
eine peinliche lage zu bezeichnen dient die redensart zwischen hammer und ambosz sein, alt und weit verbreitet: jam quoddam est et apud nationes tritum vulgi sermone proverbium, ut de his, qui anxietatibus et ingentibus malis premuntur, dicant: inter malleum sunt et incudem. Origenes in Jeremiam homil. 20; griech. μεταξὺ τοῦ ἄκμονος καὶ σφαίρας. Bildlich wird von einem hammer des schicksals geredet, wie sonst das schicksal schläge austheilt: reine demanten, die fest und glänzend unter dem hammer des schicksals blieben. J. Paul Titan 4, 210; auch von einem hammer des (strafenden) gesetzes: mein ganzes herz ist durch den hammer des gesetzes zerknirschet und geschlagen. Schuppius 486; diese klopfte er erst von glied zu glied mit dem hammer des gesetzes ab. J. Paul Titan 2, 47; engl. the hammer of heresies (die geiszel der ketzereien) in Hakewills apology. auch die schlagende faust heiszt ein hammer: aber soll er dir einen landjunker schröpfen, der seine bauren wie das vieh abschindet, oder einen schurken mit goldnen borten unter den hammer kriegen .. da ist er dir in seinem element. Schiller räuber 2, 3. vgl. hämmern. der obere theil eines hammers wird einem kopfe oder haupte verglichen (s. kopf 5, 1769, haupt, hammerhaupt, hammerkopf) und seine einzelnen theile nach theilen des kopfes benannt: hammerauge, hammerbacken, hammerstirn, auch hammerhaube.
2)
der hammer war das attribut des deutschen gewittergottes, des Donar; da dieser gott zugleich der das land segnende und bewahrende gott, und der schützer der rechtsgeschäfte war, so diente in solchen fällen sein hammer als symbol. wie in der heidnischen vorzeit unter diesem zeichen ehen geschlossen wurden (rechtsalt. 163. 431, die ehe war ein kaufgeschäft), so wirkt, zum theil noch in unserer zeit, bei besitznahme und veräuszerung der hammer mehrfach mit.
a)
die bestimmung der grenze eines landstriches, der nicht durch zaun, graben, hügel oder anderes fest abgegrenzt ist, geschieht indem der hammer geworfen wird, wo er einfällt, ist der grenzpunkt (vgl. rechtsalterth. 55—59): so dasz unser herr von Mentze daselber uf einem rosse soll riden in den Rine als fer er mag und als fer er mag mit einem hubhammer gewerfen in den Rine, als ferre get sin gericht. weisth. 1, 534 (von 1324); die marktfreiheit .. gehet an .. von den hainbuchen bis gen Erlich in den Rhein, so weit als man mit einem pferd reiten kann und dannoch mit einem hufhammer fortwerfen kann. 1, 638 (von 1670); statt des hammers wird mit der axt geworfen: der möchte seinem wild also fherne in den vorgenanten wald die Fossenhelde nachvolgen, alsz derselbe grave, uff einem ross haltend vor dem ehgenanten walde und mit einer axe in den selben wald gewerfen könte. weisth. 1, 582; oder auch mit dem pflugeisen. 3, 309. vergl. hammerwurf.
b)
in Niedersachsen, Düringen und Franken ist für den theilhaber an einem gemeindewalde der hammer zeichen des mitbesitzes: derselbe ist mit den anfangsbuchstaben des namens seines eigenthümers versehen, und mit ihm werden die zum fällen bestimmten bäume gezeichnet. das recht einen solchen hammer zu verleihen, gebührt nur dem obersten vorsteher der mark: es soll auch der holzweiser, holzmeister und förster nicht macht haben einen hammer auszugeben hinter und ohne den gemeinen märker. Kirburger weisthum in den rechtsalterth. 163.
c)
in einigen dörfern Obersachsens beruft ein herumgeschickter hammer die bewohner zum rat und schutz der gemeinde. Adelung.
