Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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handarbeit, f.

handarbeit, f.
1)
arbeit die mit der hand geschieht (gegensatz kopfarbeit, 5, 1770): handarbeit actio Maaler 210ᵇ; dann solche sachen lassen sich nicht aufs papier malen, das mans allein aus dem lesen fassen und urtheilen wolt, sondern aus dem lesen kommet der bericht und aus der handarbeit die erfahrung. Erker 87ᵃ; ganz anders verhält es sich mit der gemeinen handarbeit, denn von kunstarbeiten ist die rede nicht. Möser patr. phant. 2 (1798) 11; (weil) die gröszte ehre darin besteht, die längsten nägel an der rechten hand zu haben, als einen beweis, dasz man keine handarbeit verrichte. 156; allein ich fühle doch, dasz die kinder mehr zur handarbeit angeführet, und dazu von jugend auf gewöhnet werden müszten. 301; und bringt wahrscheinlicher weise durch eigene und ihrer tochter handarbeit ein kümmerliches leben durch. Göthe 10, 161; so war ich dem maschinenwesen weniger günstig als der unmittelbaren handarbeit. 23, 45; er fühlte den segen der handarbeit und lernte im haus und für das haus leben. Riehl culturgesch. nov. 434. — handarbeit als strafe für ein verbrechen: den kaufmann wird man auf seine ganze lebenszeit in den schuldthurm werfen, und den advocaten wird man zu einer öffentlichen handarbeit verdammen. Rabener sat. 4 (1757) 379.
2)
das product der handarbeit: dieser gestickte kragen ist eine äuszerst saubere handarbeit; späterhin war alles was er von reisen nach hause schickte, immer das künstlichste, feinste, zarteste von handarbeit. Göthe 21, 194. — Von handarbeit ist gewöhnlich unterschieden der hände arbeit, was in nachdrücklichem sinne steht, s. sp. 359, doch vergl. auch händearbeit unten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 363, Z. 78.

händearbeit, f.

händearbeit, f.
wie handarbeit (sp. 364): die kost besser haben, als ich sie mir mit meiner händearbeit würde verschaffen können. Möser patr. phant. 3 (1798) 33; die knetung (des brotteigs von einer maschine) wird .. so gründlich vollzogen, dasz gleichmäsziger und inniger mit händearbeit den teig zu kneten eine unmöglichkeit ist. üb. land u. meer 1869 s. 543ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 367, Z. 41.

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Zitationshilfe
„händearbeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4ndearbeit>, abgerufen am 27.10.2021.

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