Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hängelbeere, f.

hängelbeere, f.
der niederdeutsche name einer groszen birnenart an einem langen stiele. brem. wb. 2, 590, s. hangelbirne. der volkswitz vergleicht die frucht einem am stricke schwebenden gehenkten, und hengelberen eten ist ihm ein verblümter ausdruck für gehenkt werden, woran an einer hänfenen holzbirn erworgen oben sp. 434 anklingt; der ausdruck geht ins hochdeutsche über, ohne recht verstanden zu werden, denn der zweite theil des wortes ist an beere bacca angelehnt: sol ich hangelbeeren fressen. engl. komöd., Tit. Andronicus, Rr v; o hätte ich mich erstechen lassen, so dörfte ich itzt nicht hengelbeeren fressen. Pickelhäring bei Chr. Weise überflüss. gedanken 1701 s. 258; eine grosze gnade hiesz es, dasz sie wegen ihrer erstaunlichen verwegenheit nicht hangelbeeren fressen muszten. Felsenb. 2, 311;
ich bin Hans ohne sorgen,
weil mir die leute borgen,
und weil ich noch kan stehlen,
so wird mir wenig fehlen.
doch von den hengelbeeren
mag ich nicht gerne hören.
Menantes allerneuste art zur poesie zu gel. 25.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 439, Z. 40.

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hunger höllenstrasze
Zitationshilfe
„hängelbeere“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4ngelbeere>, abgerufen am 24.10.2021.

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