d)
öffentliches ausgebot von gegenständen geschieht unter dem zeichen des hammers, der durch aufschlagen den meistbietenden in den besitz der sache symbolisch einweist: der auctionator fing von vorn, und um jedermann zeit zu lassen, sich zu bedenken, mit gedehnter stimme an: einmal vierzig — zum zweitenmal vierzig dukaten. der hammer war schon aufgehoben, als aus der fernsten ecke des zimmers unvermuthet eine helle stimme mit einem halben dukaten überbot. Thümmel 2, 114; vergl. zuschlag, zuschlagen. daher kommt eine sache unter den hammer, wenn sie öffentlich versteigert wird, auch engl. heiszt es davon go to the hammer: auf das bild zu bieten, das so eben unter den hammer kommt. gartenlaube 1869 s. 111ᵇ.
3)
wie blitz, donner, hagel als kundgebungen des Donar öfter persönliche verwendung erlangen und für die gottheit selbst stehen, so ist die waffe des gottes, die ja zunächst donnerkeil ist, für den gott selbst bei flüchen, verwünschungen, abgeblaszter auch bei bloszen ausrufen des staunens genannt (vgl. deutsche mythol. 166): dasz dich der hammer schlag! Abele unordnung 4, 3; niederdeutsch dat die de hamer! dasz dich der henker! brem. wb. 2, 575; i vor den hamer! ei zum henker! das.; di schall de hamer! Dähnert 171ᵇ; de hamer kennt se all, der henker mag die alle kennen. Schütze 2, 96; verwundernd: potz hamer! Schambach 73ᵃ; dat wär de hamer! Dähnert 171ᵇ; den hamer ok! brem. wb. 2, 575;
lueg au, er cha si nid halte, er thuet bim hammer na's feischter
uf.
Corrodi de herr vikari 11.
Auch der durchtriebene, dreiste mensch wird landschaftlich ein hammer genannt (vergl. hagel 4 sp. 144): dat is ên hamer! brem. wb. 2, 575; mit einem davon abgeleiteten adjectiv hamersk: ên hamersken kêrl, ein verzweifelter kerl, einer der sich an nichts kehrt. daselbst.
4)
wie Donar seinen hammer im streite gegen seine feinde führt, so ist der gebrauch dieses geräts als waffe ein uralter, wie der des beils, der axt, vergl. streithammer. aber er verliert sich schon im deutschen alterthum, so dasz das schwert an die stelle tritt, und Niederdeutsche wie Angelsachen erhalten nur noch den namen bill (streithammer, streitaxt), mit dem sie nunmehr aber das schwert bezeichnen (Hildebrandslied 54, Beov. 1558). nhd. ist hammer als waffe in der bibel gewährt: du bist mein hamer, mein kriegswoffen, durch dich habe ich die heiden zuschmissen, und die königreich zustöret. Jer. 51, 20; auch sonst: als waffen der bauern bei raufhändeln werden im 17. jahrh. steinhämmer, scherhämmer genannt. Schmeller 2, 192; sehen sie, da kehre ich meine taschen um, und es ist nichts darin, weder messer noch hammer, noch sonst etwas, womit ich sie erstechen oder erschlagen könnte. Immermann Münchh. 4, 20.
5)
an der eingangsthür eines gebäudes befand sich früher ein hammer, durch dessen aufschlagen an eine metallplatte der thür man einlasz begehrte: hammer an der thür, cornix Kirsch; vergl. klapper 5, 965; daher die redensart: wer mit einem silbernen hammer anklopft, dem macht man gleich auf, pecuniae obediunt omnia. Steinbach 1, 686; in anderer fassung: jener obrister war nicht unschuldig, dasz er ihm die pfort der vestung mit einem güldenen hammer liesz aufschlagen. Lehmann 202; ital. il martel d'ariento spezza le porte di ferro.
6)
die glocke, die die stunde verkündet, wird durch einen hammer bewegt: zeiger, unruhe und hammer (der uhr). Mathes. Sar. 38ᵇ. es heiszt daher neben die glocke schlägt, auch der hammer schlägt; der hammer hebt aus (zum schlage);
schlug zwölfmal schon des thurmes hammer,
so stehen wir vor liebchens haus.
Brentano die lust. musikanten 33;
da dröhnt der hammer dumpf und schwer
zwölfmal vom grauen kirchthurm her.
Uhland ged. 320.
vergl. uhrhammer.
7)
grosze durch wasser- oder dampfkraft getriebene hämmer verarbeiten in besondern gebäuden das metall zu blechen: hammer, groszer hammer, der durch mühlräder bewegt wird, malleus major in variis officinis qui machinis regitur. Frisch 1, 408ᵃ;
die werke klappern nacht und tag,
im tacte pocht der hämmer schlag,
und bildsam von den mächtgen streichen,
musz selbst das eisen sich erweichen.
Schiller gang nach d. eisenhammer.
lautes pochen des herzens wird einem solchen hammer verglichen:
in meines herzens kammer
da pocht es wie ein hammer.
C. F. Weisze;
hier schlug ihr, indem sie im schweisze zerquoll,
das bebende herz wie ein hammer.
Bürger 65ᵇ.
Dann wird der name auf die anstalt selbst übertragen, in der solche hämmer gehen: hammer, ein ort, wo man eisen, kupfer u. d. g. zurichtet, officina ferraria, aeraria etc. Steinbach 1, 686; eʒ sol auch nieman kainen hamer haben bei den zwain welden. Nürnb. polizeiordn. 169; dieser Tubal Cain welchen hernach die heiden Vulcan .. nenneten .. und erstlich in Lemno, darnach im berg Ethna seinen hammer, esz und schmitten setzten. Mathesius Sar. 70ᵇ; da bawet der alte Vulcanus und römische meister Loy hemmer, polier- und schleifmüllen. das.; brauhöfe, mahlmühlen, hämmer. Seckendorff s. 43;
hinaus zum hammer schickt man mich.
Schiller gang nach d. eisenhammer.
es findet sich auch hammer für eine blosze schmiede, bei der maschinenartiger betrieb nicht anzunehmen ist: kam in die Ruhla zu einem hammer oder waldschmiede. Grimm deutsche sagen no. 556. vgl. eisenhammer, kupferhammer, hammerwerk.
8)
in den münzwerken diente in älteren zeiten ein hammer zum prägen der geldstücke, vergl. münzhammer; daher niederd. den hamer leggen, die münze ruhen lassen Dähnert 171ᵇ; den hammer verleihen, das münzrecht verleihen: die von Lübeck verleiheten den hammer und schlugen neue schillinge. Faust lüb. chron. bei Frisch 1, 408ᵃ. bei den jetzigen prägwerken ist hammer der zwischen zwei leitstangen gehende guszeiserne körper, dessen unteres ende ein stempel ist.
9)
bei den freimaurern ist der hammer das zeichen des meisters vom stuhl:
er (Amor) selbst will euch jahr aus jahr ein
der meister von dem stuhle sein,
und euch recht sanft regieren;
den deputirten braucht er nicht,
so langs ihm nicht an kraft gebricht,
den hammer selbst zu führen.
Blumauer werke 1, 270.
10)
hammer in noch andern technischen bedeutungen: am fortepiano ein hammerförmiges hölzchen das an die saiten schlägt und sie zum tönen bringt; an dem gradbogen genannten nautischen meszinstrumente ein auf dem pfeile bewegliches knie; bei grobschmieden und bildhauern eine art von stempeln oder meiszeln mit horizontalem stiele.
11)
hammer, malleolus, einer von den vier kleinen gehörknochen, der ähnlichkeit mit einem hammer hat. Nemnich 3, 494; ein anderer dieser knochen führt den namen ambosz, incus.
12)
hammer, eine muschelart, ostrea malleus, auch polnischer hammer. Nemnich 4, 812.
13)
hammer für hammerfisch, squalus zygaena:
schwarz wimmelten da in grausem gemisch,
zu scheuszlichen klumpen geballt,
der stachlichte roche, der klippenfisch,
des hammers gräuliche ungestalt.
Schiller taucher.
14)
hammer für ammer, eine vogelart, emberiza (1, 279): goldhammer emberiza citrinella Nemnich 2, 1477, auch englisch the yellow hammer. vergl. hämmerling 8.
15)
hammer ist endlich in Kärnthen auch der name der nieswurz, veratrum album (Lexer 132), die bei Nemnich 4, 1550 hemern, hemerwurz genannt wird. Die zahlreichen zusammensetzungen des wortes bezeichnen entweder seine form, hauhammer, kolbenhammer, pinnhammer, spitzhammer; oder heben seinen zweck und seine anwendung hervor: haarhammer (sp. 29), blechhammer, breithammer, dengelhammer, formhammer, glätthammer, hufhammer, klempnerhammer, polierhammer, schmiedehammer, streithammer, stimmhammer, uhrhammer, zuckerhammer u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 313, Z. 38.

hammern, hämmern, verb.

hammern, hämmern, verb.
malleo contundere, cudere, mhd. hemeren wb. 1, 625ᵇ. die unumgelautete form, seit dem 15. jahrh. nachweisbar, aber wol viel älter: hameren, malleare, malleo percutere voc. inc. theut. i 1ᵃ; malleare hemeren, hameren, hemmeren, hammeren Diefenb. 344ᶜ, ist gegen die umgelautete weniger im gebrauch. das wort steht
1)
intransitiv und in der bedeutung
a)
mit einem hammer schlagen: also ein schmid, der mus bei seinem ambos sein und seiner schmitte warten .. das hemmern schlegt im die ohren vol. Sir. 38, 30; der Dürr ist droben in der teufelsschmied und hämmert, als sollten heut noch zwölf paar hufeisen fertig werden. Immermann Münchh. 2, 44;
auch sie hört schlag auf schlag
dumpf über ihren häuptern hammern (: bejammern).
Thümmel d. heil. Kilian 47;
indessen die Cyklopen hier
aus allen kräften hämmern.
Blumauer werke 2, 208 (Aen. 8. buch).
b)
bildlich, anhaltend und mit regelmäszigkeit klopfen, wie es mit einem hammer geschieht: so hämmert der specht, wenn er mit seinem schnabel die bäume nach würmern beklopft: während der schwarzspecht neidisch jeden genossen von dem baume jagt, an dem er hämmert. Tschudi thierleben der Alpenwelt 84; wer ungestüm und anhaltend an einer thür um einlasz pocht, von dem sagt man, er hämmert an der thür; auch das dauernde losschlagen auf einen gegner mit stock oder faust wird hämmern genannt:
greift der stets bewuszte meister
nochmals zum bewährten stabe,
hämmert auf die Pustrichs-geister.
Göthe 4, 374.
c)
auch rein passiv, wie ein hammer bewegt werden und klopfenden ton von sich geben: eisenwerke, maschinen, pochwerke hämmern; daher bildlich von herz und brust, deren klopfen einem hammer verglichen wird (sp. 316): hämmernde brust. J. Paul Q. Fixlein 156; hämmernde schläfe;
horch! wie mein herz im busen hammert!
Göckingk 2, 69;
es (das herz) hämmert und klopfet bei tag und bei nacht,
es hat mich schon längst um den schlaf gebracht.
H. Heine buch der lieder 39.
2)
transitiv, mit dem hammer bearbeiten: der schmid hämmert das eisen, vom klempner wird das blech gehämmert; wol gehämmert malleatus Dasyp.; der porphyr .. will mit pickeisen, welche zugespitzet sind, allgemach und mit groszer geduld gehämmert sein. Winkelmann 3, 134;
rings von den höhen des dorfes
tönt die gehämmerte sens', als tönete glockengebeier.
Voss Idyll. 17, 49.
auch mit angabe der wirkung, die sense scharf hämmern, eisen zu bleche hämmern, und bildlich (mit beziehung auf 1, b oben): er that mich zu einem küfermeister in die lehre: dem lief ich davon; darauf zu einem schlosser: den hätte ich beinahe selbst in einem streite zu blech gehämmert. Riehl culturgesch. novellen 421.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 319, Z. 45.

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Zitationshilfe
„hämmern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4mmern>, abgerufen am 28.10.2021.

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